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27. Januar 2017 5 27 /01 /Januar /2017 11:58

Schweigen. Auf meinem Sofa liegt das Schweigen. Das Telefon vor mir. Das Gespräch ist beendet.
 
Ich  muss nachdenken. Viel...Ich muss das, was gesagt wurde, begreifen. Das Damals, von dem Du sprachst. Und auch ich.
 
Ich bin vielleicht verrückt, schon immer, gewesen.  Mut gehabt, zu sagen, was ist und war, auch wenn es eine Weile gedauert hat.
 
Meine Gefühle sind durcheinandergewirbelt. Nicht wegen heute, sondern wegen damals. Und ich habe mich nie getäuscht. In meiner Wahrnehmung. Alles, was gewebt hat, die Gesten, Blicke, Worte, alles was innen war, hab ich gespürt und wusste was ist, zwischen uns, nicht ausgesprochen.
 
Heute hab ich es Dir gesagt. Das von damals. Dass ich in Dich verliebt war. Ich hab mir einen Ruck gegeben. Wir erzählten so Vieles, von damals, von uns, unseren Familien, unseren Partnern, unseren Wirrungen und Irrungen. Mein Freund. Das war so schön, gerade, das Reden, so ehrlich, so dicht.
 
Ich spürte, wie der Atem stockte, bei dem Gedanken, ich sag es Dir einfach, wie es war, damals. Ein leichtes Zögern. Was würde passieren, wenn....Aber dann, was sollte schon passieren. Es ist nichts Schlechtes einem Menschen zu sagen, dass in ihn verliebt gewesen war, dass er geliebt wurde. Warum auch. Es gibt nichts Schöneres, als sich geliebt zu wissen.
 
Nur, jetzt zu hören, was erspürt war, nie ausgesprochen, nie gelebt, jetzt das zu hören...du warst so hübsch, deine Locken, dein Wesen, es war auch bei mir so. Auch ich war in dich verliebt. Stille...Schweigen am Telefon. Kein Wort mehr von Beiden, danach, nach diesen Worten.
 
Du wusstest nicht, sagst du, wie du damit umgehen hast sollen. Nahe dran warst du, in Konkurrenz zu treten, zu dem meinen. Du wolltest, aber dann kam die Vernunft. Du dein Leben mit der Deinen, ich mein Leben mit dem Meinen.  Und so haben wir weitergelebt, anders. Was hätte sein können? Wir wär es gegangen, wenn wir?
 
Es spielt keine Rolle mehr heute. Es ist wie es ist und wie es gekommen ist. Doch ist es schön, dass es da war, damals und wir heute innig verbunden sind, durch das Damals und dem Heute.  Jetzt brauch ich dich noch mehr mein Freund. Weil, ich will das nicht verlieren.
 
Vor ein paar Tagen, sagtest Du, sahst Du noch ein altes Foto von mir, wie ich da sitze, an dem See, die Haare zusammengebunden, die Blume im Haar und du so verliebt warst in diesem Augenblick, trotz dem, dass die anderen auch da waren. Es war ein Geheimnis zwischen uns.
 

Und nun sitze ich hier, auf meinem Sofa und lass die Bilder an mir vorüberziehen. Ich weine. Ja ich weine, aber es ist mir egal. Ich weine nicht, weil etwas nicht gewesen ist, sondern weil es da war, wir es gehabt haben.

Als das Weinen zu ende war mein Freund, ist wieder Stille und diese unermessliche Zärtlichkeit für das Leben, meines und Deines, und unserem gemeinsamen, die Zeit, die wir hatten zusammen. Gut, dass alles ausgesprochen ist.

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