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24. Januar 2017 2 24 /01 /Januar /2017 10:18

Lebe nicht immer so viel mit Deinen Erinnerungen bekam ich neulich zu hören.
 
Warum? Ich habe viel Zeit. Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch das Heute lebe mit allem, was dazu gehört, ganz da bin. Ich hab jedoch viel Zeit. Viel Zeit zu haben ist ein grosses Geschenk.
 
Ich  habe eine Zärtlichkeit in mir für das was gewesen ist. Es ist immer noch da, alles.
 
Die Erinnerungen sind ein Teil des Reichtums aus dem ich lebe.
 
Und wer mag zu beurteilen, ob die Erinnerung, an der gerade gehangen wird, nicht wichtig ist., Wir kennen alle unsere Zukunft nicht. Möglicherweise sind die Momente der Erinnerung ein Teil des Prozesses des  Lebens, der einem bevorsteht.
 
Es ist ja auch Winter. Die Stunden des Draussen seins sind begrenzt. Wintermonate laden dazu ein, in sich selbst einzukehren, Momente der Einsicht und Erkenntnisse wollen ihren Platz haben. Dazu gehören auch die Erlebnisse der Vergangenheit.
 
So gern wie ich im Leben der Protagonisten meiner Bücher und Filme spazieren gehen, so wandele ich auch recht gern in den Bildern meines eigenen Lebens.

Keine Angst zu haben vor den Bildern der Vergangenheit, dem Verlorenen, nicht mehr da sein.
Keine Angst zu haben heisst auch, den Schmerz nicht zu fürchten und ihn auszuhalten.
 
Ich nehme mir Zeit, für die Erinnerungen. Dann hole ich sie raus, die alten Bilder, schaue sie an. Und im Gesicht der Vergangenheit, das ich sehe, versuche ich die Zukunft herauszulesen, die mir entgegengekommen ist.
 
Habe ich mich verändert? Bin ich im tiefsten Inneren immer noch der Mensch, der ich damals schon war, nur noch nicht so weit entfaltet.
 
Was hat meinen Blick damals begeistert, erfreut, betört, entzückt, verlockt? Ist es noch das selbe wie heute?
 
Worauf habe ich damals geschaut? Was war mir wohl wichtig? Und wo schaue ich heute hin? Was ist mir heute wichtig.
 
Auch das ist ein Moment, der mir lieb ist, ihm zu begegnen, diesem Augenblick  der Fragen an mich selbst.
 
Manche Erinnerungen kommen ganz plötzlich, ungewollt. Irgend ein Geräusch, ein Ton, eine Musik, eine Landschaft, eine Blume, ein Geruch, eine Berührung, ein Gefühl.  Es gibt so vieles, was meine Erinnerungen wachruft. Soll ich darüber hinweg gehen? Ich kann das nicht und werde es wohl auch nicht lernen. Ausschliessen was gewesen ist, liegt mir einfach nicht.
 
Vielleicht ist es so, dass, wer sich viel erinnert an das Gewesene, kann am Ende seines Lebens auch ja sagen zu allem. So war es. Das Schöne und das Schreckliche. Alles gehörte zu mir. Er schaut die ganze Fülle seines Lebens und kann sagen, genug ist es nun. Ich kann gehen und überlasse alle Weltzukunft den noch  Bleibenden.
 
 

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