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10. März 2017 5 10 /03 /März /2017 12:13

Ich bin verpeilt. Sagte ich das schon. Oft jedenfalls. Ich meine, es gab einen Moment, wo ich mich fragte, was bedeutet es eigentlich verpeilt zu sein. Ich hab natürlich gegoogelt, wie immer. Irgendwie bin ich da reingewachsen in die Googlegeneration. Nicht, dass ich google,  wikipedia alles glaube. Mit dem Glauben sollte allgemein sehr vorsichtig umgegangen werden. Es ist ja bekannt dass, hast du geglaubt, du tüchtig auf den Hintern fallen kannst.
 
Jedenfalls, das Wörtchen *peilen* ist wohl herkömmlich gebräuchlich in der Schifffahrt. Kurs aufnehmen, eine bestimmte Richtung im Auge haben, oder gar Höhen und Tiefen messen. Es wird auch oft gesagt, Jemanden anpeilen. Ich habe ein Objekt ganz besonders ins Auge gefasst.
 
Nun ja, das ist ja alles langweilig, diese ganze Theorie. Ich finde es viel lustiger einfach selber verpeilt zu sein.
 
Ich bin so herrlich gerne verpeilt. Ein einfach umwerfendes Lebensgefühl. Wenn ich es mal wieder merke, dass ich es war, spring ich hoch und hüpfe, springe, tanze und lach mir eins ins Fäustchen. Gut, gut, ich gebe ja zu, manchmal kommt das auch doof. Immer dann, wenn es wirklich was Wichtiges war, was ich mal wieder verpeilt habe. Dann entfleucht mir schon mal ein *Oh ganz verpeilt, entschuldige*.  Gott sei Dank leben wir ja in einer Welt, in der fast alles wieder gut zu machen ist. Jedenfalls überwiegend ist das meine Erfahrung. Dafür bin ich recht dankbar. Das macht das Leben doch ersichtlich angenehmer und erträglicher.
 
Was ich z.B. gerne *verpeile* ist, wo ist das Handy? Also, an welchem Ort hab ich es wohl zuletzt gebraucht und danach wie üblich, wie es so meine Art ist, einfach genau dort liegengelassen, wo ich es zuletzt benutzte.
 
Das Handy und Ich, so könnte ein Buchtitel heissen, wenn ich jemals ein Buch schreiben würde, was ich natürlich nicht vorhabe. Son Kwatsch, wen interessieren schon meine geistigen Ergüsse.
 
Neulich mal wieder, hatte ich eine Verabredung und naja, bei Verabredungen ist es ja schon recht hilfreich, das Immerzurhandhabendekommunikationsmittel bei sich zu tragen. Die meisten tun das ja auch. Kannste gucken, wo du willst, die gucken nicht nach vorn, nach oben, nach link oder rechts. Die gucken stur nach unten, nicht mal auf den Boden, nur auf das Immerzurhandhabendekommunikationsmittel namens Handy. Und ne Uhr hatt ich auch nicht dabei, das war schon blöd. Ich wusste nicht mal was die Uhr geschlagen hatte. So kanns gehen im Leben.
 
Früher wurden ja Geschichten erzählt, wie Hans-Guck-.in-die Luft. Das waren noch Zeiten, als der Mensch sich vom Anblick des Himmels und den dahinziehenden Wolkenprachten verzaubern ließ. Heute liegt der Zauber und die Magie in einem kleinen quadratischen Gerät. So kanns gehen mit und in der Welt. Ich glaub, ich falle da raus, wie immer. Son Mist aber auch.
 
Vielleicht liegt es ja auch daran, also meine Verpeilung bezüglich dieses kleinen vielversprechenden Glücksgerätes, dass ich nun gar nicht immer darauf warte, dass einer was von mir will. Was meine Wenigkeit anbelangt, ich will ja auch sehr selten mal was von einem. Wenn ich was will, also hören, wies geht, was so läuft, um zu hören, dass es läuft, sind es nicht so überaus viele Menschen. Und wenn ich weiss, dass es allen gut geht, dann muss ich nicht ständig, Ihr wisst schon.
 
Wenn ich mir mal nen Zeh breche, dann meld ich mich schon, sag ich immer zu denen, die immer ganz erstaunt gucken, wenn ich mich mal tagelang nicht gemeldet habe. Ich bin son Typ.
 
Vielleicht schimpfen mich die Leuts ja *selbstzufrieden* Was ich natürlich dann auch gern annehme. Was gibts denn Schöneres, als mit sich selbst zufrieden zu sein. In meiner Selbstzufriedenheit liegt ja auch immer eine Riesenportion Reflexion, das gehört dazu, will ich nur mal anmerken, nicht dass falsch von mir gedacht weird. Das will ich natürlich auf keinen Fall. Die Leuts sollen schliesslich nur Gutes über mich denken, hihi.
 
Jedenfalls lange Rede kurzer Sinn, wie immer von meiner Seite aus, Ihr wisst schon, beim Schreiben kann ich mich einfach nicht zurückhalten.
 
Also, nochmal, jedenfalls heute Morgen hab ich nen Anschiss bekommen, hehe... Weil es klingelte mal wieder, das Ding, Phone, mich- immer-wieder-in-anruf-bereitschaftsetzende Immerzurhandhabendekommunikationsmittel. Ich war gerade dabei meinen Frühjarsputz zu absolvieren, wobei ich zur Hilfe immer meine Luftgitarre habe und natürlich nen Fetzen Rock´n Roll-Musik. Manchmal ist die Gitarre auch die Pfanne oder der Besen, ist ja auch egal, Jedenfalls ich kann so was von meine eigene Rock´n Roll-Party veranstalten, ich brauch da keinen zu, da bin ich weg, aber so was von.
 
Also, ich fetze durch die Wohnung und es bimmelt wie blöd. Aufgescheucht in meinem völligen Weggetretensein von und in der Musik sprang ich panisch durch die Wohnung und suchte es. Das Ding! Alle Orte, die ich bisher eingeplant hatte, wo es liegen köntne, nix. Es klingelte weiter wie doof.
 
Normalerweise hört es ja auf. Aber dieses Mal nicht. Das musste etwas Wichtiges sein! Also suchte ich weiter...Schon völlig verzweifelt ob des Gedankens, jetzt entgeht mir etwas total Sensationelles, natürlich nur verbunden mit dem Wunsch, es sei etwas Positives.
 
Irgendwann kam ich mal auf die Idee unter den Kissen meines Schlafgemachs zu schauen. Alle Kissen herumgewirbelt und siehe da, da klingelte es vor sich hin. Erleichterung pur! Voll nervös, zittrig an der Handyhand nahm ich das Ding, macht wusch, wusch, wusch. Nix ging. Die Tücke des Objekts, sag ich nur. Vielleicht waren meine Finger auch nicht haftungsfest. Ich weiss es nicht.
 
Immerhin hatte ich es irgendwann geschafft, in die Leitung zu kommen. Und was soll ich sagen!!! Isch schwöre, wenn der Anrufer mir gegenüber gestanden hätte, ich wäre bereit gewesen, meine sämtlichen pazifistischen Ambitionen links liegen zu lassen und ihm gehörig eine, Ihr wisst schon. Zumindestens wäre der Impuls da gewesen, ihm das ganze Ding irgendwohin zu schmeissen, wär mir jetzt auch egal, wohin, hauptsache es hätte getroffen. So! Genugtung wäre da.
 
Ich will nun gar nicht erzählen, worum es dem Anrufer ging. Es gibt ja schliesslich eine Intimsphäre. Ich muss ja nicht alles erzählen. Nur so viel, es war nicht so wichtig, aber auch nicht ganz unwichtig. Das ist eigentlich auch wurscht. Ich habs dann ja alles gut regeln können, wie immer. Es war nur der Anschiss, den ich bekommen habe, mal wieder. Jajajajaja, zerknirscht vor mich hingucke. 
 
Ich sags ja immer. Die Leuts verstehen mich einfach nicht! Die gönnen mir einfach nicht meine kleine Verpeiltheit! Und ich will mal was sagen. Die wirklichen wichtigen Dinge hab ich noch immer geschafft. Es ist so herrlich nicht wie ein hungriges Hündchen auf alles anzuspringen.  Ehrlich! Probiert es mal aus. Und so lange ich nicht aus lauter Verpeiltheit meine Brille irgendwo, Ihr wisst schon, ist ja alles im grünen Bereich. Denn ganz blind möcht ich nu nicht durch die Welt maschieren.
 

Also, Mut zur Verpeiltheit. Steh dazu!
 

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