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11. März 2017 6 11 /03 /März /2017 17:41

Seit zwei Tagen war ich voller Erwartung. Musik gabs den tag über fast nur noch von ihm. Zur Einstimmung. Einer meiner vielgeliebten Gitarrenheros der legendären Dr. Feelgoods. Ich hüpfte, sprang und tanzte den ganzen Tag herum. Es war ja nicht selbstverständlich, dass ich auf dem letzten Drücker noch eine Karte bekommen habe. Alles war schon ausverkauft, vier Tage nach der Eröffnung des Vorverkaufs. Ich hatte es abgehackt. Manchmal ist das Gesichterbuch ja doch für was gut. Da hab ich nämlich gesucht und schwupsdibubs auch eine Anregung bekommen, der ich nachging und so kam ich zu meiner heissersehnten Eintrittskarte für die Veranstaltung.

Am Freitag, dem 10.03.2017 war es nun so weit. Den ganzen Tag über war ich schon ein wenig aufgeregt. Endlich mal den ollen Wilko hautnah erleben. Aber wie immer war ich zuerst wieder mal ein wenig verpeilt. Ich hatte die falsche Bahn genommen. Mit dem Rad wollte ich dann doch nicht fahren, wegen Regen in der Nacht ist jetzt nicht so doll, dachte ich mir.

Nach einigen Stationen bemerkte ich plötzlich, dass die Bahn gar nicht an der von mir vorgesehenen Haltestelle hielt. Oha, das verkündete ich auch lauthals und maschierte zum Ausgang. Dort standen schon zwei junge Männer. Hehe, so richtige *hey alder, was geht-Typen* , mit halbrasiertem Kopf und gelglänzendem Hahnenkamm obenauf. Ich hab da keine Berührungsängste, gar nicht. Ich fragte sie, wohin die Bahn eigentlich fährt. Sie waren auch richtig nett und haben es mir erklärt. Danach führten sie ihr gemeinsames Gespräch fort während ich neben ihnen stand und auf meine Ausstiegsstation wartete. Das Gespräch der Beiden zu belauschen, war schon recht amüsant. Ein guter Einstieg für den Abend.

Ich meine, was so *hey-alder-Typen* sich so erzählen, ist schon herrlich. Erzählte der eine von einem Mädchen, welches wohl seinen Freund nach langem Bemühen und Avancen machen doch nicht genommen hat, obwohl er schon nahe dran war. Hätte die ganze Nacht neben ihr auf dem Bett gelegen, aber es wäre nix passiert^^ Dabei machte er eine einschlägige Handbewegung. Ich musste aufpassen, dass ich nicht losprustete. Ich habs ein wenig unterdrückt. Die Beiden guckten mich dann überrascht an, waren dann wohl doch etwas verschämt. Ich hab ihnen aber den Wind aus den Segeln genommen und meinte, kein Problem, ich bin schon gross. Da mussten sie lachen. Und setzten das Gespräch dann mit mir fort. Erklärten mir, nene, die jungen Frauen heutzutage, die wüßten einfach nicht mehr was sie wollten. Oha, sagte ich, und was ist mit den Männern. Ach, es war lustig mit den beiden *hey-alder-Typen*

Und so kam ich vergnügt am Bootsanlegesteg des Rheinschiffes, auf dem die Veranstaltung mit Wilko stattfinden sollte, an. Natürlich, wie immer, fast eineinhalb Stunden zu früh. Ich hatte jedoch Sorge, dass ich sie nicht fand, die Frau, die nette, welche mir die Karte, Ihr wisst schon.

Ich stand da also so rum und guckte vor mich hin und kam mit so diesen und jenen Leuten ins Gespräch. Ich bin son Typ, wenn ich was wissen will, ich quatsche einfach jeden an. Dabei kommt dann immer was Lustiges raus. Also, ich will mal was sagen, alle, mit denen ich im Vorfeld gesprochen hatte, wussten eigentlich gar nicht, wer der legendäre Wilko Johnson war. Hatten im Veranstaltungskalender der lit. cologne nur die Ankündigung gesehen und dass Herr Köster mit dabei war. Die kamen eigentlich wegen dem Köster, Oha, dachte ich. Gut, sie meinten, das Thema des Buches von Wilko würden sich auch recht interessant anhören. Bauchspeicheldrüsenkrebs. Keine gute Prognose. Vielleicht noch 10 Monate Lebensdauer und dann doch irgendwie überlebt. Also das und Köster, das hat wohl schon gereicht für sie, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und erzählte erst mal allen die Lebensgeschichte von Wilko. Die hatte ich natürlich im Vorfeld gelesen und auch dabei, wegen der persönlichen Signatur, die ich mir selbstverständlich von ihm im Anschluss an der Veranstaltung habe geben lassen. Da geht gar nix. Jetzt wussten alle mehr als wie vorher.
 

Ich war geschlagene acht Jahre nicht mehr bei einer Veranstaltung der lit. cologne, weil ich in Frankfurt lebte. Daher war es mir neu, dass sich einiges wohl geändert hatte. Z.b. die Sitzplatzverteilung. Das fand ich schon recht erfrischend. Kein Gedränge und Gerangel mehr um die besten Plätze. Es waren Sitzplatzkarten, so dass die Besucher sich Zeit lassen konnten. Selber hatte ich einen recht guten Platz in der 4. Sitzreihe bekommen, ganz aussen, so dass ich einen guten Überblick auf die Bühne hatte. Ich machte es mir bequem, hörte den im Vorfeld eingespielten Songs der Feelgoods/Johnson-Songs zu, wippte mit dem Fuss, trommelte den Takt auf meinem Buch und beobachtete das bunte Treiben der nach mir ankommenden Besucher.
 
Die Leuts sind so, dachte ich, die sitzen das aus, die hangeln sich durch, von Veranstaltung zu Veranstaltung, dabei sein ist alles. Ehrlich, ich bin mir sicher, dass ich mich nicht täuschte, denn schon im Vorfeld hatte ich ja erfahren, dass die Wenigsten wohl wussten, wer Wilko eigentlich war. Merkwürdig. Naja, egal, dachte ich, dann erfahren sie es halt heute. Die Leuts befestigten ihre Plätze mit Mantel, Jacken und sicherten ihn. Man kennt das ja, so Handtuch legen, das ist mein-Platz-Mentalität,-) Danach liessen sie sich sehen, holten sich ihre Getränke und smaltalkten so mit diesem und jenem, den sie mit grossem Hallo trafen. Ich kann das Zuschauen solcher Begebenheiten recht gut geniessen und bin immer froh, dass ich jetzt nix sagen muss.
 
Dann war es endlich soweit. Wilko Johnson, Gerd Köster und Philipp Schwenke betraten die Bühne. Den Schwenke kannte ich bislang nicht. Der einführende Sprecher der Veranstaltung erklärte, dass er schon an einigen Veranstaltungen der lit. in den Jahren zuvor als Moderator tätig war. Er sei Journalist u.a. auch beim Magazin Neon. Meine häusliche Recherche im Nachhinein ergab, dass er wohl auch als Kolumnist in der *Zeit* tätig war. Nun denn, soweit die Information zu Herrn Schwenk. Er sollte also an diesem Abend das Gespräch leiten. Köster las Teile aus der Biografie Wilko´s in deutscher Sprache. Ein wenig erstaunt war ich, dass, wie sonst so üblich, nicht auch der Autor selber in seiner Muttersprache las. Aber gut, das war jetzt kein Ding und voll in Ordnung. Es hätte wohl auch den Rahmen gesprengt.
 
Was mich aber richtig gestört hat war, dass Herr Schwenk wenig von dem übersetzte, was Wilko zu den ihm gestellten Fragen antwortete. Für mein Befinden gingen Witz und Humor der Antworten, aber auch der tiefere Ernst dabei verloren. Gott sei Dank konnte ich zumindestens 3/4 seiner Antworten verstehen, so dass es mir sogleich auffiel. Ich bin nicht so geübt im englisch sprechen, woher auch. Im Laufe meines Lebens bin ich kaum in Situationen gekommen, wo ich es hätte müssen. Und daheim kann sich ja Zeit gelassen werden beim Zuhören oder Lesen. Jedenfalls, ich war froh, Wilko recht gut verstehen zu können und nicht auf die Antworten von Herrn Schwenk angewiesen zu sein. Ich dachte nur, dass ist schade für die, die eben nicht so firm waren im englischen und davon gab es immerhin einige, wie ich so rundum bemerkte.
 
Das war das eine, was mir nicht gefiel. Auch empfand ich Herrn Schwenk recht spröde. Ich hatte den Eindruck der reisst das herunter, war wenig ergriffen weder von Wilko noch von dem, was er erzählte. Ich meine, klar, muss ja nicht jeder ergriffen sein, aber ich dachte, warum nehmen sie bei einer solchen Veranstaltung einen Moderator dem Musik und Autor nicht nur vertraut ist, sondern der selber auch eine gewise Leidenschaft für Beides empfindet. So hatte der Abend, geleitet von Herrn Schwenk, für mich das Geschmäckle eines Abhackens. Das fand ich schade. Da konnte auch Gerd Köster nix dran ändern, der andererseits auch ein wenig überfordert war, als ihm die Frage gestellt wurde, ob die Musik der Feelgoods ihn beeinflusst habe in früheren Jahren. Er eierte ein wenig bei seiner Antwort herum. Aber gut, das seh ich ihm nach, weil ich Köster einfach auch mag, das ist mal klar. Andererseits, wäre er nicht dabei gewesen, hätte nicht in seiner unnachahmlichen Weise den Text des Buches gelesen und dabei eine Gemüt hervorgebracht, wäre das ganze noch trauriger gewesen.
 
Wilko jedenfalls, der hat versprochen, was ich mir versprochen hatte. Kaum zu glauben, dass dieser nun 70jährige Mann von einer inneren Energie geleitet wird, die einfach nur grossartig ist. Er versprühte pure Lebenslust. Dagegen wirkte Herr Schwenk, er möge es mir verzeihen, geradezu blutleer. Und dass nach all dem, was sein Leben mit ihm gemacht hat. Die nicht einfachen Jahre der Kindheit im Elternhaus, aufgewachsen in Canvey Island, Essex neben düsteren Oelraffinerien. Für seine Herkunft hat er sich so manches mal in seinem Leben geschämt, obwohl er sich gleichzeitig auch seiner Heimat verbunden fühlte und sie liebte.
 
Die heftigen Jahre zu Beginn seiner Musikerkarriere. Eigentlich wollte er ja Dichter und Maler werden. Irgendwann jedoch musste er sich eingestehen, dass seine Dichtung allenfalls mittelmässig ist und eben auch die Leidenschaft zur Gitarre und Musik größer war als alles andere. Dann seine wohl auch abenteuerlichen Erfahrungen auf seiner Reise durch Indien und Nepal. Sein Lebenswandel war in jungen Jahren nicht gerade gesund. Alkohol war nicht sein Ding, aber viel Amphitamine und Drogen. Damit pumpte er sich voll und war ständig gehypt. Hyperaktiv sagen wir heute. Manchmal schlief er drei Tage am Stück nicht, gerade wenn er dabei war einen neuen Song zu komponieren. Das ginge nun heute nicht mehr, erzählte er lachend.
 
Das Touren, die Zerwürfnisse mit Feelgoods, die zur Auflösung der Band führten. Das erneute Suchen und Finden eines eigenen Weges. Dann kam der Verlust seiner Frau Irene, die an Krebs verstarb. Seine grosse Liebe, seine Stütze, seine Heimat in all den Wirrungen eines Musikerlebens. Die Familie daheim, seine Frau, seine Kinder, das waren sein Halt. Ist ja schon recht ungewöhnlich. Einerseits das wilde Leben eines Rock´n Roll-Stars, andererseits die Liebe zur Häuslichkeit und Sicherheit. Das macht ihn auch so sympathisch. Den Tod seiner geliebten Frau hat er bis heute nicht verwunden.
 
Dann kam seine eigene Diagnose, Bauchspeicheldrüsenkrebs, inoperabel. Der Umgang mit dem Wissen, du stirbst, war für ihn ein Schock. Er hatt keine Zeit mehr. Der Tod hatte ihn umarmt, so hab ich seine Aussage jedenfalls verstanden in dem Gespräch mit Schwenk.  Er sei dankbar dafür, sagte er auf eine Frage dahin. Nach dem ersten Schock habe er nach der Diagnose eine grosse Gelassenheit und Zufriedenheit in sich verspürt.
 
Dieses Gefühl, das Wilko beschrieb kannte ich nur zu gut aus meiner eigenen Erkrankung vor einigen Jahren. Das Wort Krebs ist ein Schlag ins Gesicht und du begreifst im ersten Moment gar nichts. Eine tiefe Leere erfasst Dich. Erst nach einiger Zeit verstehst du. Du hast vielleicht noch einen Funken Hoffnung, denkst, vielleicht ist er gutartig. Warte ab. Aber dann kommt der nächste Schlag, höchster Differenzierungsgrad, bösartig, sehr sogar. Dann, so war es bei mir jedenfalls, findest du dich ab. Ok, sagst du dir, dann ist es eben so. Du kannst es nicht ändern. Auflehnen bringt nichts. Von da an wirst du still und stiller und deine Umwelt kapiert nicht, wieso du nicht anders reagierst. Aber es würde dich zu viele Energien kosten, wenn du verzweifelt wärst. Freunde bieten sich an, sie sagen, du kannst jederzeit kommen, reden. Aber was wilslt du sagen. Du hast keine Worte mehr für das, was in und mit dir geschieht. Du weisst einfach, da musst du jetzt alleine durch. Und genau das war auch die Erfahrung von Wilko Johnson.
 
Wilko beschreibt, dass es die Nächte waren, die schwarzen Nächte, die ihm dieses Gefühl der Furcht einflössten und ihm zu schaffen machten. Da war er allein sich selber ausgeliefert, ohne Ablenkung. Dennoch hat er sich nicht behandeln lassen. Sein Weg war ein anderer. Er machte Reisen an Orte, die er immer schon besuchen wollte und er plante und begann eine Abschiedstour mit seiner Band. Es war eine irre Erfahrung für ihn. Alle wussten bescheid. Die Menschen zeigten ihr Mitgefühl, wünschten ihm Kraft und manche verabschiedeten sich gar von ihm, weil sie dachten, ein letztes Mal mit Wilko. Dann geschah etwas Unvorhersehbares. Er hatte seinen letzten Gig und er stand mit diesem mittlerweile 3 kg schweren Tumor im Bauch auf der Bühne. Es war der Moment der Unfassbarkeit, dass es das jetzt gewesen sein sollte. Zu Ende. Die Musik, sein Leben. Er, der nichts anderes im Leben als die Musik, seine Musik spielen, liebte, vorbei. Da sprach ihn ein Fotograf namens Chan an der, wie sich herausstellte Krebsspezialist war. Dieser zeigte Verwunderung darüber dass Wilko, obwohl man ihm nur noch höchstens 10 Monate Lebensdauer vorausgesagt hatte, nach über einem Jahr immer noch lebte, nicht nur vor sich hin lebte, sondern Konzerte gab und insgesamt mobil und vital erschien.
 
Und irgendwann stand Chan dann bei ihm im Wohnzimmer und wollte, dass er mit ihm in eine Klinik fahre, in dem ein Freund von ihm Chirurg war. Dort untersuchte man ihn und es stellte sich heraus, dass der Arzt meinte, man könne den Tumor operieren. Es sei eine besondere Art des Bauchspeicheldrüsenkrebses. Nun ja, so geschah es, der Tumor wurde operiert und bis zum heutigen Tag ist Wilko krebsfrei. Unfassbar. Die Frage, was diese Fehldiagnose in ihm ausgelöst habe, ob er Ärger verspüre, gar hatte man ihm ja angeraten, die Ärzte, die ihm damals diese Prognose stellten, zu verklagen, beantwortete er mit einem absoluten *nein*...Erstens sei er kein Typ des Verklagens, was ich total nachvollziehen kann, zweitens wäre es trotz aller Bedrängnisse und Ängste eine gute Zeit für ihn gewesen, in der er viel gelernt habe. Und er sei glücklich es geschafft zu haben und jetzt hier heute Abend zu sitzen und mit den Menschen über sein Buch und sein Leben zu reden. Was ihm anfangs auch ein wenig Unbehagen gemacht hat. Er war es gewohnt, als Musiker auf der Bühne zu stehen, aber nichts als Gesprächspartner, der Fragen beantworten und über sein Leben erzählen soll. Es hätte sich jedoch schnell gelegt.
 
Es wurden natürlich auch noch andere Teile aus Kapiteln des Buches gelesen, die ich hier gar nicht alle wiedergeben kann. Ihr sollt ja auch seine Biografie selber lesen,-). Es macht viel Freude. Wilko hat einen einen einfachen Erzählstil. Er schreibt wie er spricht, das macht es leicht, das Buch in ein paar Tagen durchzulesen, ohne dass es oberflächlich erscheint. Es bleibt alles.
 
Das Leben geht weiter, so seine Erfahrung nach der Operation und so auch sein Lebensmotto Tag für Tag...Das Leben geht weiter, bis es eben nicht mehr weiter geht. Und in dieser Zeit heisst es einfach zu tun, was einem wichtig ist.
 
Und um zum Ende zu kommen, Wilko war klasse. Für mich ein besonderes Ereignis ihn einmal live zu erleben und mich davon zu überzeugen, dass er tatsächlich der Mensch mit dieser Wahnsinnsenergie ist, die er auf der Bühne mit seiner Musik immer verkörpert hat in seiner einfachen unnahmahmlichen Art und Weise die Gitarre zu spielen, aber auch in seiner Performance.
 
Die Veranstaltung insgesamt hat in mir einen etwas schalen Geschmack hinterlassen. Mir war sie einfach zu busy, will sagen, Herrn Schwenk fehlte einfach die innere Begeisterung und Leidenschaft, das sich selber damit verbunden fühlen, mit dem man es gerade zu tun hat. Er hat nach meinem Gefühl da seinen Dienst verrichtet, was schon daran erkennbar war, dass er ständig auf die Uhr schaute. Gut, vielleicht tu ich ihm da Unrecht, sicher gibt es diesen Zeitrahmen. Das ist mir jedoch so in dieser offensichtlichen Art und Weise, wie er es zeigte, nie aufgefallen bei Veranstaltungen der lit cologne. Ich meine, ich will jetzt ja auch nicht böse Herrn Schwenk kritisieren.
 
Mir hat sich nur der Eindruck vermittelt an diesem Abend, dass die lit cologne mittlerweile zu einem Hype geworden ist, der zwar immer mehr und mehr verspricht, jedoch in seiner Substanz leerer wird. Autoren mit ihren Büchern sollten m.E. an einem solchen Abend von Menschen vorgestellt, gelesen und moderiert werden, die mit dem Herzen bei der Sache sind, sonst geht etwas verloren. Mir ist bewusst, dass die Masse das möglicherweise nicht so empfindet, weil die Masse eben auch genau so handelt. Hingehen, mit Dabeisein ist alles, sich zeigen und schwups zum Nächsten übergehen. Das ist jetzt böse, ich weiss, aber es ist doch so. Das hat sich im Vorfeld in meinen Gesprächen gezeigt. Auch die vor Wilkos Johnsons Veranstaltung stattgefundene Lesung wurde so besucht. Das erzählten mir einige Leute, als ich sie fragte, was war denn da jetzt. Ach, wie hiess die noch mal die Autorin schauten sich die drei Damen an bei meiner Frage an. Lachten dabei, sahen in ihr Programm und suchten nach dem Namen. Sie wären eigentlich nur wegen Sabine Postelt gekommen. Tse, tse...Das ist für mich alles fragwürdig.
 
Immerhin hab ich jetzt in meinem Buch die Unterschrift von Wilko. Ich weiss, dass das Blödsinn ist, aber ein wenig macht mich das auch stolz. Übrigens hat er mir auch ein wenig leid getan der Wilko. Er schien ein wenig irritiert und nicht wissend, wo und wie das Signieren seiner Bücher stattfinden sollte. Irgendein Typ lief ihm voraus und zeigte ihm rasch und oberflächlich seinen Platz und evrschwand sofort wieder. Wo waren die anderen Beiden. Ich weiss nicht, ich fand das ein wenig lieblos. Es passte zu dem Gesamtbild der Veranstaltung, schnell, kurz, knapp und abhacken. Doof!
 
Wilko Johnson
Das Leben geht weiter
Heyne Verlag
ISBN: 978-3453-27081-7
19,99 Euro
 

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