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27. Mai 2017 6 27 /05 /Mai /2017 00:10

Den Beuys, den wollt ich sehen, den Film. Natürlich ist er nicht gänzlich an mir vorbeigegangen, der Beuys. Jedoch, wie so oft in der Vergangenheit, das Leben hat mich anders gebraucht und ich mich selber auch. So kam es, dass mir nur bruchstückweise einiges über ihn bekannt war. Klar, er war zu seiner Zeit ja auch ein Revolutionär, ein Herausforderer, ein Anleiter zum Widerstand, zum Achtsam sein, zum selber Denken, zum Willen vom verändern, das konnte ja auch nicht ganz an einem vorbeigehen.
 
Daher war ich natürlich sofort begeistert, als ich las, es gibt einen Film über ihn. Joseph Beuys, Fragmente einer Lebens- und Werkbiografie, hätt ich als Untertitel auf jeden Fall gewählt. Aber *Beuys* ist auch in Ordnung.
 
So machte ich mich am christihimmelvattertachstag nach einem schönen Spätnachmittag weiter mit dem Rad auf dem Weg, um diesen schönen Film im Kino anzuschauen. Ob er schön werden würde, wußte ich natürlich noch nicht. Die Menschen, mit denen ich zuvor noch einen halben Nachmittag auf dem schönen Cafeplatz in meinem ehemaligen Heimatort Köln-Nippes geplaudert, nein, teilweise heiß diskutiert habe, meinten zwar, Roeschen, bei so nem schönen Wetter geht man doch nicht ins Kino. Aber ich mache ja eh immer was ich will und vor allen Dingen, was ich mir in den Kopf gesetzt habe.
 
Immerhin, als ich mein Rad abstellte, hatte ich erstmal Augenkontakt mit einer ebenfalls sehr netten Radlerin und wir stellten unsere beider Räder nebeneinander. Klar fragte ich sie, na, welchen Film schauen sie denn an. Beuys, antwortete sie. Na dann sind wir ja schon zwei: Und so waren es doch tatsächlich vielleicht zwei Hände voll Menschen, die sich ebenfalls an diesem sommerlichen Abend hier in der Cinenova in Köln eingefunden hatten. Ich meine jetzt ist nun endlich Sommer, Sonnenschein und Eiswetter, das ist ja aber am nächsten Tag auch noch. Und ausserdem hatte ich eh einen Sonnenbrand vom langen Sitzen im Cafe, wenn ich auch unterm Schirm saß, aber das schien der Sonne egal gewesen zu sein. Demnächst werd ich, wie auf Anraten eines netten Menschen, einfach mal die Sonne eincremen. Nun ja..scherzkes
 
So saß ich wie immer, dritte Reihe, Mitte, mit meiner Pulle Wasser und wartete der Dinge, die da kamen. Ach herrlich, Kino ist einfach was Feines.
 
Und sofort war ich in den Bann gezogen. Erstens von der Art und Weise, wie der Film gedreht wurde. Ich sagte ja schon vorab, es waren Fragmente, Einblicke aus Beuys Leben. Schwarz-weiß-Fotografien verschiedener Lebenssituationen, in denen sich die Kamera immer eines herauspickte und wir dann kleine Ausschnitte zu sehen bekamen, von seinen Happenings, von Gesprächen, die er mit Jemanden führte, Ausschnitte aus Fernsehsendungen, sein Auftreten in großen Versammlungen, in denen er alle Augen auf sich richtete. Er war einfach ein unfaßbar charismatischer Mensch, dem man am liebsten für ewig hätte gern in die Augen schauen wollen. Ich habe selten solche Augen wie die seinen bei einem Menschen entdeckt. Augen ziehen mich immer an. Es ist zumeist das erste, worauf ich bei einem Menschen, egal ob Mann oder Frau achte.
 
Da teilweise die Fotos auf der Leinwand sehr groß zu sehen war, hatte ich wirklich das Gefühl, er schaut mich an, bis tief in mein Innerstes. Und ich glaube, so wie ich das im Film wahrgenommen habe und auch heute den Tag über, wo ich Stunden im Internet mir alte Videos von ihm angeschaut habe, um mehr und mehr von ihm zu erfahren, so ein Mensch war er auch. Zutiefst sensibel, hinter die Dinge schauend, suchend, fragend, entdeckend, wißbegierig oder verändern wollend. Ach einfach unfaßbar, dass es solche Menschen nicht mehr gibt in dieser Welt. Ich fühlte mich ihm direkt seelenverwandt, auch wenn ich nur eine kleine Lebenskunst- und künstlerin bin, der Niemand groß Beachtung schenkt, aber das, was in ihm war, das seelisch-geistige, da bin ich ihm nah. Nicht, dass das jetzt vermessen klingt, das ist nicht meine Absicht. Aber ich weiß schon genau, bei welchem Menschen ich mich wiederfinde.
 
Schließlich kommt es ja gar nicht darauf an, wieviele erhabene Kunstprodukte aus den eigenen Händen hervorgehen. Nein, so sagte Picasso schon, was wollen wir mit toller Kunst in unseren Wohnzimmern, Kunst habe auf der Strasse stattzufinden. Das hat auch Beuys erkannt und in seinem Leben praktiziert. Nichts anderes wollte er mit seinem berühmten Zitat: *Jeder Mensch ist ein Künstler* zum Ausdruck bringen.
 
Des Menschen ureigene Kraft zum Gestalten, zum Sein in seiner ganz individuellen Art und Weise, seinem Charakter, mit dem er am sozialen Leben teilnimmt und es gestaltet, dass ist die Kunst, die wichtig sei und daß habe er auch mit all seinen Werken den Menschen zeigen und nahe bringen wollen. Immer wieder hat er das in Gesprächen mitteilen wollen. Und ein wenig dachte ich daran, wie schrecklich gleichgeschaltet die Menschen und unsere Welt eigentlich ist und dass sehr selten bunte Vögel zu entdecken sind, die tüchtig mit ihren Farben leuchten und auf das Schöne hinweisen. In der Schönheit, so sagte Beuys liegt das Wahre. Wie recht er hat. Das Häßliche, Schreckliche, das ist von Menschen gemacht, das Schöne birgt sich in der Natur, in der ganzen Schöpfung, in einem kleinen erlebten Moment, natürlich auch in einem Gegenstand, das wollte er nicht von der Hand weisen. Aber wie weit sind wir auch in unserer Gesellschaft mittlerweile entfernt von schönen Materialien, aus denen die Dinge nicht nur des täglichen Lebens, sondern auch zur Schmückung unserer Behausung, hergestellt sind. Materialien, die noch gerne angefaßt und umschmeichelt werden, die Düfte haben, die unsere ganzen Sinne anregen.
 
Wenn ich das jetzt so erzähle, dann denkt vielleicht der eine oder andere geneigte Leser meines kleinen Filmtipps, oha, was ist denn an Fett und Filz so besonders schön. Filz, ja, das könnten wir ja noch annehmen, aber Fett? Igitt... Aber da muss man erstmal hinterschauen, warum Beuys gerade diese Materialien verwendet hat. Die Leuts haben ja einfach nur gedacht, das ist ein Spinner, der Beuys. Das habe ihm aber nie was ausgemacht, hat er in einem Intervieuw gesagt, als er danach gefragt wurde. Das wäre voll in Ordnung, meinte er, er habe sie herausgelockt und jetzt müßten sie sich beschäftigen. Er habe Aufsehen erregt. Ja Aufsehen erregen, darum ging es ihm schlechthin. Wie soll denn einen Menschen etwas erreichen, wenn es kein Aufsehen erregt. Wir brauchen Sensationen, so sagte er in einer Aufnahme, ohne Sensationen gäbe es keine Veränderung.
 
Er habe schon mit 5 Jahren eine spirituelle, innere Erfahrung gemacht, so erzählt er. Er war allein, aufgewachsen in der doch recht einsamen flachen Niederrheinumgebung in der Stadt Kleve, eines Tages mit seinem Blick an dieser Weite hängen geblieben und da hatte er die Vision, er werde vielen Menschen begegnen. Das allein sein der Grund warum er weiterleben solle. Denn, auch dass gehörte zu dieser Erfahrung, er hatte sehr sehr stark den Eindruck, er hätte schon alles von der Welt gesehen und daß mit 5 Jahren. Er könne beruhigt wieder gehen.  Aber dann hatte er diese Vision, der vielen vielen Menschen, denen er etwas zu sagen hat. Ich hab das so gut nachvollziehen können, weil auch ich als Kind ähnliche Erfahrungen gemacht habe, anders natürlich, dennoch ich weiss nun nicht mehr genau, in welchem Alter es war, aber ich wußte auch schon als Kind, wie diese Welt tickte, weil das, was in meiner näheren Umgebung geschah, geschah überall in anderer Art und Weise, das Miteinander, das Verhalten der Menschen. Daher hab ich auch früh gelernt, ein guter Beobachter zu sein.
 
Seine Materialien, Filz, Fett, Kupfer, all diese Dinge, hatten ja eines gemeinsam. Sie wärmten den Menschen, Sie brachten ihn in ein Klima, in dem er sich wohlfühlen konnte. Wärme, was wünscht sich der Mensch denn mehr als Wärme, damit meine ich nicht nur die Aussentemperatur, sondern die Wärme eines Menschen, der Menschen in seiner Nähe, der Menschen miteinander. Ein Klima, in dem schon ein Kind heranwachsen sollte, damit es wachsen und gedeihen kann, aber auch als Erwachsener, damit er weiter voran kommt, all das, was in ihm schlummert, zum Vorschein kommen kann. Ich weiß worüber ich schreibe, ich weiß, was es bedeutet, wenn die Wärme fehlt. Es ist einfach nur schrecklich und die Erinnerungen an Zeiten, wo man diese Wärme vermißt hat, sind in der Gegenwart noch immer ein Schrecken, der nie aufhört.
 
Ein Gesprächspartner Beuys fragte ihn, ob all seine Werke nicht auch ein Asudruck des Schmerzes ist. Daraufhin hielt er für einen Moment inne. Man sah ihm an, dass er nachdachte, in sich hineinschaute, nach einer Antwort suchte. Ja sicher, sagte er, natürlich auch, obwohl es seine Kindheit nicht betraf, er hatte, obwohl von seinen Eltern viel alleingelassen, eine gute Kindheit, an die er sich gerne erinnere, er hatte viel Freiheit genossen, ind er er sich entfalten konnte. Aber es gab auch etwas, dass sah man seinen Augen an, was Schmerz war. Das war zum einen seine persönliche Erfahrung im Krieg, als er mit einem Flieger abstürzte über der Krim. Sein zweiter Mann war tot, von ihm nichts mehr aufzufindenl. Ihn hatte man gerettet. Tartaren haben ihn gefunden und ihn aufgenommen und ihn in seinen Verletzungen mit Fett eingerieben. Warm sollte er es haben. Das war erstmal das Wichtigste. Dann kam er dort in ein deutsches Krankenhaus und wurde von seinen Verletzungen geheilt.
 
So hat wohl jedes Material, dass Beuys verwendet auch einen bezug zu seinem eigenen Erlebten damit, was es für ihn in einer gewissen Zeit seines Lebens bedeutet hat. Abgesehen von dem Schmerz des eigenen Erlebens sind in seinen Augen auch der Schmerz über das Weltgeschehen zu finden. Ich sah es auf jeden Fall. Der zutiefst empfindsame Beuys, der es dennoch nicht scheute sich seiner Gegenwart mit all den Geschehnissen entgegenzustellen, litt auch unter allem, was er sah. Und es war eines seiner größten Aufträge, diesen Schmerz der Welt aufzuzeigen, damit sie  umkehre, die Welt anders gestalte.
 
So ist ja auch eines seiner größten Werke versehen mit dem Titel *Zeige Deine Wunden* Ich muss gerad direkt durchatmen, wenn ich davon erzähle, denn dieses Werk hat mich am meisten berührt muss ich sagen. Sicherlich auch, weil ich selber große Wunden in meinem Leben erlitten habe. Von denen man aber nicht sprechen kann, weil sie erstens zu schmerzhaft sind, aber auch, weil die anderen es gar nicht hören wollen, die, die nicht all zu viel Wunden davon getragen haben, Sie möchten lieber nichts davon hören, was geschehen ist oder geschen kann und immer wieder geschieht. Es ist ihnen schon vom Zuhören zuviel. Daher schweigt der Verletzte vielmals lieber. Aber all das, was diese Wunde mit ihm macht, wie sie in ihm wirkt, dass muss er verkraften, aushalten und das ist nicht immer einfach.
 
Und welche Wunden trägt unsere Welt vor sich her. Unfassbare große, blutende Wunden, Kinder, Erwachsene, Verletzte, Gedemütigte, Gefolterte, unter Druck stehende, Verzweifelte, Kranke, so viel Verletzungen in unserer Welt, dass es so wichtig ist, davon zu reden, damit alle davon hören, damit das aufhört, damit es eine Wandlung gibt. Daher ...zeige deine Wunden...Ein wenig musste ich an das Christusbild denken, in dem der ungläubige Thomas zu Christus sagte, ich glaube erst, wenn ich deine Wunden berühren darf. Das ist dann noch ein Schritt weiter. Nicht nur hören, sondern die Wunden des anderen berühren. Und wo finden wir das. Die Menschen in unserer Gesellschaft drehen sich ja schon weg, wenn ein Mensch nicht dem perfekten Bild entspricht, dass er von ihm haben möchte. Unversehrtheit, Schönheitsideal, durch und durch gesund...So soll der Mensch sein. Sobald einer aus dieser Norm fällt, dreht man sich um. So heißt es ja auch in einem Christus-Lied: vor ihm verhült man das Gesicht, ein Mann mit Schmerz beladen, einer der alles Elend kennt. Davor haben die Menschen Angst. Sie sind damit beschäftigt, ihre eigene Haut zu retten, da haben sie keinen Blick für den Verwundeten übrig, geschweige denn von Hilfe. Ich schreibe das, weil das christliche Element in Beuys Werken nicht nur Einzug gefunden hat, sondern dass er sich, wie mit allem, was er tat, auch eingehend beschäftigt hat. Christus selber denken, ist ein Büchlein von ihm, dass ich auch in meinem Besitz habe und schon oft darin studiert habe.
 
Er war sehr vielseitig der Beuys. Seine Passion als Aktionskünstler entdeckte er erst nach langer Ausbildung und Studium naturwissenschaftlicher Bereiche. Er beschäftigte sich mit der Anthroposophie, wie auch mit dem Christentum und anderen spirituellen Richtungen, auch dem Schamanismus. Man sagte ihm auch selber oft das Charisma eines Schamanen nach. Natürlich wird im Film auch sein Engagement bei den damals entstandenen Grünen zur Sprache gebracht. Er hätte sich aufstellen lassen, damals, wenn es gewünscht gewesen wäre. Aber es haben ihn nur 600 Mitglieder gewählt. Aber er sprach nicht von Enttäuschung über die wenigen, er redete positiv und sagte, 600 Menschen hätten ihn beauftragen wollen, in ihrem Sinne an der Gestaltung der Politik im Sinne des Programms der Grünen mitwirken zu sollen. 600 Menschen hätten ihm vertraut. Darauf achtete er. Das hatte so dieses Geschmäckle von...schau ich, ob das Glas leer oder halbvoll ist. Das macht ihn so sympathisch, denn im Grunde war das seine gesamte Lebenseinstellung. Auch wenn in seinen Augen auch sichtbar war, dass auch dies ihn schmerzte, wo er sich hineingegeben hat mit seinem ganzen Sein. Der Mensch müsse sich verschleißen so sagt Beuys. Sonst hätte alles gar keinen Sinn. Das war radikal. Aber sein Leben war so ausgerichtet, immer voll Gas. Rund um die Uhr hat er gearbeitet. Sich reingestürzt in seine Projekte, alle Hebel in Bewegung gesetzt, organisatorisch, finanziell, um seine Aktionen durchführen zu können. Man denke nur an seine Aktion zum Anlaß der Documenta in Kassel, in der er 7000 Eichen pflanzen ließ, umgeben von 70000Steinen. Zwei Gegenpole, zwei Bilder, die für sich sprechen. Er hatte damals eine Japantour gemacht, wo er Geldgeber finden wollte, damit er dieses Projekt durchführen konnte.
 
Ich bin kein Künstler so sagte er einmal auf eine Frage. Nur, wenn wir uns alle als Künstler verstehen, sonst nicht. Er wollte das Bewußtsein des Menschen erweitern und er hatte kein anderes Anliegen, als den Menschen wachzurütteln, auf dass auch sie mit ihrem eigenen Leben den Nächsten und den Wierdernächsten wachrütteln, um ihm zu helfen, um sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen in der Bewusstseinserweiterung, die einzig und allein nötig ist, um etwas zu verändern. Seine Werke könne man getrost auch zum Fenster rauswerfen. Seine Werke seien nur Mittel einzig und allein um dieses Zieles willen, die Menschen zu bewegen.
 
Humorvoll war er, unbedingt, ein fröhlicher Mensch, der unter all seinem Schmerz die Freude und den Humor nicht verloren hat, ohne das ihm ein Leben unmöglich gewesen wäre. Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen, so fragte er einmal in die Runde. Herrlich. Ich finde, das sagt auch sehr viel aus. Denn, verbissen und verkrampft kommt kein Mensch ans Ziel. Das wußte er. Mit Humor, mit Lachen und mit Freude wollen wir etwas bewegen und zwar auf die Zukunft hin, das war sein Ziel. Und da war ihm jede Provokation auch recht. Denn Provokation war für ihn nicht negativ beladen, Provokation, das war ein Zeichen dafür, dass etwas lebendig wurde. Daher ist es auch eine Botschaft an uns heute, fragen wir doch, merken wir auf, heben wir die Hand, auch wenn es noch so gefährlich, möglicherweise vielleicht auch peinlich ist, weil wir alleine dastehen und vielleicht doof aussehen, aber jedenfalls, auch wenn wir mit irgendetwas vielleicht falsch gelegen haben, es schafft Lebendigkeit, Bewegung, Kommunikation, was auch immer.
 
Nicht zu vergessen seine wunderbare Aussage, die sich noch einmal darauf bezieht, dass jeder Mensch ein Künstler ist. Denn die erste produktive Kreativität des Menschen ist sein Gedanke. Der Gedanke der dazu anleitet, ihn umzusetzen und somit zu gestalten. Daher ist für ihn der Gedanke Kunst, eine Plastik. Wunderbar diese Aussage. Also, ich meine Beuys ist tatsächlich so, wie es im Film auch gesagt wurde, aktueller denn je.
 
Man, was wäre das wunderbar, wenn er noch leben würde. Ich komme aus dem Nachdenken nicht heraus, was er heute in unserer Zeit noch alles zustande bringen würde und könnte. Aber er hatte sich verschleißt, mit 65 Jahren. Schade!

"Er tat in Wahrheit immer das Andere, immer das was scheinbar abwegig war – 100 Tage auf der documenta reden, sich in Filz einwickeln, stundenlang auf einem Fleck stehen, mit einem Kojoten zusammenleben, Leuten die Füße waschen, Gelatine von der Wand nehmen, den Wald fegen, dem toten Hasen die Bilder erklären, eine Partei der Tiere gründen und das Messer verbinden, als er sich in den Finger geschnitten hatte.“ (Stachelhaus)
 
Ein sehenswerter Film, der Hunger auf mehr macht. Und wenn ich heute schon den tagüber nach ihm und üpber ihn geforscht habe, werde ich mirt morgen mein Büchlein vom Stachelhaus abholen, um weiter in seinem Leben zu wandeln, mich von ihm inspirieren und anregen lassen.
 
Schaut ihn Euch an!
Und ja, macht was aus Eurem Leben. Kleine Feuerwerke, Kunstwerke, tanzt ruhig mal durchs Leben, springt, singt, hüpft, sprecht den Nächsten an, redet mit ihm, macht irgendwelche anderen verrückten Sachen, damit es aufhört mit dem eintönigen gleichgeschalteten Leben, in denen alle das selbe tun und konsumieren.

 


 

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Published by Fernweh - in filmkritiken
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