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10. Oktober 2008 5 10 /10 /Oktober /2008 20:11

Es gibt tatsächlich auch Gelegenheiten, an denen ich mich ab und zu mal ärgere, nein geradezu empört bin!
 
Wie jeder Mensch muß ich beizeiten ja mal zur Post oder in die Sparkasse oder eine andere Bank des "Vertrauens"! Vor allen Dingen auch aus beruflichen Gründen! Geld wegbringen, Wechselgeld holen, Pakete abschicken und da sind mir in der letzten Zeit ein paar Begebenheiten aufgefallen, die mich dazu veranlaßt haben, einfach mal einzugreifen und meiner Empörung Luft zu verschaffen!
 
In einer Postfiliale:
Mal wieder eine Schlange ohne Ende, Wartezeiten von bis zu 10 Minuten, was im grunde nicht so tragisch ist, kann man ja seinen Gedanken nachgehen und ein bißchen innehalten! An einem Schalter steht eine ältere Dame! Sie will, so wie ich das mitbekomme, Geld von ihrem Sparbuch abholen! Könnte rein theoretisch ganz normal, ohne Komplikationen ablaufen! Der übereifrige Postbeamte nimmt das aber zum Anlaß lautstark mit der älteren Frau über ihr Vermögen zu diskutieren. Schlägt ihr vor, sich doch einmal zu überlegen, ob Sie nicht ein anderes Anlegesystem wählen möchte. Ja richtig gelesen, ich stehe an der hintersten Stelle der Schlange und bekomme Wort für Wort mit, was er ihr empfiehlt, sogar die Beträge werden genannt. Ich merke, wie ich gereizt darauf reagiere, vor allen Dinge, weil ich mitbekomme, dass die ältere Frau dem völlig hilflos ausgeliefert ist.
 
Als ich dann an die Reihe komme, einen Schalter daneben, denke ich jetzt oder nie! Ich spreche die Kollegin des betroffenen Postbeamten an und teile ihr mit, dass ich es ziemlich unverschämt finde, so laut und deutlich über die persönlichen Geldgeschäfte der Kunden durch den Postraum zu debattieren! Schließlich weiß man doch nie, wer da so alles herumlungert und darauf wartet, insbesondere älteren Menschen auf der Lauer zu liegen und ihnen dann beim Heimgehen mal schnell die Tasche wegzureißen oder sie zu verfolgen, um durch irgendeinen anderen Betrug an ihr Geld zu kommen.
 
Andere Situation in einer kleinen Bankfiliale. Ich stehe in der Reihe, vor mir noch zwei andere Kunden. Am Schalter vor uns steht ein Mann und möchte von seinem Konto Geld abheben. Es folgt die Eingabe in den Computer und da stellt sich heraus, dass er keinen zur Verfügung stehenden Betrag mehr ausweist. Auf das ungläubige Erstaunen des Kundens entgegnet der Bankangestellte, er habe eine Pfändungsanweisung auf seinem Konto! Jetzt entsteht ein Gespräch über Grund und Höhe dieser Anweisung. Es wird sehr privat. Mir ist das peinlich. Ich kann regelrecht die Gedanken der umstehenden Kunden in ihren Gesichtern ablesen. Der betreffende Mann hat mein ganzes Mitleid. Seine ganze Misere wird hier vor aller Augen öffentlich gemacht. Muß das sein!
 
Früher war das so, man ging an den Schalter um sein Geld abzuholen oder evtl. einzuzahlen. Hatte man noch sachliche technische Fragen, wurden die kurz und knapp beantwortet. Ergaben sich Schwierigkeiten, wurde man gebeten einen Moment zu warten oder der Angestellte verwies auf einen Kollegen, der einen dann mit in einen dafür vorgesehenen Bereich nahm, um alle Fragen zu klären. Bei der Sparkasse erlebe ich das auch oft noch so, aber bei den kleineren Filialen der Banken scheint das nicht mehr an der Tagesordnung zu sein! Ich finde es ehrlich gesagt taktlos und auch gefährlich, so deutlich und klar in aller Öffentlichkeit mit Kunden eventuelle Probleme zu erörtern. Da müßte m.E. eine klare Trennung gezogen werden. Merkwürdigerweise kommen von den Betroffenen gar keine Beschwerden diesbezüglich. Sind sie schon so daran gewöhnt, dass dieses Verhalten ein Eingriff in die Intimsphäre ist? Oder trauen sie sich gar nicht, aufzumucken, weil sie durch die Bloßstellung des Angestellten sowieso schon alle Blicke auf sich gezogen haben.
 
Bin ich vielleicht zu empfindlich oder mal wieder zu kritisch? Sprechen die Banken nicht oft in ihrer Werbung von "der Bank ihres Vertrauens"! Aber wo soll ich denn da Vertrauen haben, wenn schon die Mitarbeiter nicht einen Funken Anstand haben, wenn es um meine finanziellen Probleme geht? Lernen die das nicht mehr oder ist das ganz einfach schlicht und ergreifend ein Problem von Personalmangel? Gerade in den kleinen Banken wird immer mehr sichtbar, dass Personal reduziert wird und viele Dinge nur noch über einen Ansprechpartner zu regeln sind.
 
Ich finde schon, dass man das ändern sollte, ich meine gemessen an den Problemen der Welt ist das vielleicht ein kleines Alltagsproblem,aber es geht doch hier auch um die Würde und die Sicherheit des Einzelnen.

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