Artikel teilen! Was geht?: Was geht? So heißt heut die Frage, die Jugendliche sich stellen, wenn sie sich unerwartet Jemanden treffen. Hab ich jetzt schon mehrm ...
Was geht? So heißt heut die Frage, die Jugendliche sich stellen, wenn sie sich unerwartet Jemanden treffen. Hab ich jetzt schon mehrmals beobachtet bzw. gehört oder bin eben selber so befragt
worden.
Was geht? Hm... Neulich fragte mich ein Jugendlicher, genauer gesagt ein junger Azubi. Was geht, Frau Röschen? Hm ja... Ich verdutzt vor mich hinschauend, eigentlich sonst um keine Antwort
verlegen, wußte nicht so recht, was ich darauf antworten sollte.
Was geht? Hm..dachte ich, was meint er wohl mit der Frage. Wie meinen? fragte ich zurück. Naja...meinte er, wie es so geht und was so geht, seine Aufklärung.
Aha... ich hab verstanden. Lagebericht meiner Befindlichkeiten! Privat oder beruflich, meine Frage an ihn. Och, meinte er, kann auch Beides sein und zwinkerte mir zu:-)
Aber was sollte ich ihm antworten. Ich meine, ich wollte eigentlich nicht wirklich dem jungen Azubi meine Befindlichkeit, privat oder beruflich, mitteilen. Antworte ich also, es geht so.
Es geht so..., ach, meint er, das ist doch in Ordnung. Besser es geht so, als "es geht nichts". Das war´s, freundlich aber entschieden gingen wir weiter unserere Wege.
Geht doch, dachte ich, wo ich sonst ja immer ein offenes Buch bin;-)
An unserer Stechuhr angelangt, Karte gezückt, rückt von hinten ein älterer Kollege heran und fragt doch ganz unverblümt:" Was geht, Frau Roeschen?" Vor lauter Schreck hab ich fast die Karte aus
der Hand verloren. Ich drehte mich rum und sagte, wenn mich jetzt noch einer fragt "Was geht", dann geht gar nix mehr! Das sagte ich ihm auch. Und erklärte dann aber doch, warum, wieso, weshalb
ich mit dem "Was geht" nicht so klar komme. Noch nicht jedenfalls.
Dennoch, so während der Arbeit, grübelte ich über diese Begrüßungsform nach.
Was geht? So geht das also heute mit der Nachfrage, ernstgemeint oder einfach nur so als Begrüßungsfloskel. Ähnlich wie man in Kölle sagt:" Und? Wie jeht et?" Der Antwortende:" Jut!" Wieder der
Andere:" Und sonst so?" Der Antwortende:" Auch jood":-) Na dann...bis bald mal.
Ich weiß jetzt auf jeden Fall Bescheid, wenn nochmal die Frage an mich geht:" Was geht?" Dann liegt es nur noch an mir, herauszufinden, obs der Andere wirklich wissen will und wenn ja, dann kann
ich loslegen, wenn ich will, natürlich;-)
Was geht...hm ja...´muß ich mich nun daran gewöhnen? Aber eigentlich mag ich es nicht wirklich, ich meine, das mit der Jugendsprache im fortgeschrittenen Alter,-)
Aber neulich, da hab ich´s mal ausprobiert mit dem "Was geht":-) Ist mir einfach so herausgerutscht, war nicht wirklich überlegt. Da sieht man mal wieder, wie man manipuliert wird,-) Kam ich an
einer Baustelle vorbei, mit dem Freund meines Vertrauens. Buddelten die da herum, mitten auf dem Weg, dickes Loch im Boden. Neugierig wie ich bin, kam dann auch spontan:Was geht?":-)
Und was denkt man, mir ganz plötzlich bewußt werdend, hallo Roeschen, blöde Anrede, blöde Frage, völlig unangebacht, so spricht man doch nicht mit erwachsenen Leuts:-). Die verstehen das doch
genauso wenig wie du.
Hatte ich mich aber getäuscht. Hat der sofort drauf reagiert, der Bauarbeiter. Fing sofort an, mir alles zu erklären, warum, wieso, weshalb, was da im Argen liegt und wie lange man noch bräuchte
für die Reparatur.
Artig bedankte ich mich. Still vergnügt vor uns hinguckend wandelten wir von dannen. Siehste, sagte ich zum Freund meines Vertrauens. Geht doch, mit dem "Was geht"...Selbst im Alter...Nur ich
wußte nicht Bescheid, tse,tse...
Was geht...soll ich mich jetzt daran gewöhnen? Oder bleib ich lieber bei meinen Leisten und beginne höflich, wenn ich jemanden treffe mit "Guten Tag (Herr oder Frau Sowieso, falls ich ihn
kenne);-), und dann erst "Wie geht es Ihnen?" Aber vielleicht werd ich dann doch bald schief angesehen, weil ich nicht auf dem Laufenden bin. Auslaufmodell, auch sprachlich, tse, tse...
Nee...ehrlich...eigentlich geht "was geht" gar nicht;-)