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20. Oktober 2008 1 20 /10 /Oktober /2008 08:42

Giganten, damit sind meistens Riesen gemeint. In der griechischen Mythologie bedeutet das Wort, die aus der Erde geboren sind! Sie hatten zwar eine Menschengestalt, liefen aber auf Beinen, deren Form an Schlangenglieder erinnerten und ruderten mit vier Armen. Man konnte sich ihnen nicht entziehen, wenn man einmal in ihr Netz geraten ist. Ein Gigant war aber auch ein deutsches  Transportflugzeug aus dem zweiten Weltkrieg mit Namen Messerschmidt Me 321.  Im Jahre 1915 nannte man  ein halbstarres Luftschiff , dass schon vor seiner ersten Fahrt zerstört wurde. Giganten sind also Superlative! Weit,weiter, hoch, höher, schnell, schneller, groß, größer.

Nun nenne ich die zwei Herren, die in Bonn um den Titel des Weltmeisters in der Denksport-Disziplin kämpfen, auch einfach mal "Giganten". Denn für mich sind sie Giganten .

Kämpfen, ruhig bleiben, Strategien entwickeln, zu wissen, was der Gegner im nächsten Atemzug tun wird, ihn von A bis Z zu durchschauen, alles von ihm zu wissen, was er jemals gesagt, getan und möglicherweise sogar denken könnte. Das ist einfach gigantisch.

Und nun sitzen diese beiden Giganten, Visvanathan Anand, auch Vishy genannt, seit 2007 Weltmeister dieses Königs-Denksportes, geboren 1969 in Madras/Indien und Vladimir Kramnik , geboren 1975 am schwarzen Meer/Russland, bis 2007 der amtierende Weltmeister, sich gegenüber und versuchen diese o.g. Kunst zu beherzigen, zu beherrschen, dem Gegner keinen Spielraum für eine Taktik zu ermöglichen, die ihnen wiederum einen Nachteil einbringen könnte oder gar eine Bedrohung darstellen könnte.

Sie wohnen im gleichen Hotel, gehen sich aber möglichst aus dem Weg, ja vermeiden bewußt den Kontakt außerhalb des Spiels, weil sie in Sorge sind, der Gegner könnte vielleicht eine Geste, eine Mimik, oder gar die Ringe unter den Augen als Folge einer mit unzureichendem Schlaf ausgestatten Nacht bemerken und sie schamlos ausnutzen. Und wenn sie sich dann gegenübersitzen, wird jeder all die Besorgnisse, die ihn dann doch möglicherweise im Inneren belasten, hinter einem klaren, ruhigen, stoischen Pokerface verstecken. Vielleicht ein bißchen spielen, sich zurücklehnen, einen Touch länger die Bedenkpause benutzen, als vom Gegner gedacht, sich wieder nach vorne beugen, um einen vielleicht dann doch nicht vom Gegner zu erwartenden Zug zu machen, der diesen wiederum aus dem Gleichgewicht seines Denkens bringt, was er sich natürlich ebenfalls, mit ruhigem, gelassenen und stoisch aufgesetztem Pokerfache, nicht anmerken lassen wird.

Ja, sie beherrschen eine Kunst, die mich unglaublich fasziniert, weil sie doch auch die Möglichkeiten aufzeigen, die ein Mensch im Denkprozeß entwickeln kann, und deren Grundlage eine allseits und stets von vorne bis hinten gut durchdachte Strategie ist, wie man mit schnellsten Mitteln zu einem Sieg gelangen kann! Ich meine, von Schachspielern kann man eine Menge lernen für das ganz alltägliche Leben.

In der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn findet vom 11. bis 30.10. die Weltmeisterschaft der Giganten statt. Ich hab mir sagen lassen, der Preis der Eintrittskarten liegt bei 150,00€. Wow! EIn stolzer Preis! 12 Partien reinen Denkens, reinen Kalküls, reinen, fairen, sportlichen Wettbewerbes, in einer Disziplin und Art eines Sportes, der leider, wie ich finde, zu wenig in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit findet. Warum eigentlich? Klar, im Gegensatz zu allen anderen Sportarten findet man das, wonach der Mensch normalerweise sucht, Action, Körperkampf, Emotionen, positiv wie negativ, natürlich nicht. In den Stadien der Fußball und Eishockeygiganten finden sich Tausende Menschen an jedem Wochenende ein, in der Kunst- und Ausstellungshalle vielleicht mal ein paar Hundert, die im abgedunkelten Raum jedoch mit ihrer Spannung, mit ihren ruhigen, wenn sicher auch starken, mitfiebernden Emotionen im Inneren, den Kampf dieser beiden Giganten mit Spannung verfolgen. Und auch für die, die gedanklich nicht folgen können, weil nicht so sehr weit fortgeschritten in der eigenen Kunst des Schachspiels, gibt es eine Möglichkeit, zu verstehen, mitzuverfolgen. Denn in einem Nebenraum wird das Spiel der Beiden auf einer Großleinwand gezeigt und ein Moderaor erklärt jedem Zuschauer die von Anand und Kramnik gespielten Züge, ja er erklärt ebenfalls welche Taktik beide Spieler verfolgen und versucht aufzuzeigen, welche Züge wohl in den nächsten Stunden zu erwarten sind. Also auch für den noch Ungeübten oder weniger Beherrschenden dieses Sportes ein Genuß.

Ich verfolge es jedenfalls mit Spannung! Spannung? Wie kann ich  von Spannung zu diesem doch rein äußerlich gesehenen Sport, der keine Bewegung, keine Emotion, weder positiv noch negativ zuläßt, sprechen? Aber für mich ist es Spannung pur, zu sehen, über welche Möglichkeiten der Mensch verfügt in der Kunst des Beherrschens seiner Gefühle, der Kunst des Denkens und der Strategienentwicklung. Wo es plötzlich Überraschungen gibt, wo man eigentlich keine mehr erwartet. Auch das lernen wir vom Schachspiel. Der Mensch ist immer für Überraschungen gut, gerade dann, wenn man sie nicht erwartet.

In diesem Sinne schauen Sie doch einfach einmal rein, lassen sie sich mitreißen vom Kampf der Giganten ganz anderer Art. Man kann es im Internet verfolgen oder eben wie heute Morgen die Neuigkeiten in der Sportausgabe des Kölner Stadtanzeigers mitverfolgen. Es lohnt sich! Absolut!

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10. Oktober 2008 5 10 /10 /Oktober /2008 20:22

Ich lümele auf der Couch, um mich von den Strapazen
der gestrigen Geburtstagsfeier zu erholen und schalte den Fernsehr ein. Im Nebenzimer läuft der Fernseher, mit dem üblichen Samstagnachmittagprogramm: Fußballbundesliga. Beim Zappen durch die Programme bleibe ich beim WDR hängen und dort läuft gerade das Handballspiel Deutschland gegen Frankreich.
 
Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir noch nie ein Handballspiel angeschaut. Und den Sportteil überfliege ich dann auch oft, wenn es sich nicht gerade um Fußball und den FC handelt. Aber jetzt werde ich ganz schön aus meiner Lethargie herausgerisen und ich entdecke, dass Fieber ansteckend ist und sich auch auf andere Sportarten ausbreiten kann. Denn was sich da vor meinen Augen abspielt, ist ein wahrer Krimi.
 
Gut, ich kann den Regeln nicht so schnell folgen, aber ich sehe ein unglaublich spannendes Spiel, das angefeuert wird von einer tobenden Masse in der Dortmunder Halle. Die Tore fallen so schnell, dass ich es nicht fassen kann. Und überhaupt es ist schon manchmal sehr schwer dem Geschehen zu folgen, wenn sich da drei,  vier Mann verknoten im Gerangel. Aber den athletischen Spielzügen zu folgen ist eine wahre Augenweide.
 
Und so werde ich immer weiter in das Spiel hineingezogen. Die Gegner holen auf und Zuschauer sowie am Rande stehende Spieler und Trainer halten den Atem an. Zwei Minuten noch, es braucht noch ein Tor, das Spiel, um den Gewinn zu sichern . Die Gegner haben zwei Chancen, aber dieser Torwart Fritz ist ein Genie. Er behält die Nerven und hält zwei geniale Bälle! Was für ein Aufatmen! Und dann kommt das ersehnte Tor. Ein Taumel, ein Jubel, Freude pur. Auch ich habe den einen oder anderen Schrei gelassen und meine Jungs von nebenan angesteckt, sie hatten in der Zwischenzeit auch den Kanal gewechselt.
 
Ich glaube, ich gehe hin, am Dienstag, denn wir sind im Viertelfinale! Hoffentlich gibt es noch Karten! Und übrigens der Reporter war klasse! Er hat sich von der Begeisterung anstecken lassen und trotzdem souverän und fachlich gut moderiert, so daß ich am Ende ein bißchen mehr weiss über Handball. Ich kann nur eins sagen: schaltet das Fernsehen ein am kommenden Dienstag und laßt Euch anstecken von einer anderen Art Ballspiel. Oder ist das bisher nur an mir vorübergegangen. Schade, daß das Geschehen der Handbal-WM so wenig Beachtung findet. Denn bisher habe ich noch nie jemanden in meinem Umkreis davon reden hören, aber das wird sich jetzt ändern!

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10. Oktober 2008 5 10 /10 /Oktober /2008 20:06
Männer und Fußball! Ein weites Thema! Viele Pauschalurteile! Aber manche bestätigen sich! Bei meinen Männers sehe ich das immer wieder. Nicht ansprechbar, die Bande, wenn Fußball läuft. Wenn es dann um den FC geht, ist absolutes Redeverbot. Türen geschlossen und die nachfolgenden Tage fortwährendes Analysieren der letzten Spiele! Familienfeiern? Kaum eine halbe Stunde ist vergangen, schon sitzen sie beisammen die Männer. Thema FC!
 
Magic kommt, schreibt und siegt! Worüber? Na klar, der FC! Aber wie? In so netter Art und Weise, dass man es nur jedem weiterempfehlen kann, zu lesen. Wenn man hier so manchmal von dem einen oder anderen die Gedanken liest zum Thema Blog-Sucht, kann da von Magic ja keine Rede sein. Ich stelle mir immer vor, wie er zuhause ein neues Thema vom FC aufgreift, sich hinsetzt, den Rechner anmacht und dann loslegt. Einloggen, abtippen und Auf Wiedersehen! Andere Blogger! Kenn ich nicht? Ist sein Beitrag dann erschienen, geht es los, ein wahre Zugriffansturm in Magic´s Beitrag. Zu Recht, will ich nur sagen! Auch ich schau ihn mir immer wieder mal an und muss jedes Mal herzlich lachen! Seine FC-Begeisterten Fans werden es ihm gleichtun, einloggen, Magic lesen, ausloggen, das war?s! Männer und Fußball!
 
Na ja, ab und zu hört und sieht man ja nun auch schon mal, dass Frauen ähnliche Züge zeigen! Bin ich dafür, Gleichberechtigung auf jedem Gebiet! In den Stadien sieht man ja auch immer mehr fußballbegeisterte Frauen!
 
Trotz allem, ist es wirklich so, dass die Männer über den Fußball ihre Frauen vergessen?
 
Neulich kam mein Sohn nach Hause. Er war mit der KVB unterwegs zurück von der Uni. In der Bahn saß er hinter zwei original kölschen Frauen, wie er berichtete. Nun wurde er Zeuge folgenden Gesprächs:
 
Die beiden Damen unterhielten sich über Mode und den Friseur. Irgendwann kam wohl zur Sprache, dass die eine mit ihrem Mann beim FC war. Sie erzählte nun der anderen folgendes:
 
Sagt die eine:“War ich doch mit dem Peter gestern beim FC! Wir saßen ziemlich weit oben. Der Peter war weg, kann ich Dir sagen! Sagt der doch plötzlich zu mir, schau Dir doch mal den Alpay an, der hat doch niemals richtig trainiert. Der ist ja dicker geworden! Sag mal, kannst Du Dir das vorstellen, wenn ich vom Friseur komme, dann sieht der das nicht auf 20 cm Entfernung, aber wenn der Alpay dicker geworden ist, kann der das auf kilometerweite Entfernung erkennen“!
 
Mein Sohn musste einen Brüller unterdrücken und er lachte noch, als er mir das erzählte. Das ist eine wahre Geschichte und ich glaube jetzt doch an das Pauschalurteil:“Männer und Fußball“, vor allen Dingen „Männer und der FC!“
 
Die ganze Geschichte erzählten sich die beiden Frauen natürlich ihrer Art entsprechend auf Kölsch, da ich der kölschen Rechtschreibung aber nicht Herr bin, hab ich das lieber gelassen!

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