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Ich schreibe einfach gern:)

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Pudelwohl missmutig sein :)



Es soll ja Menschen geben, die kennen das nicht. Das Gefühl. Missmut. Die sind immer auf dem Level...ich bin immer ausgeglichen...alles fliesst...oder es ist wie es ist...Karma Baby,-) doch eher wohl Drama Baby,-) Ich weiss es nicht, ich kann das nicht.

Also, um das klar zu stellen, meistens denk ich zwar nicht so, aber ich bin so. Ausgeglichen. Nichts, dass mir die Ruhe weg nimmt. Deshalb mag ich mich auch so,) Dennoch ist es auch ok,  wenn ich mal so richtig missmutig bin. Weil...das ist nämlich so....Wenn mich mal der Missmut erwischt, dann fühl ich mich so herrlich erfrischt. Zugleich auch pudelwohl oder sauwohl. Eigentlich egal, welches Tier dafür nun herhalten muss,-)  Ja, genau, sich bei Missmut saupudelwohl  zu fühlen, ist ein herrlich Ding. Ich kann das so richtig zelebrieren dann. Ich merk ja, dass er da ist, der Missmut und muss zugleich auch über ihn lachen. Wahrscheinlich weil ich gar nicht richtig mit ihm verbunden bin. Und ernst nehm ich ihn schon mal gar nicht.  Ich sag dann einfach, ok, lieber Missmut, hold the line,-) Ich warte.

Manchmal gibt es ja so Tage, Momente oder eben einen dreiviertel Tag. Da ist es einfach nicht so, wie es sonst immer ist. Ausgeschlafen bin ich aufgewacht. Ich gucke in die Welt und da ist er einfach da, der Missmut. Ich kann es gar nicht benennen. Der sitzt dann einfach wie ein Floh auf mir, dieser Missmut und sticht mich. Sprich, er ist einfach da, obwohl ja eigentlich alles ok ist. Also, als ich ihn entdeckte den Missmut heute morgen in mir  da auf der Bettkante, da war ja gar nix passiert. Ich hatte eine angenehme Nachtruhe.

Ich beschloss einfach nach einem Grund zu suchen. Das mach ich immer so. Irgendwo muss der ja hin oder herkommen,-) Ich machte also die Balkontür auf, streckte meine Nase raus, um zu prüfen was ist zum Laufen draussen heute angesagt. Dick oder dünn. Und schon im nächsten Moment war mir klar, es ist das Wetter. Genau. Es muss das Wetter sein. Es ist einfach aschkalt.  Nö,  ganz echt jetzt, ich hab die Nase voll vom kalten Wetter. Ich brauch jetzt endlich wieder Sonne. Und zwar viel Sonne. Und Wärme. Und nicht mehr so viel anziehen müssen. Zwiebelprinzip, alles gut und schön. Ich hab keine Lust mehr, sagte der Missmut. Es ist so mühselig.

Natürlich hab ich den Missmut reden lassen und bin raus und meine Runden gelaufen. Missmutig natürlich. Das hebt sich ja nun nicht so schnell auf. Missmutig zog ich meine Runden und fühlte mich saupudelwohl,-)

Zuhause angekommen hatte ich wirklich vor, ich schwöre, ich wollte ihn nun wieder in den Schrank stellen. Den Missmut. Anscheinend meinte er jedoch, seine Zeit sei noch nicht reif. Mein Kompromiss war, ihm noch bis nach dem Duschen Zeit zu lassen. Wasser soll ja angeblich alles neu machen. Spül ihn einfach weg, den Missmut, so dachte ich. Gib ihm blosas keine Nahrung mehr, woran er sich gütlich tun kann.

Trotzdem...diesem Missmut ist nicht so leicht beizukommen. Der sucht sich seine Gründe, um einfach noch ein wenig länger zu verweilen. Und der findet die auch unter einer Dusche wenn es sein muss.  Jedenfalls bei mir war es so, heute. Ich hatte ihn fast vergessen, den Missmut und plötzlich macht es peng. Das Wasser von oben war weg. Damit hatte ich nicht gerechnet und war für ein paar Sekunden völlig handlungsunfähig. Ehrlich so war es. Weil, es ist ja so, wenn etwas geschieht, womit der Mensch nicht rechnet, kann es passieren, dass er stocksteif da steht und nicht weiss, was zu tun ist. Reaktionsarm oder gar reaktionsunfähig, so werden diese Zustände ja bezeichnet. Da passiert erst mal nix. Ich stand auch recht doof da und suchte nach dem Duschkopf. Das Wasser lief ja noch, nur nicht bei mir. 

Nach gefühlten 5 Sekunden sah ich, wie er sich aus der Befestigung gelöst hatte und seinen Strahl gen Himmel, also Richtung Decke spritzte. Das doofe Ding. Ich griff nach ihm und er zappelte in meiner Hand vom starken harten Wasserstrahl, so dass  es eine Weile dauerte, bis ich ihn wieder in der dafür vorgesehenen Befestigung sicherte. So. Alles gut, dachte ich jedenfalls.

Aber dann sah ich erst die Bescherung. Das Wasser hatte sich den Weg von der Decke herab auf den Boden, an die gegenüberliegende Tür, Spiegel, Waschbecken, bis in meinen Flur hinein gesucht. Schöner Schlamassel. Ich merkte, wie der Missmut sich ungeheuer freute. Er lachte mich gerade zu aus. Schwapp, schwapp lief ich mit nackten Füssen auf den Balkon und holte den Wischer um zu verhindern, dass sich der kleine Wasserfluss noch weitere Wege suchte. Und während dessen schimpfte und fluchte ich wie ein Berserker. Ich kann das nämlich so was von gut, wenn auch selten. Aber dann so richtig. So, dass ich mich dabei saupudelwohl fühle,-)

Mit diesem unausweichlich immer noch herrschendem Mitbewohner des Missmutes in mir, suchte ich meine Sachen zusammen, zog mich an und beseitigte den Rest der Schäden, die Gott sei Dank nicht nachhaltig waren. Glück gehabt. So dachte ich jedenfalls. Alles im grünen Bereich. Aber so sind die Dinge nun mal. Es gibt ein Gesetz der Fortsetzung unglücklicher Um- oder Misstände. Kommt das eine, zieht es das andere nach sich. So wie heute Morgen. Manchmal jedenfalls. Bei mir war das so, heute. Nachdem ich wie immer, ohne gross drüber nach zu denken, den Lichtschalter zum Badezimmer  betätigte, musste ich feststellen, rien ne va plus. Nix ging mehr. Ich stand sozusagen im Dunklen. Nacht Mahlzeit, na dann...Das eben auch noch. Mir war es jetzt egal. Dann muss es eben ohne Licht gehen. Ging ja auch. Und so machte ich mich weiter an all das, was ich zu tun hatte.
 

Ich überlegte kurz,o b ich mein Versprechen einhalten sollte, dem Sohnemann seinen gestern vergessenen Musikplayer samt Kopfhörer zu bringen. Ein Moment der Unsicherheit in mir. Wegen dem Missmut, verständlich. Wer will schon einem andern missmutig begegnen,-) Dann dachte ich, egal, das muss er aushalten, der Sohn und die anderen auch, pfff... Mir doch egal,-) Ich beschloss nicht mehr abzuwägen, schliesslich sollte auch der Wocheneinkauf im Supermarkt meines Vertrauens erledigt werden. Und ein Buch hatte ich ebenfalls bgestellt, gestern, das nun heute auf Abholung wartete. Vielleicht war es auch das Buch, dass mich letzten Endes ganz befreite von irgendwelchen Zweifeln. Möglicherweise war es der Titel des Buches *Die drei Sonnen* Weiss mans,-) Sonne konnte ich wirklich jetzt gebrauchen. Und die schien da draussen, obwohl es weiterhin eisig kalt und zugleich auch noch stürmisch war.
 
Und so machte ich mich missmutig auf den Weg über den Rhein. Ich lief und lief und während des ganzen Weges guckte ich mürrisch vor mir her. Soll mir jetzt bloss keiner doof kommen. Dem sag ich so was von bescheid. Und in meiner Missmutigkeit fand ich auch alles doof. Es gab einfach nix, was mir den Missmut nun mal langsam abnahm. Wer will den denn auch schon,-) Das gute am Missmut ist ja, wenn du läufst, du kommst schneller voran. Ist so. Jedenfalls bei mir. Ich hab dann einen Schritt drauf, der ist wahrlich meisterlich. Wird mir jedenfalls nachgesagt,-)
 
Beim Sohnemann dann endlich angelangt, klingelte ich. Er machte die Tür auf und mein Missmut besaß die Frechheit nicht guten Tag zu sagen oder ihn wie sonst stürmisch zu drücken und mich zu freuen. Ne, ich lief direkt an ihm vorbei, in die Küche, zog die warmen Sachen aus, schmiss sie auf einen Stuhl, stellte die Tasche ab und sagte zu ihm: Du...paß mal auf, ich bin so was von missmutig Sohn:)
 
Und während ich hier schreibe, in diesem Moment, bricht genau das selbe Lachen aus mir heraus, wie es den Sohnemann und mich in diesem einen kleinen Moment befallen hat. Wir standen beide in der Küche, sahen uns an und haben erstmal herzhaft losgelacht. Und wißt ihr was? Da war der weg. Der Missmut. Ganz plötzlich. So wie er unverhofft und aus dem Nichts gekommen oder entstanden ist, war er plötzlich im Nirwana verschwunden. Ich fand das direkt ein bisschen schade. Ich hatte mich gerade so an ihn gewöhnt. Er fühlte sich so herrlich lebendig an:) Alle mal ist er mir nicht unsympathisch. Der Missmut. Von Zeit zu Zeit kann er mir ruhig mal einen Besuch abstatten. Schon wegen dem Lachen, danach:)und auch zwischendurch. Denn eigentlich ist der echt zum Lachen, der Missmut. Man darf ihn einfach nicht ernstnehmen. Dann hat man ihn schon besiegt und kann ihm sagen, na gut, dann komm, wir spielen ein wenig missmutig sein:)
 
Und warum ich den Kwatsch jetzt eigentlich erzähle, ist doch nur, weil ich sagen will. Habt Mut zum Missmut! Oder: Keine Angst vor Missmut! Der tut ja nix, der will nur spielen,-) Und...ist doch so...Manchmal verspeist man den Bären und manchmal wird man eben vom Bären verspeist. Cést la vie...So ist das Leben:)
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