Ich schreibe einfach gern:)
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Was dem Christen die Osternacht bedeutet:
Die Nacht der Nächte!
Jetzt bereitest du dich schon seit Tagen vor. Mehr oder weniger hast du gefastet, meditiert, den Geist versucht von allem Schweren zu befreien. Deine Gedanken scheinen jetzt wieder klarer. Die Fußwaschung war schon der Anfang. Dem Gegenüber willst du dienen. Nicht du, sondern "Er"! Schwer, du weißt es, aber du versuchst es jeden Tag neu.
Karfreitag, nicht mehr düster und dunkel für dich, denn du weißt ja, es gibt Auferstehung! Sie da! Der Mensch! sagt Pilatus und zeigt auf ihn, den Geknechteten.
Siehe da! Der Mensch!
Und wenn man auch nicht Christ ist, dieses Bild, diese Geschichte, ist für Jeden. So vieles erzählt sie von Dir und von mir. Was ist der Mensch? Wer ist das Gegenüber, mit dem du gerade sprichst? Wie beurteilst Du ihn, obwohl Du nichts von ihm weißt.
Nicht ahnst, dass er schon so vieles erlitten und erduldet hat. Schon so viel gekämpft, schon so viele Momente in seinem Leben, wo er nicht mehr wollte. Und doch? Tapfer, wie ein Krieger des Lichts, hat er sich den Dunkelheiten entgegengestemmt. Ist hindurchgegangen, wie die Isrealiten durch das rote Meer, dass sich geteilt hat. Und er war wieder in Sicherheit. Die Wellen des Todes haben ihn nicht verschlungen. Er konnte wieder neu beginnen.
Was ist schon Wahrheit?
Befreiung aus der Knechtschaft. Soviele Sklavereien auch in Deinem Leben. Dass, was man dir aufgebürdet hat an Last aus deiner Kindheit, dass du mitgeschleppt hast, das deinen Rücken gekrümmt hat. So viele Unfreiheiten, denen du dich unterworfen hast, bis du sie erkannt hast.
Wieviele Plagen gab es in Deinem Leben? Wieviele Menschen, die es dir schwer gemacht haben. Wieviele Dämonen, die dich innerlich besetzt hielten! Hast du mal drüber nachgedacht! Was ist dein Ägypten? Du denkst nur an das "Jetzt", an dieses eine kleine zeitliche Leben und du merkst nicht, dass du gefangen bist. Weil du nur an dieses eine Leben glaubst, meinst du, du müßtest jetzt alles mitnehmen, weil vielleicht verpaßt du was!
Bist du nicht ständig besetzt von solchen Gedanken:" Wieder ein Freund schwer erkrankt, warum muß er leiden? wie lange wirst du selber leben? Willst du 1oo jahre werden? Was ist mit deinen Eltern, Geschwistern, Freunden. Die Welt bedrängt dich. Geschäfte, Einkommen, Verleumdung, Konkurrenz, Haß, Gerede, Politik, Krieg, Verfolgung. Ist das das schöne Leben?
Bist du ein Knecht oder ein Freier? Der Kecht tut, was sein Herr will. Ist dein Knecht die Angst vor dem Morgen, vor dem Tod? Du willst dir die Zukunft sichern und schon bist du Knecht. Denn es gibt keine Sicherheit. Du willst vom Arzt wissen, was dir fehlt, von den Politikern, ob bald Friede sein wird, von den Tarotkarten, ob es dir weiterhin gut gehen wird, vom Horoskop, ob möglicherweise etwas droht und von den Geistlichen, ob dir der Lohn des "Braven" sicher ist? Aber es gibt keine Gewissheit, du kannst nur glauben und hoffen.
Ständig suchst du nach dem Großen, den großen Taten, die großen Gedanken müssen es sein! Das Kleine, Unscheinbare, das kann doch nicht dein Leben sein. Und so bleibst du in deiner Starre. Du ißt das Brot der Armut, deiner geistigen. Armut, weil du den Himmel nicht sprechen läßt. Denn der Himmel spricht durch das Kleine, durch das Unauffällige, nicht im Sturm, nicht im Feuer, sondern in der zarten, stillen Stimme.
Aber jetzt ist sie nah. Die Nacht der Nächte, die alles verändern kann! Wo du dich befreien kannst. Nimmst dein Leben mit, das ganze, harte schwere, deine Leiden, deine Schmerzen, aber auch deine Freude und legst es auf den Tisch. Dort liegt es schon, das Brot, ungesäuert, das mazzoth. Und der Wein, als Zeichen der Befreiung. Roter Wein, Trauben aus dem Land der Verheißung. Glaubst du an die Verheißung deines Lebens? Dass du ein Freier sein wirst, wenn du nur glaubst?
Wenn du glaubst, dass diese eine Nacht alles verändern kann. Was ist anders in dieser Nacht? Kannst du wirklich annehmen, dass der Himmel dich in dieser einen Nacht befreien kann?
Kannst du wirklich feiern, dass dein Leben eine erneute Wendung, eine erneute Befreiung für dich bereit hält! Du hast Sehnsucht? Das ist gut! Dann wird es geschehen. Dann gehst du aus dieser einen Nacht als ein neuer Mensch hinaus.
Dein Leben wird nicht viel anders sein, deine Vergangenheit wird bleiben und die Probleme deiner Gegenwart werden sich nicht verändern, aber du wirst dich nicht davon zerstören lassen. Du wirst aufrecht hindurchgehen, wie die Ägyptger durch das Rote Meer. Du wirst ein König deines Lebens sein. Denn wir haben nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, dass wir uns wieder fürchten müßten, es ist der Geist, der vom Himmel kommt, der uns befreit, der schwebte über den Wassern, als du noch gar nicht lebtest. Der Geist, der dir eingehaucht wurde, damit du lebst!
Du kannst nur daran glauben, denn du kannst die Ewigkeit nicht befragen, aber bleib einfach offen.Öffnen im Sinne einer neuen Dimension! Verstehst du? Spricht Freiheit die gleiche Sprache wie die der Gefangenschaft? Freiheit kennt nur Freiheit, Gefangenschaft ist auch gleichzeitig Gebundenheit. Als Gefangener gehst du nur dorthin, wo dein Bewacher dich hinläßt, er beschränkt deine Wege.
Willst du in dieser Nacht die Worte hören, die dir die Tore zur Freiheit öffnen. Ja, du willst! Denn diese Worte sind deine Quelle, dein Brunnen, aus dem du schöpfst. Du willst endlich wach werden aus deinem Schlaf, aus der Müdigkeit Deiner Vergangenheit. Ja, du willst, du glaubst daran, dass diese Nacht dich verändert wird. Dass du mit großen Augen die Welt ganz neu wahrnehmen wirst, dass du plötzlich keine Last mehr spürst, dass du mit einer neuen Leichtigkeit durch die Welt bis ans Ende deines Lebens gehen wirst. Und du willst es nicht mehr vergessen in deinem Alltag, dass die ganze Schöpfung auf die Liebe ausgerichtet ist. Und dass du teilhaben wirst an dieser Liebe, wenn du selber liebst und den Kampf gegen die Bosheit gewinnst. In dieser Nacht wird das Wort wie Regen in dein Herz fallen und seinen Samen streuen und du wirst heimkehren. Du bist traurig gegangen, aber du kommst wieder voller Freude und Lachen und dein Mund wird voll des Lobes sein.
Diese Nacht! Eine ganz besondere, die Osternacht!
So denkt er, der Christ!