Warum machst Du das? Diese Frage scheint mich mein Leben lang zu begleiten. Es fing schon in der Kinder-. und Jugendzeit an. Warum machst Du das Roeschen. Z.b. wenn ich mal wieder stundenlang über einem Buch in meiner Sofaecke versunken saß. Geh doch raus in die Sonne und spiele, kam manchmal hinterher... Oder andere Empfehlungen...Tu dies oder das. Mach endlich...
Wie ich das gehaßt habe. Schon allein deswegen, weil, eigentlich, zumindestens was meine Lebenserfahrung in Kindheit und Jugend betraf die Antwort auf der Hand lag. Obwohl, ich muss gestehen, ich selber den wirklichen Grund auch nicht immer wusste. Also beim Lesen war eines klar, ich tauchte in andere Welten ein, vergaß die Welt, die sich mir nicht so sehr erfreulich anbot und erfuhr aber auch ein grosses Stück Hoffnung in den Geschichten anderer Menschen. Ich tat das aber unbewußt. Nicht suchend danach. Es war eine Intuition die mir einen Weg wies, wohin auch immer. Es hat ja auch genutzt, wenn ich jetzt rückblickend schaue.
Aber wieso machst Du das, das ging ein Leben lang weiter. Meistens hatte ich nie eine Antwort darauf. Das liegt sicherlich daran, dass die intuitive Handlunsgweise mein Leben oftmals bestimmt hat. Natürlich bin ich auch oft auf Irrwege gelangt. Ist nun mal so. Aber auch der, der weiss, was er tut, kann einen falschen Weg einschlagen. Obwohl falsch ja eigentlich gar nix im Leben ist. Aus allem, was der Mensch tut, lassen sich Erfahrungswerte finden, die wiederum wichtig sind für das weitere Vorangehen.
Oft hab ich Dinge getan, die von der Umwelt völlig unverständlich waren. Warum gerade jetzt und dies? Anthroposophie, Kirche, Ernährung, Gesundheit, alles Dinge, wo ich ausprobiert habe, einer plötzlichen Eingebung nach. Mach das mal Roeschen und guck, was dabei herauskommt. So denk ich immer noch. Mach das mal.
Manchmal ist es ein Hinweis in einem Buch, oder etwas, das ich bei anderen sehe und denke, das könntest du ja auch mal ausprobieren.
Oft ist es auch ein Wort, dass mich fasziniert und mich auf ein Tun lenkt.
Es kommt auch vor, dass sehr sehr lange etwas in mir schlummert, eine Sehnsucht, ein Wunsch, etwas zu tun und nur die Zeit nicht da oder einfach nicht reif war. Ein Mensch der eher intuitiven Handlungsweisen nachgeht, spürt das. Viele dieser Sehnsüchte und Wünsche trage ich immer noch in mir. Ich geb es zu, von vielen dieser hab ich oft Niemandem etwas erzählt. Daher ist es vielleicht nicht so überraschend, wenn dann die Frage kommt, wozu machst du das?
Die meisten Menschen werden ja dahin erzogen, dass all ihr Tun immer zielgerecht ist. Als Kind bekommst du beigebracht, lern schön fleissig, damit aus dir später was wird. Gut, das wird so klar und deutlich von den Eltern nicht gesagt. Es gibt dafür ja das subtile verborgene Hinleiten des Kindes auf die Bahn, die den Eltern vorschwebt. Mit mir hatten die meinigen kein Glück. Trotz allem erlittenen Unbill oder gerade deswegen blieb ich ein Verweigerer in vielen Dingen. Gut, manchmal musste ich Kompromisse machen, das ist nun mal so im Leben. Mit dem Kopf durch die Wand geht halt nicht. Das sehe auch ich ein.
Hast Du dann deinen Schulabschluss gemacht, dann heisst es, mach eine Ausbildung die Zukunft hat oder studiere etwas, womit Du später auch was anfangen kannst. Tue nichts, was keine Zukunft hat oder du es nicht für irgendetwas gebrauchen kannst. Das ist die Erziehungsmaxime der Eltern an ihre Kinder.
Ohne mich jetzt hervorheben zu wollen, das liegt mir nicht, ich sag nur einfach wie es ist. Da ich selber ein solcher Mensch nicht wahr, hab ich das auch nicht an meine Kinder weitergegeben. Sie wussten sehr lange auch nicht, wohin ihr Leben geht. Was sie lernen sollten. Ich hab ihnen immer gesagt, tut etwas, worin ihr euch wiederfindet und was euch Freude macht. Das allein genügt. Das Tun, sich Hineinfinden in etwas, das einem gemäß ist. Alles andere kommt von selbst. Hat ja auch geklappt.
Seit ein paar Jahren spiele ich Schach und zwar leidenschaftlich gern. Nicht in einem Verein. Ich bin nie ein Vereinsmeier gewesen. Das liegt mir nicht. Der ganze Hickhack und Rangordnung sind mir zuwider. Ich spiele nur im Internet. Da krieg ich es aber auch mit. Und zwar heftigst. Es geht um Ranglisten und Zahlenwerte, wie Elo, DWZ. Manoman, wie mich das anödet. Da sind Leuts depremiert wenn ihre elozahl sinkt und ihr ganzes Tun ist darauf ausgerichtet, diese Zahl zu erhöhen, damit sie einen besseren Rang bekommen. Jösses. Ich denk dann immer und ich, ich spiel da einfach so rum, weils mir Freud macht. Was interessieren mich denn die Zahlen? Naja egal, ein kleines Beispiel nur.