Heute morgen auf einer Fahrt nach Rodenkirchen fällt mein Blick auf das kleine Wäldchen um den Forstbotanischen Garten. Auch hier hat der Sturm gewütet und einzelne Bäume entwurzelt. So ist das mit den Naturgewalten, denke ich, irgendetwas gerät in Unordnung und Teile der Natur werden einfach aus dem Erdenleib herausgerissen, entwurzelt.
Melancholie überfällt mich bei diesem Anblick. Mir fällt ein, daß es mit mir, mit uns Menschen auch immer wieder passiert. Es treten Ereignisse in unser Leben, die wir uns nicht ausgesucht haben oder in unserem Körper gerät etwas in Unordnung und schon werden wir hin- und hergerissen, entwurzelt. Wir müssen wieder von vorne anfangen und unsere inneren Wurzeln wieder festigen.
So wie die Natur Helfer braucht, um die Schäden zu beheben brauchen auch wir Menschen, die uns dabei helfen, wieder Fuss zu fassen.
Es wird nicht der letzte Sturm sein, der über uns hinwegbraust. Und in unserem Leben wird es immer wieder Chaos und Durcheinander geben. Neuanfang ist immer wieder gefragt. Viel Kraft ist dazu nötig. Staunend schüttele ich den Kopf, weil es von vielen nicht begriffen wird. Die ganze Schöpfung und wir Menschen in ihr inbegriffen sind zerbrechliche Gefäße, gleich einem Tonkrug. Wenn man ihn nicht sorgsam anfaßt, kann er schnell fallen und zerbrechen. Ein Sturm wie Kyrill hat uns das eigentlich wieder gezeigt. Nichts ist selbtverständlich!