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Erfolg! Der Schlüssel zum Glück?

Man hört es jetzt immer wieder. Dem ist der Erfolg zu Kopf gestiegen. Dem hat der Erfolg das Gehirn vernebelt. Der sonnt sich in seinem Erfolg. Ist Erfolg wirklich der Schlüssel zum glücklichen Leben?

Wer auch immer es ist, Kevin Kurany, der sich einfach nach dem Fußbalturnier aus dem Staub gemacht hat! Ist ihm der Erfolg zu Kopf gestiegen? Zeigte er nicht eine sehr unprofessionelle, unerwachsene Regung, als er einfach verschwand, nur weil er nicht eingesetzt wurde.

Oder Ballack, erfolgsverwöhnt, seit Jahren in der deutschen Nationalmannschaft. Ist auch ihm der Erfolg zu Kopf gestiegen? Hätte er nicht zuerst einmal mit seinem Trainer unter vier Augen sprechen müssen, bevor er mit seiner Kritik an die Öffentlichkeit geht?

Oder nehmen wir jetzt Frau Heidenreich. Erfolgsgekrönt, getanzt auf allen Hochzeiten, sah sich schon als weiblichen Papst der Literatur und meint, aufgrund ihres Erfolges, ihren eigenen Sender, für den sie arbeitet, öffentlich niedermachen zu müssen, in dem Sinne, er liefere keine Qualität mehr ab. Nanu, hat denn auch ihr der Erfolg den Kopf vernebelt. Ihre Sendung war ja nun auch nicht ausgezeichnet durch hohes Niveau, eher von einem halbstündigen Monolog ihrerseits, dem man schon nach zehn Minuten nicht mehr folgen wollte. Viel zu viel Bücher und kein eindeutiges Bild über den wirklichen Inhalt und die Aussage eines Autors. Warum beklagt sie sich also.

Erfolg scheint  tatsächlich manchmal  die Sicht auf sich selber zu versperren. Dem einen wird Erfolg in die Wiege gelegt, der andere muß kämpfen, um Erfolg zu haben und ihn zu halten. Ist das so erstrebenswert?

Es gibt wenig Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die ihren Erfolg nicht ausgenutzt haben! Die demütig, was für ein Wort, eigentlich ein Unwort in unserer Zeit oder, ihr Leben gelebt haben, in Wahrheit, Würde und Aufrichtigkeit, ohne großen Aufhebens darum zu machen. Mir fällt da mal wieder aus dem künsterlerischen Bereich Ulrich Mühe ein, ein erfolgreicher Schauspieler. Warum? Es war seine Leidenschaft, die unabhängig davon war, ob er Beifall bekam oder nicht. Er suchte nicht nur Rollen, die erfolgversprechend waren, er suchte und fand die Rollen, die ihn weiterbrachten auch in seiner Persönlichkeitsfindung. Er blieb ein stiller, zurückgezogener Mensch, der sich bedeckt hielt mit Kritik und Urteilen. Damit hatte er Erfolg!

Erfolgreich zu sein ist nicht einfach. Egal wie, sagt man was, oder nicht? Man hat Feinde, meistens, jede Menge. Wie sagt man so schön:" Viel Feind, viel Ehr!" Aber es macht auch einsam! Und dann gibt es die andere Seite, so viele vermeintliche Freunde, die sich im Schatten des Erfolgreichen bewegen, etwas miterhaschen wollen von dem Glanz. Aber wehe, wehe, der Glanz erlischt, wo sind sie denn die Freunde? So mancher stand am Ende allein da, als das große Licht auf der Theaterbühne der Welt erlosch!

Wie sang schon Wolfgang Niedecken in einem alten Lied, das mich heute immer noch bewegt und ich es manchmal in sentimentaler Stimmung auflege:

Wer alles, wenn dir´t klappt hinger dir herrent
ding Schulder klopp, wer dich nit al hofiert,
sich ohne ruut zu wede, dinge Fründ nennt,
und dich dachs dropp janz einfach ignoriert"]

Wer hat diese Erfahrung nicht schon gemacht in seinem Leben. Ich könnte Bücher drüber schreiben!

Wenn also alle wüßten, wie schwer es ist, mit Erfolg umzugehen, wie allein man manchmal da steht, wie schwer es ist, den richtigen Geist zu haben, um die Dinge so zu sagen, dass sie verstanden werden, nicht auszugrenzen, sich selber nicht erhebend über die anderen, würden sie vielleicht davon absehen wollen, Erfolg zu haben. Erfolg muß nicht unbedingt glücklich machen. Soviele Menschen im öffentlichen Leben, im künsterlischen, politischen und sozialen Bereich, hatten zwar Erfolg, sind aber letztendlich privat sehr unglücklich gewesen, manche sind gegangen, einsam und allein, haben ihrem Leben ein Ende gesetzt.

Das Gegenteil ist der "Gescheiterte". Von Anfang an Pech gehabt. Schwierige Familienverhältnisse, schlechte Startchancen, Pech in der Liebe, im Beruf kein Weiterkommen und am Ende noch eine Krankheit. Man denke an Hiob aus dem Alten Testament. Wer möchte schon gern wie Hiob dastehen. Nein, Niemand möchte scheitern im Leben!

Und doch sind es die Gescheiterten, die manchmal die besseren Erfahrungen machen im Leben. Die sehr schnell lernen, worauf es wirklich ankommt. Das Erfolg zwar schön sein kann, aber nicht lebensnotwendig ist. Die lernen müssen, mit dem zufrieden zu sein, was ist, was sie geschafft haben, ohne sich am Erfolg anderer messen zu müssen! Die das Beste draus gemacht haben, was das Leben ihnen geboten hat!

Wehe, wenn der Erfolgsgekrönte fällt, zum ersten Mal entdeckt, dass er doch nicht der supertolle Hecht ist, für den ihn alle immer angesehen haben, dass er sich doch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, dann fällt er tief, manchmal! Oder wenn er, vielleicht schwer erkrankt im Hospital liegt, entdecken muß, dass die Freunde wegbleiben!

Erfolg! Gut oder Schlecht! Es kann beides sein. Kommt immer darauf an, was man daraus macht. Es ist gut, Erfolg zu haben, nur hat man dann auch eine Aufgabe zu erfüllen. Der Erfolgreiche steht unter Beobachtung, mehr als der Gescheiterte. Er muß sich mehr reflektieren, als jeder andere! Er muß sich immer wieder vor Augen stellen, das jeder Erfolg auch ein Geschenk ist. Er muß aufpassen, dass ihm sein Erfolg nicht zu Kopf steigt und zu Höhenflügen verleitet, die einen Sturz vorprogrammieren.

Erfog ist nicht unbedingt der Schlüssel zum Glück!

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