Ich schreibe einfach gern:)
Da haben wir es, nicht nur im persönlichen Bereich, in der familiären, bekanntschaftlichen oder nachbarschaftlichen Umgebung, fallen solche Sätze. "Ich oder wir werden dich plattmachen!"
Soll angeblich so gesagt worden sein vom Oberstaatsanwalt Krakau gerichtet an den Parteichef der CDU Richard Blömer, bei einem Treffen auf dem Erfurter Domplatz im Jahre 2003. Aufgedeckt wurde es in einem Aktenvermerk des aktuellen CDU-Parteispendenprozesses. Das könnte der Staatsanwaltschaft jetzt zum Verhängnis werden. Im Hintergrund weiterhin die sogenannte Vetternwirtschaft. Krakau, ebenfalls Mitglied der CDU, ist Schwager des CDU-Pilitikers Karl Jürgen Klipper. Dieser hatte sich zur Wahl zum Fraktionschef im Juli 2003 gestellt und sein Erfolg wäre fast durch eine von Blömer eingeleitete Aktion gescheitert. Nur knapp gewann er die Wahl. Wer sich genauer informieren möchte, über den Vorgang, schaut einfach hier rein:Wir werden dich.....
Man kann sich nur noch wundern. Ein gutes Beispiel, wie ich finde, mal wieder, dass Intelligenz nicht unbedingt mit Respekt, Wahrheit und Aufrichtigkeit gepaart sein müssen. Wie wir doch alle wissen, geht es gerade in der Politik im zwischenmenschlichen Bereich immer wieder hart am Rande zu.
Das Streben nach eigener Macht, sich Vorteile zu verschaffen, den anderen klein zu machen, schreckt wohl auch nicht vor verbalen Übergriffen, Drohungen und Angriffen zurück. Was soll man als Bürger noch von den Politikern erwarten?
Aber schauen wir einfach mal weg von der Politik! Was bringt einen Menschen dazu, eine solche Drohung auszusprechen. Überhaupt! Drohungen! Es ist schon interessant, wie schnell eine Drohung ausgesprochen wird. Ich selber habe mal eine ähnliche Erfahrung in der größeren Familie erleben dürfen. Es ging sozusagen im zwei völlig verschiedene Lebensmodelle zweier Familien, die miteinander verschwägert waren. Die eine Familie lebte ein bescheidenes, aber zufriedenes Leben, strebte nicht nach Besitz. Die andere Familie lebte auf hohem Niveau, natürlich mit hohem Risiko. Als jedoch das Lebensmodell der auf hohem Niveau lebenden Familie wie Seifenblasen zerplatzte, der Neid, der Hass, gerichtet an die andere Familie, so groß wurde, wurde genau diese Drohung ausgesprochen:" Ich mach Euch platt!" Ich muß im Nachhineinsagen, da ich den Menschen gut kannte, der diese Worte aussprach, hab ich das damals mit Sorge beobachtet. Gott sei Dank ist dann niemals etwas passiert.
Aber wie groß muß der Druck sein, dem ein Mensch unterliegt, der ihn zu einer solchen Äußerung hinreißt? Wie sehr muß er möglicherweise verletzt worden sein, dass er nur noch so verbal um sich schlagen kann. Wie groß muß der Haß sein. In der Politik steht sicher, wie immer das Geld und die Macht dahinter.
Aber wenn man in die zwischenmenschlichen Beziehungen schaut, was passiert mit einem Menschen, der andere wegen Kleinigkeiten bedroht. Solche Drohungen sind ja sogar oftmals hier im Blog ausgesprochen worden. Natürlich kann man darüber hinweglächeln. Aber ich frage mich doch, was in einem Menschen passiert, der andere bedrohen muß. Was hat man ihm möglicherweise genommen, dass er meint, einen anderen vernichten zu müssen?
Nähme man das Motiv "Rache", dann würde die Drohung ein Fundament auf einer vorausgegangenen Erniedrigung des Bedrohten zurückgehen. Was ist aber, wenn der Bedrohte dem Drohenden nie etwas getan hat! Ist es vielleicht die Unfähigkeit mit seinem eigenen Leben parat zu kommen. Einfach zu sehen, dass dem anderen alles gelingt, wovon er selber träumt. Ist es die Unfähigkeit, das eigene Leben zu reflektieren und lieber unbewußt eine Aggression gegen das Gegenüber zu entwickeln?
Jedenfalls es läßt doch große Projektionen aufkommen, was wäre denn geschehen, wenn der besagte Staatsanwalt seine Drohung wahrgemacht hätte.
Was passiert, wenn Menschen Drohungen gegen andere aussprechen und sie dann letztendlich auch wahrmachen. Morden, erpressen, betrügen, kleinmachen!
Manchmal scheint es nur ein kleiner Auslöser zu sein, einen anderen Menschen zu bedrohen und wenn es nur die eigene Unfähigkeit, die eigene Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben ist.
Vielleicht ist es manchmal auch nicht so gemeint, im Affekt ausgesprochen, aber derjenige, der es ausspricht, vergißt, welche Wirkung es in dem Bedrohten auslösen kann. Angst und Schrecken kann sich verbreiten. Natürlich kann man dagegenhalten, wer sich nichts zu schulden kommen gelassen hat, braucht auch nichts zu befürchten. Aber die Abgründe eines Menschen sind undurchschaubar. In der Geschichte kann man immer wieder mit Schrecken sehen, wie ein einziger Mensch seine Drohungen wahrgemacht hat, ein ganzes Volk vernichten wollte, eine ganze Familiendynastie oder eben einfach einen einzelnen Menschen.
Ob er sich danach besser fühlt, der, der seine Drohung wahrgemacht hat! Ich frage mich, ob ein solcher Mensch ggfs. Mitleid, mit dem dann am Boden liegenden Menschen hat, ob er Reue zeigt oder ob er wirklich einfach so weitermachen kann, als sei nichts geschehen. Sagt man nicht manchmal:" Leichen pflasterten seinen Weg!"
Es scheint wohl viele Menschen zu geben, die über Leichen gehen, wenn es um den eigenen Vorteil geht.
Ein gutes Beispiel mal wieder dafür, dass der Mensch, egal wo er steht, ob im öffentlichen Leben oder im privaten Bereich nicht fähig ist, menschlich miteinander umzugehen, dass er mit Respekt und Aufrichtigkeit seine beruflichen und privaten Beziehungen pflegt. Das wird sich wohl nie ändern, wenn es dem Menschen nicht gelingt, in seinem Leben nach Werten zu suchen, mit denen er sich beschäftigt und die ihm wegweisend für das Miteinander sein können.
Mich jedenfalls ekelt eine solche Geschichte, wie diese zwischen Krakau und Klipper nur an. Es ist eine Situation mal wieder, die dem Bürger vermittelt, Politikern kann man nicht trauen. Aber wem kann man noch trauen heute. Es gilt immer wieder trotz allem, was geschehen ist und immer wieder geschieht, eine große Portion Vertrauensvorschuß zu entwickeln. Ohne das geht es doch nicht!