Ich schreibe einfach gern:)
In Lüneburg sollen die Barrikaden gebrannt haben. Nach polizeilichen Angaben soll man es in den Griff bekommen haben! Weiter nach Angaben der Polizei sollen sich ca. 14.500 Menschen zur Demonstration eingefunden haben, das ist ein absoluter Rekord seit 2001! Ich bin überrascht, frag mich allerdings warum? Frag mich allerdings auch, wieso bin ich nicht dabei?
Unter anderem sind die Demonstrationen auch wegen des politischen Streits, ob die Atomkraftwerke längere Laufzeiten haben sollen und auch im Hinblick auf die Einsturzgefahr des Atommüllagers in Wolfenbüttel.
Zwei Männer und eine Frau haben sich auf spektakläre Weise an den Gleisen angekettet! Nach Angaben der Ärzte sind sie aber in einem guten Gesundheitszustand. Es war schwierig, sie wieder von den Gleisen zu entfernen. Sind das unsere Helden der heutigen Zeit! Müssen Menschen sich einer solchen Gefahr aussetzen, damit Politiker wach werden, damit sie sehen, dass das, was sie tun, nicht zum Wohle der Menschheit ist?
12 Stunden haben Kernkraftgegner die Gleise blockiert, um einen Atommülltransporter, der über die deutsch-französische Grenze über die Rheinbrücke in Wörth dann gerollt ist, aufzuhalten. Sie haben ein Zeichen gesetzt. Nicht alle schlafen. Es gibt Menschen, die wach sind, die wahrnehmen, die sich ängstigen um ihre und ihrer Kinder Zukunft!
Müssen wir alle erst wieder erwachen? Muß erst wieder etwas Furchtbares passieren, wie damals in Tschernobyl?
Warum, mich eingeschlossen, interessieren sich so wenige Menschen für das, was ihre Zukunft bedeutet. Ist es wirklich der Alltag, der einen auffrißt. Kann man den Einsatz für eine bessere Welt nicht auch in den Alltag mit hinein integrieren. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo ich mit meinen Kindern zu Demonstrationen gegangen bin, um ihnen zu zeigen, dass es wichtig und richtig ist, nicht stillzuhalten, zu zeigen, wie man zu Entscheidungen der Politiker steht. Irgendwann hat es aufgehört, weil, vielleicht auch, weil ich gesehen habe, dass es nichts gebracht hat!
Jetzt, bei dieser Aktion frage ich mich, soll ich mich wieder einmischen? Soll ich wieder da anfangen, wo ich vor vielen Jahren aufgehört habe? Bis jetzt war ich eigentlich der Meinung, ich kann meine Welt nur verändern in meinem kleinen Umkreis, in dem ich praktische Nächstenliebe, Hilfeleistung, Miteinanderteilen, Materielles, wie Menschliches!
Und nun stehe ich plötzlich wieder vor einem großen Fragezeichen. Die Männer und Frauen, die dort ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt haben, erzeugen in mir einen großen Respekt. Aber war es nicht immer so. Die Rufer in der Wüste? In jeder politischen Situation, wenn wir in unsere Geschichte zurückschauen? Aber waren es nicht gerade diese, die man im Nachhinein nicht vergessen hat?
In diesem Zusammenhang fällt mir auf, wie wenig über die Aktion in der Presse erschienen ist. Oder hab ich das nur nicht mitbekommen, erst jetzt, im Nachhinein! Was muß eigentlich passieren, damit man aufgerüttelt, wach wird, wie kann man solche Aktionen so vernetzen, dass sie jeden erreichen und er die Möglichkeit hat, aufzubrechen, sich nicht in seinem Altersruhesessel zu verkriechen, sondern am Ende seines Lebens sagen können, ich hab gekämpft für eine bessere Nachwelt, für die nächste Generation!
Die wirklichen Helden unseres Lebens sind die, die ihr Leben riskieren, für Dich und für mich!