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Ich schreibe einfach gern:)

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Spät erkannt!

Manche Dinge im Leben erkennt man spät. Aber besser so, wie gar nicht.  Ich war z.B. immer der Überzeugung, man sollte sich nicht wehren. Obwohl das ja eigentlich Quatsch ist. Wenn man angegriffen wird, muß man sich ja wehren, da bleibt einem gar nichts anderes übrig.

Zu meinen Kindern hab ich früher immer gesagt, wenn Euch jemand angreift, lauft einfach weg....gebt einfach, was derjenige von euch will.. und gut ist.... geht ja nicht mit Gewalt gegen Gewalt an..... Das hat ja auch funktioniert.....immer... Gott sei Dank......

Mittlerweile hab ich meine Meinung geändert... vielleicht auch ja gerade auch wegen der vielen Erfahrungen, die ich gemacht habe..... Warum, hab ich mich irgendwann gefragt, soll ich mich eigentlich nicht wehren.... Wenn ich für andere einstehe, sie verteidige, wieso eigentlich nicht für mich selber.....?

Als Kind ist man ausgeliefert, oft, egal, wo, im Elternhaus, in der Schule.....Aber zum Erwachsensein gehört dazu, sich wehren zu können und, wie ich jetzt feststelle, sogar zu müssen.......

Nehmen wir einfach mal das Beispiel von Mobbing...... Ich hab das schon am eigenen Leib erfahren... unfähig damals.... der Meinung, es wird sich von selbst regeln, tat es aber nicht.....hab ich mich in mich selber zurückgezogen....das Ergebnis war.... ich wurde krank........Spätestens da wurde mir bewußt, du machst was falsch....
Aber ich hatte damals keine richtige Lösung...... Ich glaube, es lag auch viel daran, dass ich dachte, wenn ich mich wehre, würde ich genauso handeln wie der Aggressor, der Angreifer, der Übergriffige..... Dann hab ich mich sehr lange damit beschäftigt.....

Beim sich wehren geht es ja nicht darum, zu den gleichen Mitteln zu greifen, sondern dem Angreifer eigentlich nur eine Grenze aufzuzeigen... Das ist schon alles..... Ihm zu signalisieren, mit mir kannst Du nicht alles machen...... Bis hierhin und nicht weiter.....

Gestern hatten wir eine große Diskussion zuhause über dieses Thema. Gewaltfrei, Pazifismus... Welcher Mann kennt nicht diese dummen Fragen, damals bei der Musterung, man wollte verweigern.....Und dann kam sie diese völlig sinnlose Frage:" Was würden Sie tun, wenn sie mit ihrer Freundin durch einen Park, Wald oder irgendwo spazieren gingen und ihre Freundin würde angegriffen.... Würden Sie dann nicht eingreifen, sich wehren.... Natürlich.... Blöde Frage......

Wenn ein Mensch hundert andere terrorisiert, muß man manchmal eingreifen, oder......?

Wenn ein Mensch einen anderen mobbt, muß man sich wehren,  ihm aufzeigen, mit mir nicht! Schon aus Selbstschutz, aus Selbstliebe heraus.......

Aber die Frage, wie man es in den Situationen, die passieren, richtig macht, ist sicher sehr schwer. Der Weg, Lösungen zu finden, ist nicht einfach.......

Ich schaffe es immer öfter....nein....zu sagen......Einhalt zu gebieten......mich einfach zu wehren...... In diesem Sinne bin ich sehr froh, dass meine damalige Erziehungsmethode, sich "nicht" zu wehren, dennoch in die richtige Bahn gelenkt wurden. Meine Kinder hatten es besser verstanden.....Es kommt immer auf die Situation an......

Wehren wir uns also immer öfters, wenn wir gemobbt, angegriffen, beleidigt, ausgegrenzt oder sonstwie in Mißkredit gebracht werden.... Tun wir alles, was wir mit uns und unserem Gewissen vereinbaren können......Nur so verändert sich was.... Ansonsten behalten die Aggressoren die Oberhand..... Wehren ist ein mutiger Weg zur Veränderung der Welt... sage ich Heute......Frieden um jeden Preis kann manchmal der falsche Weg sein......

Einhalt zu gebieten, Grenzen zu setzen, schafft oftmals erstmal auch Unfrieden, aber das muß man aushalten.....
aber danach kann wirklich Freiden entstehen....Weil auch das gegenüber ans Denken kommt......

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R
"Ich glaube es ist immer eine Gratwanderung zwischen "der Klügere" gibt nach und "sich wehren"." <br /> Das ist es in der Tat.<br /> Ich habe mich in den vergangenen drei Jahren sehr oft in Situationen befunden, in denen meine einzige Möglichkeit, mich "zu wehren" die war, alle Gemeinheit vermeintlich an mir abprallen zu lassen, weil sie allein darauf ausgerichtet war, mich zu einer Reaktion zu bewegen. Ich hatte täglich die Wahl: machst du denen jetzt die Freude und begibst dich auf deren Niveau hinab, zeigst du ihnen, dass ihrer Treffer sitzen... oder gibst du ihnen das Gefühl, dass du da drüber stehst? Mit der Zeit stand ich tatsächlich drüber, weil du von anderen nur so weit verletzt werden kannst, wie du selbst es auch zulässt. Und irgendwann taten mir die Betreffenden einfach nur noch leid (wie muss man drauf sein, um sich gut zu fühlen, indem man dafür sorgt, dass ein anderer sich schlecht fühlt?)<br /> Das "NEIN" lerne ich immer noch. <br /> :)<br /> Liebe Grüsse TM
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G
Oftmals ist ein "sich-nicht-wehren-können" ein Zeichen von mangelndem Selbstwertgefühl, dessen man sich aber nicht wirklich (immer) bewusst ist - der davon Betroffene kann oftmals nichts dafür. Wichtig ist, die Wurzeln dafür zu entdecken - und schon kann es "klick" machen!!! Meine Oma hat auch immer gesagt, "Der Klügere gibt nach" - da ist viel Wahres dran, solange man sich nicht vor sich selbst erniedrigt, also kleiner macht, als man in Wirklichkeit ist! Ich finde "sich-wehren" gut, solange man fair bleiben kann - und sich nicht mit seinem Gegenüber auf eine Stufe stellt. Lieben Gruß und einen schönen Tag, Claudia
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N
Hallo Roeschen,<br /> auch in meinem Leben gab es eine Zeit, wo ich viel zu viel mit mir habe machen lassen. Als es mir irgendwann richtig schlecht ging, alle anderen sagten, was der und der mit Dir gemacht hat, war nicht in Ordnung, war das kein wirklicher Trost für mich. Ich habe mich irgendwann gefragt, warum gerade mit mir. Die Antwort war nicht schwer und doch hart: Ich habe es allen bisher in meinem Leben sehr einfach gemacht, mit mir zu machen, was ihnen beliebte. Es war nicht einfach, nach dieser Erkenntnis, das zu ändern. Heute kann ich sagen, mit mir macht längst nicht mehr jeder, was er will, mit mir. Was mit mir geschieht, bestimme ich soweit es mir bewußt ist. Ich habe sicher eine sehr rustikale Art, mich verbal zu wehren ob nun gegen Mobbing oder sonstigen üblen Dingen. Zu körperlicher Gewalt könnte ich mich wohl nicht wirklich durchringen glaube ich, was aber auch noch nie wirklich nötig war. Doch ich kann sagen, ich bin nicht mehr bereit, einfach so Opfer zu sein für irgendwen. Ich will mein Leben so gut es geht selbst bestimmen. Wenn das irgendeinem nicht passt, hat er Pech gehabt. Das größte Kompliment, was mir heute öfter gemacht wird ist, dass man mir vorwirft, stur zu sein und einen Dickkopf zu haben. Ich bin stolz, so weit alleine gekommen zu sein und kann damit leben, dass nicht jeder mit meiner Art zurecht kommt.<br /> Liebe Grüße<br /> nela
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