Overblog Alle Blogs Top-Blogs People
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Ich schreibe einfach gern:)

Werbung

Kuscheln für den Weltfrieden

Erinnert Ihr Euch noch? Genau am 24.3.1969 starteten John Lennon und Yoko Ono eine Aktion, die weltberühmt wurde, "Kuscheln für den Weltfrieden!", genauer gesagt, sie hielten ein "Bed-in" ab. Und dazu waren es ihre Flitterwochen, die sie, so Lennon wörtlich damals, eher politisch begehen wollen. Und damit die Welt auch Zugang hatte, blieb die von ihnen angemietete Suite im im Hilton-Hotel in Amsterdam für Jedermann offen. Da lagen die beiden nun, kuschelten, frühstückten,  gaben Interviews, rauchten, nicht nur schnöden Tabak;-), liebten sich (wirklich???), ich weiß es gerad nicht mehr;-), kurz gesagt, sie hielten Hof.

Klar, sie waren gegen Krieg, in erster Linie gegen den Vietnamkrieg. "Make Love not war", ihr damaliges Motto, übersetzt:" Statt in den Krieg zu ziehen, bleibt einfach liegen!".

Ich war genau 14 Jahre alt zur damaligen Zeit.Ich erinnere mich noch genau... Klar die Beatles, das war sowieso ein Begriff, da kam man nicht dran vorbei, das war Revolution pur. Schreiende, Slip- und BH-wegwerfende Mädels, wo gab es das vorher? Das allein schon war eine Revolution ganz anderer Art. Hemmungen schien es nicht mehr zu geben. Freie Liebe wurde spätestens seit der Hippi-Revolution propagiert. Weg mit den Moralismen und der Bürgerlichkeit.

Naja....an freie Liebe hatte ich in dem Alter noch nicht gedacht. Aber eine gewisse Spießbürgerlichkeit erkannte ich damals schon...Fassadenheuchelei hab ich das später dann genannt. Und wenn ich mich recht erinnere, Krieg, also die Bedeutung und die Ausmaße hatte ich damals auch noch nicht so richtig begriffen. Das lag auch daran, dass meine Eltern überhaupt nicht politisch waren, ich also von Haus aus nicht wirklich politisch und hinterfragend erzogen worden bin. Aber die Bilder, die den Krieg zeigten, die hatten sich mir eingebrannt. Vor Krieg jedenfalls hatte ich Angst, weil manchmal erzählte meine Oma etwas vom Krieg, wenn auch nicht fiel, es war ganz einfach  schwer, aber das was ich hörte, jagte mir Schrecken ein. Verlust der Heimat, Verlust des Mannes, grausige Bilder, die in meinem Kopf wuchsen, ob der Verstümmelungen und Verletzungen, die ein Krieg mit sich brachte.

Jedenfalls, abgesehen vom Protest gegen den Krieg war ich auch anders fasziniert von dieser Aktion, damals. Zwei Menschen, Mann und Frau, in den Flitterwochen, legen sich öffentlich ins Bett und taten alles das, was der normale Mensch nur hinter verschlossenen Türen tut. *Wow* Man stelle ich vor, niemand von den Erwachsenen hätte zu dieser Zeit und in der vergangenen schon mal gar nicht, nur Jemand an der Haustüre im Schlafanzug begrüßt. Und diese beiden taten das einfach. Das Schlafzimmer war doch "Geheimsache", ein Raum, der Niemanden etwas anging. Und oft ist es doch auch heute noch so. Wenn man manchmal Menschen kennenlernt, von ihnen eingeladen wird, zeigen sie einem immer ihre Wohnung, nur die Schlafzimmertür, die bleibt verschlossen. Naja... ich muß zugeben, selbst wenn es mir hier und da erlaubt wurde, ich hatte und habe doch auch immer Hemmungen dieses doch andererseits für mich am meisten interessanteste Gemacht einfach anzuschauen. Will sagen, in die intimste Sphäre eines Menschen einzudringen.

Ich weiß auch nicht, ob es daran lag, dass ich dann später einfach nur auf Jungs mit langen Haaren gestanden hab, weil Lennon den Spruch losließ"Laß die Haare wachsen - bis endlich der Friede da ist - Könnte sein. Eine Schande aber auch, dass den Männern im Alter die Haare ausgehen, oder, wenn man denn dann noch den einen oder anderen mit etwas längerer Mähne sieht, dann ist der Nachteil, dass es zwar lang ist, aber doch in der Vorderfront erheblicher Haarwuchs fehlt. Das sieht dann nicht so schön aus. Dann lieber radikal kurz. Man darf ja auch nicht vergessen, wozu diese lange Mähne noch alles diente, vorwiegend zum "Matteschwingen!" Sagt Euch das was? Matteschwingen, also will sagen, es rockte, aber so was von, und dazu wirbelte man den Kopf mit all seiner Pracht wild und hemmungslos. Ich finde, das kommt auch heut noch gut, wie gesagt, wenn noch etwas von der Haarpracht übrig geblieben ist;-)

Nun denn....ich will nicht all zu weit ausschweifen.....Heute muß ich ein wenig lächeln ob meiner Begeisterung von damals ob dieser Aktion. "Kuscheln für den Weltfrieden!". Auf so was würde doch heute keiner mehr kommen, oder? Jedenfalls gebracht hat es nichts. Kriege wurden weiter geführt, Morde begangen, überhaupt Peace and Love hat nicht gesiegt, hier und da mal, beim einzelnen, aber ansonsten ist alles beim alten geblieben. Letztendlich war es der gute Wille, etwas dazu zu tun, aber im Nachhinein war es doch in erster Linie auch eine Selbstvermarktung... Immerhin...das ist ihnen gelungen, den Beiden, damals, wie man sieht. Die Bilder derer, die es miterleben durften in dieser Zeit, bleiben einem immer in Erinnerung.

Aber wo ich gerade fragte, würde man so etwas heute noch machen? Wäre Irgendjemand so verrückt? Niemals wär ich auf die Idee gekommen. Aber Frankfurt hat es möglich gemacht, wie ich vor ein paar Tagen in der Zeitung mit drei Buchstaben las. Dort haben sich nämlich in der John-F-Kennedy-Präsidenten-Suite im Hilton Hotel Maren Weidemann im weißen Schlafanzug und Daniel Ebert, beides Moderatoren von "Radio Bob", ebenfalls im weißen Schlafoutfit in einem Bett niedergelassen, um genau an diese Aktion zu erinnern. Hat sich auch extra einen Vollbart stehen gelassen, der gute Ebert. Jetzt sitzen bzw. liegen die beiden da, hin- und wieder die Finger zum legendären Peacezeichen erhoben, was ja heute unverkannt in das "Ackermann-Zeichen" übergegangen ist, Victory halt;-)

Ich meine, so ne Erinnerung ist ja eigentlich ganz nett. Nur, dass es heute keinen mehr vom Hocker haut, in einer Zeit, wo öffentlich jedenfalls kein Geheimnis mehr daraus gemacht wird, wer gerade mit wem in die Betten gehüpft ist, was Frau/Mann wo und  wie im geheimsten aller Gemächer treibt und wo man sowieso genug Fleisch zu sehen bekommt, wenn man im Sommer durch die Straßen geht. Und an Friedensaktion denkt man doch schon mal gar nicht mehr, bei so einer Aktion. Aber immerhin, Radio-Bonn hat ne super Werbekampagne draus gemacht für den Sender, Live-Schalte inklusive. Und natürlich, die Hotelpagen laufen auch in weißen Schlafanzügen herum.

Zwischen den Aktionen bringt der Sender Beatles-Titel, die einem zu Herz gehen und natürlich halten Journalisten alles fest, dabei auch Fotograf Elmar Welge und Werner Strahl, die damals bei dem Lennon-Oko-Event live dabei waren und auf Anfrage, wie das denn damals gewesen sei, für sie...antworten:" *wow* das war ein eigenartiges Volksgefühl, damals 1969. So was hätten sie nur noch zweimal erlebt, beim Mauerfall 1989 und bei der Fußballweltmeisterschaft 2oo6.

Na dann....es geht ja um den Weltfrieden, oder;-).....oder doch nur, wie damals, um Eigenwerbung und Selbstinszenierung...Immerhin....in mir hat das nette Erinnerungen wachgerufen.

Und irgendwie hab ich mich auch nicht verändert, denn "Make Peace not war", ist immer noch mein Leitspruch. Nur scheint niemand drauf zu hören. Bin ich denn allein damit? So was aber auch. Vielleicht sollte ich ja auch mal...Bed-in-Aktion, wer weiß....Aber wen interssiert schon ein Röschen mit einem unbekannten (weil Herr Röschen würde ja niemals;-)) Herrn mit Vollbart in einer Präsidentensuite Im Domhotel interessieren. Oder doch? Weiß man´s;-)

In diesem Sinne "Kuschelt doch auch mal für den Weltfrieden!" Es reicht ja auch ganz geheim......zu Zweit allein......und vielleicht gibt es ja Früchte, ähm....ich meine Nachkommen....später, und die werden dann erzählt bekommen, dass sie schon bei der Zeugung für den Weltfrieden demonstriert haben... Wer kann das schon von sich sagen:-))


 

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post