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Der Wald wird verkauft!

Tja...da sitzt man morgens am Frühstückstisch, Herr Röschen hat sich schon fertig gemacht, will ins Häuschen in die Eifel fahren und ich  selbst studiere die neusten Nachrichten aus dem In- und Umland.

Stutzig richtet sich mein Augenmerk auf folgende Schlagzeile:" "Waldverkauf in der Eifel besiegelt!". Nanu? Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Wer macht denn so was, fragt ich  Herrn Röschen. Röschen, meint der, das ist doch heute ganz normal. Schau mal, in Düsseldorf hat sogar eine US-Firma die gesamte Kanalisation gekauft. Hä...erwidere ich. Wie? Kanalisation. Wozu denn?

Herr Röschen meint, siehste Röschen, du hast einfach keine Ahnung, was Wirtschaftlichkeit und Investment bedeutet. Stimmt, muß ich erwidern. Hab ich auch nicht. Wozu brauch ich das auch.

Also dass mit der Kanalisation ist wohl so, diese US_Firma hat die gekauft, vermietet sie jetzt aber an die Stadt. Die bekommt Geld, braucht aber nicht für die Sanierung und Reparaturanfälligkeit aufzukommen. Aha! Dahinter steckt dann wiederum, diese US_Firma kann aber nur Gewinne dadurch machen, wenn sie wiederum mit Billigarbeitskräften diese Reparaturen durchführen läßt. Aber das ist der Stadt ja dann egal.

Aber ich will nicht abweichen. Der Wald wird verkauft, nein es steht fest, die Bofrost-Stiftung soll mit 25 Mio. Euro in die Landeskasse 3000 Hektar Staatswald in der Eifel (Kreis Euskirchen) erstanden haben. SPD und Grüne haben es nicht verhindern können.

Jetzt sag mir mal, Herr Röschen, frag ich ihn, was macht man denn mit einem Wald? Na, sagt er, du bist gut, ich würd mir sofort einen Wald kaufen, da könnte ich Trecker fahren, Bäume fällen, jagen, wann immer ich will. Ich guck ihn augenrollend an. Nein, meint er, war ja auch nur ein Scherz.

Aber mal Scherz beiseite. Was man mit einem Wald macht? Einfache Antwort, man könnte z.B. in der Zukunft den Spaziergängern eine Gebühr abnehmen für das Betreten der jeweiligen Fläche. Herr Röschen sagt, in Frankreich ist es z.B. schon normal, dass man an bestimmten Klettersteigen Gebühren entrichten muss. Aha! Aber ich meine, das ist ja eine andere Sache und ein anderes Problem. Wenn ich mich recht erinnere, gibt´s das im Schwarzwald auch schon. Irendso ein Ausflugspunkt darf erst mit dem Auto befahren werden, wenn man eine bestimmte Gebühr gezahlt hat. Wegen der Luftverschmutzung. Kann man ja nachvollziehen.

Nur.. ich frage mich, wo führt das hin. Heute wird der Wald verkauft, morgen eine Straße. Dann meld ich mich schon mal an, dann kauf ich nämlich unsere Straße und dann bin ich der Bestimmer:)

Um nochmal auf den Waldverkauf zurückzukommen, die Befürchtungen der Opposition, dass dieser Verkauf Nachteile für den Arten- und Naturschutz mit sich brächte, ebenso auch für den Tourismus, wies NRW-Umweltminister Uhlenberg (CDU) zu rück. Man bräuchte keine Panik zu haben. Unterstellungen wie Waldabholzung, Einzäunung oder unsachgemäße Bewirtschaftung sei sogar eine Beleidigung für die rund 150000 privaten Waldbesitzer im Lande. Aha...es gab also schon vorher welche, die einen Wald ihr Eigentum nennen konnten.

Der Natur- und Umweltschutz muß auch im Privatbesitz eines Waldstückes beachtet werden und würde streng kontrolliert. Aha! Na dann...

Aber immer noch frage ich mich, wieso kauft eine Stifung einen Wald? Was hat sie davon, was macht sie damit, wenn nicht die Befürchtungen von Mißbrauch o.g. Art bestehen? Ich kann mir das nicht vorstellen? Was verbirgt sich dahinter. Und was verbirgt sich dahinter, dass ein Land ein solches Teilstück verkauft. Ich meine....Schuldenabbau wurde als Argumentation benannt. Dagegen hielt jedoch die SPD-Abgeordnete Schule, die meinte, da müßte man schon Flächen wie die russische Taiga verkaufen. Aha! Na also, was denn?

Egal, ich bin mal wieder erstaunt. Selbst wenn man demnächst den Spaziergang im Wald bezahlen muß. So ganz überraschend ist das ja auch wohl nicht mehr. Denn...siehe eine andere Schlagzeile in der Ausgabe des KSTA vom heutigen Tage. Die Stadt verlange nun Gebühren von den Fotografen in Höhe von 32,--€ für eine Stunde, wenn sie beruflich Fotos von Hochzeitspaaren oder Kommunionkindern in unserer schönen Flora machen will.

Ehrlich gesagt, mir schwillt der Hals bei solchen Schlagzeilen. Demnächst muß man für alles bezahlen. Wir fallen wohl wieder ins Mittelalter zurück, Holzhäuschen im Sinne von Zollabfertigungen an jeder dritten Straßenecke. Niemand weiß mehr, wem was gehört, der Wald, die Straße, das Museum, die U-Bahn usw.usw. Na dann... Nacht Mattes, das sind ja schöne Aussichten.

Ich überleg mir schon mal, was ich mir kaufe. Vielleicht doch unsere Straße...da wird aber dann ein anderer Wind wehen. Endlich hätte ich einen knöllchenfreien Parkplatz und könnte die anderen Autobesitzer mal so richtig abzocken. Und wehe, wehe, ich erwische eine Hundsmadamm, die wird blechen müssen. Ich sag´s Euch...das wird bitter.

Ach so, wo war ich stehen geblieben... der Wald wird verkauft....Auf die Bäume ihr Affen, nein, das war ja nur, weil der gefegt wurde:-)

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