Overblog Alle Blogs Top-Blogs People
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Ich schreibe einfach gern:)

Werbung

Momente der Dankbarkeit

Momente der Dankbarkeit soll meine Überschrift heißen. Diese Momente erlebe ich am meisten, wenn ich mit meinem Fahrrad unterwegs bin. Nein! Nicht, weil ich Frischluftfanatiker bin, oder den kleinen Geschwindigkeitsrausch gepaart mit dem frischen Sommerwind, der die Hitze um einiges erträglicher macht, genieße.

Auch nicht, weil ich es mag unterwegs zu sein, Kilometer für Kilometer einem Ziel näher zu kommen. Weil mich das immer daran erinnert, dass ich auch auf meinem Lebensweg immer unterwegs bin, neue Erfahrungen sammele, Erkenntnisse gewinne und meinem Ziel, immer mehr in eine innere Freiheit zu gelangen, Stück für Stück voran komme.

Sicher, das alles ist Grund zur Dankbarkeit. Auch...dass ich in der Lage bin, ich meine gesundheitlich, mich so fortbegwegen zu können, immer noch, leicht wie ein Vogel, energieverspürend für eine ganze Weltumrundung mit dem Fahrrad. Ganz sicher, besteht da ein unbeschreibliches Gefühl an Freude und Dankbarkeit in mir.

Nein..eigentlich geht meine Dankbarkeit doch mehr dahin, dass, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, vielmals mit dem Leben davon komme. Jetzt staunt ihr sicher. Nein..aber so ist es doch. Mit dem Fahrrad durch Köln zu fahren, hat immer auch etwas mit Mut zu tun. Mensch, sagte meine Tochter vor ein paar Tagen, die zur Zeit ihre Semesterferien von Innsbruck kommend hier in Köln verbringt, es ist ja super gefährlich, hier in der Stadt Rd zu fahren. Recht hat sie.

Gut...es heißt ja immer, Köln sei radfahrerfreundlicher geworden. Zum Teil stimmt das ja auch. EInige Stellen sind verbessert worden. So in der Marzellstraße unter der Unterführung, durch die ich vor ein paar Tagen wieder mal fuhr. Aber wie lange hat das gedauert, die Unebenheiten und tiefen Löcher dort zu beseitigen, die, wenn man z.B. in der Dunkelheit die Unterführung durchfahrend, teils überhaupt nicht hat sehen Können. Gut, ich kannte meine Löcher;-) wußte also, wie ich sie zu umfahren hatte. Aber ein Fremder? Nun denn...es ist geschehen. Gott sei Dank.

Oder nehmen wir einfach mal diese Schreckensmomente, wo ein Autofahrer halb auf dem Fahrradweg hält und man überlegt, schaut der jetzt nach rechtshinten, um zu sehen, dass ich komme. Jedesmal atme ich auf, wenn ich vorbeikomme, ohne dass etwas passiert.Aber wie oft schon mußte ich ausweichen und war froh, dass nicht gerade auch in diesem Moment hinter mir rechts ein anderes Auto fuhr. Dann die Abbiegerautos, die einfach oft nicht schauen oder meinen, sie kommen sicher noch vor dem Radfahrer in das Abbiegemanöber. Ich könnte tausend Beispiele aufzählen.

Und heute...heute war wieder ein großer Moment der Dankbarkeit, dass ich mit dem Leben davon gekommen bin. Und zwar auf der Neußer Straße, komend von der Wilhelm-Sollmann-Straße Richtung Nippes, Niehler-Kirchweg, grob gesagt. Schwimmen war nämlich heute angesagt, am Fühlinger See. Übrigens ein großes Vergnügen so mitten in der Woche. Schon die Hinfahrt auf der Neußer Landstraße war ein Erlebnis, den Radweg überwunden zu haben, denn er ist voller Unebenheiten und kleineren und tieferen Löchern im Asphalt. Ein kleines Kunststück, wenn nicht das Rad oder man selber zu schaden kommen will. Wieso schafft es die Stadt nicht, diese Schäden zu beheben?

Jedenfalls, auf der Rückfahrt auf dem oben beschriebenen Weg, die Sonne durchflutete stark die Fahrbahn, trotz Sonnenbrille mußte ich blinzeln, weil, gerade auch wegen der immer mal wieder verschwindenden Sonne hinter den kleinen Cumulus-Wolken, flatterte der Lichteinfluß geradezu. Ich fuhr schon vorsichtig, sowieso. Aber dennoch sah ich erst im letzten Moment das ca. 2o cm tiefe Loch mitten in der Fahrbahn. Und ich kann von Glück sagen, dass ich über eine gute reaktion verfüge und noch im letzten moment meinen Fahrradlenker nach rechts wenden konnte. Ich weiß nicht, wie es sonst ausgegangen wäre.

Der Schreck saß mir in den Gliedern, das kann man wohl sagen. Ich war nicht mal fähig, wütend zu sein, oder zu meckern, nur ein Ruf nach hinten, gerichtet an meine Tochter:" Paß auf!" war noch möglich. Einen Moment, der tiefsten Dankbarkeit empfand ich, mal wieder mit heiler Haut davon gekommen zu sein.

Dann kam mir der Gedanke, wer wäre eigentlich schuld, wenn es zu einem Unfall gekommen wäre. Hätte ich Schadensersatzansprüche an die Stadt stellen können? Ach...blöder Gedanke, was nutzt alles Geld der Welt, wenn man am Ende querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. Verdammt! Muß das sein. Es muß doch möglich sein, dass die Stadt einmal Sachverständige über die Straßen schickt, die sich den Schäden auf Fahrbahn und radwegen annimmt.

Ich will mal sagen, ich stelle mich freiwillig zur Verfügung, alle Straßen Kölns mit dem Rad abzufahren, um Buch zu führen, wo es nötig ist . Ich überlege wirklich, ob ich dem OB mal ein Angebot schicken soll! Ich mach´s auch ümmesonst, freiwillig, ehrenamtlich, kostenlos. Aber ob´s hilft?

Na dann....Ich kann nur jedem Hals- und Beinbruch wünschen, der mit dem Rad in unserer schönen Stadt, die ich übrigens sehr liebe und jetzt eigentlich gar nicht meckern, sondern nur aufmerksam machen will, unterwegs ist.

Es ist ja mal wieder alles gut gegangen. Ich hoffe, das bleibt auch so! Und? Ob es in anderen Städten wirklich so anders ist? Keine Ahnung. Mir auch egal. Hauptsache hier ändert sich was! Erstmal:-)
Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
G
O je, Röschen - Du hast wirklich allen Grund, dankbar zu sein! Es hätte wirklich bös ausgehen können, wenn Du z.B. dieses fiese Loch nicht rechtzeitig gesehen hättest!? Was wäre gewesen, wenn Du mit dem Rad gestürzt und gleichzeitig ein Auto dort gefahren wäre? Ich mag nicht wirklich daran denken!!!<br /> <br /> Die Stadt hätte sicherlich zahlen dürfen/müssen, denke ich mal - aber Gesundheit ist unbezahlbar!!! Jedenfalls hätte ich diese Stelle der Stadt gemeldet ... damit nicht wirklich mal etwas Schlimmes passiert!<br /> <br /> Pass gut auf Dich auf!<br /> Lieben Gruß, Claudia
Antworten