Ich schreibe einfach gern:)
Ein Mitblogger animierte mich in einem Kommentar dazu, eine kleine Begebenheit doch einmal in einem Blog zusammenzufassen!
Es geht um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens! Wer hat nicht schon mal eine Erfahrung gemacht, irgendwo auf dieser Welt, an einem Ort, wo man es gar nicht erwartet, einem solchen Menschen begegnet zu sein. Neulich erst erzählte mir ein Freund, dass er mal in Finnland einem prominenten finnischen Politiker begegnet ist, und zwar beim Kauf eines typisch finnischen Nationalgerichts, Name ist mir gerade entfallen;-).
Auch mir sind schon einige Prominente, schon von Berufswegen oder aber auch wegen meiner Mitgliedschaft in Chor und Samba-Band begegnet. Natürlich bei diesen Gelegenheiten ist es ganz normal, dass ich auch hier und da ein nettes Gespräch geführt habe mit den selben und sie mal ganz einfach so erlebt habe, wie sie auch gern einmal gesehen werden möchten, als Mensch mit ihren kleinen und größeren Schwächen. Prominente sind schließlich auch nur Menschen! So auch diese kleine Begebenheit aus meinem Buchhandelsalltag.
Es war an einem recht düsteren, verregneten Samstagmorgen. Ich arbeitete damals in einer größeren Innenstadt-Buchhandlung, die ein zweites Geschäft, direkt gegenüber, mit Devotionalienverkauf betrieb, also alles, was zu christlicher Spiritualität dazu gehört, natürlich auch Bücher. So war ich in dieser Zeit für eine kleine Weile in diesem Geschäft eingesetzt.
Also, wenn ich was bei der Arbeit nicht mag, dann ist es, keine Arbeit bei der Arbeit zu haben. Wenn alles erledigt ist. Bestellungen, Lagerpflege, Hygenie und Dekoration. Das kommt in meinem Beruf schon mal vor. Dann steht man da und wartet auf Kundschaft. Natürlich! Zum einen, weil man möchte ja schließlich auch verkaufen, zum anderen, ich komme halt gern auch mit der Kundschaft immer mal wieder in ein gutes Gespräch.
Aber nix tat sich an diesem schon fast melancholisch sich verabschiedenen Sommertag. So blieb meiner Kollegin und mir nur übrig, uns ein wenig die Zeit zu vertreiben. Furchtbar, wenn man so tun muß, als wenn man Arbeit hätte:-)
Und, es ist ja auch so, nicht immer will man, ich jedenfalls nicht, bei der Arbeit in private Kollegengespräche verstrickt werden. Ich möchte grundsätzlich Arbeit und Privates trennen. Aber natürlich bin ich auch immer für kleine Scherze aufgelegt.
Jedenfalls, meine Kollegin wurschtelte und zupfte an einer Dekoration herum. Ich stand gedankenverloren an der Kasse und schaute aus dem großen Schaufenster nach draußen. Plötzlich ging die Türe auf. Und wie das so ist, wenn man nicht hochkonzentriert sein muß, man sieht etwas, aber nimmt es doch nicht wahr. Aufgefallen waren mir nur sofort die modischen Designeranzüge der Herren, die sich hinter schwarzen Sonnenbrillen getarnt hatten und daher sah ich das hinter ihnen erscheinende Ehepaar gar nicht.
Ich träumte also weiter vor mich hin und sah auch, wie die kleine, blonde Dame sich mit einem Lächeln über die von uns ausgestellten bunten Köln-T-shirts beugte und meine Kollegin nach einer bestimmten Größe fragte. Diese eilte sofort ins Lager, um der Dame das passende T-Shirt zu holen. Dann kam sie auf mich zu, zwickte mich am Arm und flüsterte mir ins Ohr:" Mensch, Röschen, dass ist doch die Schröder-Gattin! Wow!
Stimmt, es fiel mir wie Schuppen aus den Haaren. Manche Prominente sehen ja in Wirklichkeit anders aus, wie auf den Fotos oder wie sie im Fernsehen zu sehen sind. Aber diese, kleine, blonde Dame, die sich Schröder-Gattin nannte, sah tatsächlich nicht verändert aus. Richtig zerbrechlich wirkte sie in natura.
Aber bevor ich sie mir noch länger, natürlich heimlich, aus den Augenwinkeln blickend, anschauen konntee, stand auch ihr guter Götter-Gatte bereits bei mir an der Kasse. Ich muß sagen, ein wenig hat mein Herz schon geklopft. Was soll´s sagte ich mir, mensch Röschen, ist auch nur ein Mensch und jetzt sowieso bloß Kunde.
Er zückte seine Geldbörse, ich glaub, er hat sofort gemerkt, dass ich ihn erkannt habe. Aber da kann ich so was von stoisch sein. Nur der Satz ist mir dann doch entglitten:" Na! Möchten Sie Ihrer Frau eine Freude machen? Gute Wahl! So ist´s recht, wenn der Mann zahlt, was die Frau wünscht! Und lächelte dabei über mein ganzes Gesicht.
Der Kanzler zahlte mir einem 20-Euro-Schein, ich gab ihm das Rückgeld und dann sagte ich artig:"Auf Wiedersehen die Herrschaften und einen guten Aufenthalt in unserer schönen Stadt Köln!" Der Kanzler grinste über das ganze Gesicht und zwinkerte mir mal freundlich zu, bedankte sich aber freundlich.
Das war´s schon. Also, ich glaub, der war ganz froh, nicht angesprochen worden zu sein oder gar um ein Autogram gebeten worden zu sein. Schließlich wollen Prominente, egal aus welcher Branche, doch auch einfach nur mal shoppen. Ich stelle es mir immer schlimm vor, mit einem prominenten Gesicht durch die Gegend laufen zu müssen.
Und? Was soll man auch schon mit einem Autogramm. Vergammelt eh nur zuhause in der Schublade herum.
Ich hasse es gar, wenn ich manchmal angestupst werde und mir jemand ins Ohr flüstert, guck mal..ist das nicht der und der..oder die...und die....Was interessiert es mich. Auch nicht mehr, wie jeder andere Mensch, der da vor mir herflaniert, sitzt, steht oder geht.
Ich bin kein Prominentenjäger:-) Aber das zwinkern vom Herrn Schröder, nur mir ganz allein zugedacht, das fand ich drollig: