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Ich schreibe einfach gern:)

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Der Kunde ist König!

Zugegeben, man sagt mir nach, ich wäre die Freundlichkeit und Zuverlässigkeit in Person. Wie gesagt, sagt man mir nach! Aber natürlich hab ich auch meine schlechten Tage, wie jeder. Wenn die Belastungen groß sind, fällt es halt manchmal auch schwer.
Nun ist mir Folgendes passiert:
 
Im Weihnachtsgeschäft, zwei Tage vor Heiligabend, der Laden immer voll, den einen Telefonhörer gerade abgelegt, den nächsten schon wieder abgenommen, Bestellungen, über Bestellungen aufgenommen! Und da gab es diese eine Bestellung mit dem Titel:"Simply for you love!" Die Kundin wünschte ein Buch mit diesem Titel, ich wußte, jedenfalls meinte ich in der Hektik des Geschehens,welches Buch sie meinte und gab ihr kurz angebunden zu verstehen, ja klar, alles gut, ich bestelle es für sie und es ist an Heiligabend für sie abholbereit.
 
Heiligabend, zwei Stunden vor Toresschluß kam besagte, nicht immer einfache Kundin und wollte ihr Buch abholen. Ich überreichte ihr siegessicher und mit Freuden das Buch, aber sie schaute entsetzt und sagte, nee, der Titel stimmt, aber der Autor nicht. Mein Adrenalinspiegel stieg sofort rasant an, ich war völlig durcheinander, sagte, moment mal und bibliographierte in der Datenbank und siehe da, es gab denselben Titel von zwei unterschiedlichen Autoren. Da stand ich nun wie ein begossener Pudel, mußte meinen Fehler einräumen. Gut, sie war jetzt nicht übermäßig sauer, aber ziemlich enttäuscht, denn klar, sie wollte das Buch ja schließlich an Heiligabend verschenken.
 
Ich beteuerte immer wieder mein Bedauern. Sie stand da und schaute mich verdrießlich an. Ich dachte, mensch, die Kundin haste jetzt verloren. Da gab ich mir kurzerhand einen Schubs, sagte nochmal, es täte mir leid, ging an das Buchregal, zog einen meiner Lieblingstitel hervor und überreichte ihr das Buch. Ich schenke es Ihnen und hoffe, es kann sie ein bißchen versöhnlich mit mir und meinem Fehler stimmen. Fehler passieren, sollte nicht, aber besser ein vergessenes Buch als eine vergessene Schere im Bauch eines zu Operierenden. In dem Moment,wo ich ihr das Buch gab, strahlte sie übers ganze Gesicht, bedankte sich und meinte, das sei aber nett.
 
Einen Tag nach Weihnachten, ich packte morgens die Bestellungen aus, sah ich zwei Bücher des von mir geschenkten Buches auf ihren Namen im ABholfach. Zu meiner Kollegin gewandt, fragte ich, hey,was ist das denn? Sie lächelte mich an und meintem ja, besagter Kundin habe das Buch wohl so gefallen, dass sie es jetzt zweimal nachbestellt hätte und verschenken wolle. Ich mußte lächeln. Ein wenig später stand sie vor mir. Ich holte die Bücher aus dem Abholfach und übergab sie ihr mit dem nochmaligen Bedauern und der Unbequemlichkeit, die ich ihr bereitet hatte. Sie strahlte mich wieder an und sagte, alles gut, es wäre super gut gewesen, wie ich reagiert hätte. Heraus kam, sie macht Seminare in Verkaufsberatung, was wir alle nicht wußten und diese Geschichte sei ein Paradebeispiel, wie man Kunden behandelte, die man aus eigenem Verschulden verärgert hatte. Nun mußten wir beide herzlich lachen. Und ich sagte:" Na,dann ist ja wirklich alles gut und ich freue mich, dass Sie uns als Kundin erhalten bleiben!"
 
Wir wünschten uns beide ein gesegnetes neues Jahr und als sie ging, ehrlich, ich war auch ein klein bißchen stolz darauf, mal wieder auf mein Herz gehört zu haben.
 
So kann es gehen: " Der Kunde ist und bleibt König!" Man muß nicht gleich den roten Teppich auslegen, aber ihm Recht gewähren, wo er nun mal Recht hat!
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