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Ich schreibe einfach gern:)

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Sachen gibts....oder schwarzbraun ist die Haselnuß

Man weiß nie, was einem so widerfährt, wenn man mal soeben ganz einfach nur einen kleinen Besuch abstatten möchte. Es muß nicht immer was Sensationelles sein, Irgendwas, was alles übertüncht, was man jemals erlebt hat. Manchmal sind es nur kleine drollige Begebenheiten, über die du entweder den Kopf schütteln, lachen oder ganz einfach mal drüber nachdenken mußt. Jedenfalls alle drei Dinge trafen heute zu. Bei mir.
 
Ich war auf dem Nachhauseweg von einem Besuch. Eigentlich wollte ich gar nicht raus. Weil...seit dem vorhergehenden Tag laborierte ich an einer Rotznasenhalskopfwehgeschichte. Nicht soooo tragisch, aber ein wenig matt fühlte ich mich, so dass ich den Termin am Vormittag schon abgesagt habe.
 
Der Nachmittag aber mußte sein, weil, dem, dem ich den Besuch abstatten wollte, ging es viel schlechter wie mir. Und wenn es einem schlechter als einem selber geht, da reißt du dich doch zusammen. Das ist doch klar. Und ich hatte ja versprochen, den Tag vorher, als der, dem ich den Besuch abstatten wollte, nicht zu mir kommen konnte, dass ich ihm am andern Tag den von mir lecker gekochten veganen Eintopf vorbeibringen würde. Ich bin son Typ. Da kann noch so viel Rotznasenhalskopfwehgeschichten vorherrschen. Solange da nicht auch noch Fieberhitze hinzukommt, halte ich meine Versprechen.
 
Das war auch alles gut. Hinterher bist du immer froh, dass du das getan hast, was du eigentlich wolltest, obwohl du dich eigentlich lieber hast drücken wollen. Wegen der Rotznasenhalskopfwehgeschichte.
 
Die war danach bei mir auch gleich viel besser. Obwohl ich vorher dachte, wenn ich das tue, wird es sicherlich noch schlimmer. Vielleicht ist es ja so, dass die Freude eine Kraft der Heilung sein kann. Ich weiß es nicht. Aber bestimmt trägt sie dazu bei. Also, ich fühlte mich danach wirklich etwas besser. Konnte sogar noch den Einkauf im Lieblingsbiomarkt meines Vertrauens machen. Ich muss jetzt ja nicht sagen, dass der, dem ich den Besuch abgestattet hatte, sich darüber so was von total gefreut hat. Aber ich sags vorsichtshalber doch mal. Der freute sich, ich freute mich, also konnte ich jetzt mit meinem Einkauf den Weg nach Hause antreten.
 
Mit der Bahn. Fahrrad ging nun wirklich nicht heute bei dieser Rotznasenhalskopfwehgeschichte. Was nicht geht, geht halt nicht. Das musst du dir immer wieder vorsagen, wenn mal was nicht geht, was eigentlich gehen sollte. Dann geht es eben anders. Und mit der Bahn fahren kann hin- und wieder zu netten, drolligen, schönen oder unschönen Begegnungen führen. Also, wenn du nicht damit beschäftigt bist, ständig auf dein viereckeiges Gerät zu schauen, wie das so usus geworden ist.
 
Wirklich, ich denke manchmal, der Mensch in unserer Zeit hat es verlernt, mal so richtig um sich herum zu gucken. Der weiß gar nicht mehr, was er eigentlich alles verpaßt. Zum Beispiel fröhliche Gesichter ( was natürlich eher Seltenheit ist), traurige ( was viel öfter vorkommt), müde ( was nach meiner Beobachtung der häufigste Fall ist, aber vielleicht fahr ich auch, wenn ich mal Bahn fahre, zu den falschen Zeiten) oder aber einfach die Landschaft, an der du vorüberschwebst, einen Sonnenauf- oder Untergang genau über dem Rhein, jedenfalls Dinge, die wirklich in unserer Welt passieren, kannst du sehen.  Das ist anders als irgendwo was Erzähltes da in dem viereckigen kleinen Gerät. Weil, du bist da selber drin. Manchmal denke ich, die Leuts, die da ständig in irgendwelche Kästen gucken, wissen gar nicht mehr, ob es ein Draußen noch gibt, oder sie müssen sich fragen, bin ich jetzt drin oder draußen. Naja, ich will da jetzt auch nicht draufrum reiten. Ist ja auch egal. Jeder soll halt machen, was er meint, machen zu müssen.
 
Wo war ich denn überhaupt jetzt stehen geblieben? Achja, ich wollte nach Haus. Mit der Bahn. Als ich die Treppe herunterhopste, unten am Bahnsteig ankommend, sah ich eine Bahn stehen. Ich könnte jetzt rennen, dachte ich, dann krieg ich sie bestimmt noch. Wenn jedoch etwas gegen mein Gemüt ist, dann ist es das Rennen um einer Bahn oder Bus wegen. Niemals nie. Ich bin son Typ. Da warte ich lieber auf die nächste und guck derweil doof in der Weltgeschichte herum. Es ist natürlich auch so ein ganz klein wenig ein Spiel mit dem Leben oder dem Schicksal, wie auch immer man das nennen will. So dachte ich halt, ok...ich geh ganz normal, wenn die Bahn dann immer noch da steht und sogar die Türe öffnet, dann ist das richtig für mich. Genauso war es. Ich spazierte gemütlich zur Tür, drückte auf das Knöpfchen, siehe da, sie öffnete sich und mit einem total freudig-fröhlich-verschmitzen Lächeln auf dem Gesicht schaute ich den vor mir stehenden Menschen an, der wie Empfangspersonal da stand. Der sah mir das glaub ich an, dass ich da vorher das Schicksal herausgeforderte hatte und mich jetzt so darüber freute, dass es geklappt hat. Er lachte jedenfalls zurück.
 
Es waren auch noch Plätze frei. Ich erblickte einen Viererplatz, der nur von einem Menschen besetzt war. Die anderen zwei Plätze ihm gegenüber waren frei. Nichts wie hin. Setzte mich, dann fiel mir jedoch ein, huch...bin ich überhaupt in die richtige Bahn gestiegen? Weil...ich war so mit dem Leben-Schicksal herausfordern beschäftigt, dass ich gar nicht darauf geachtet hatte, welche Bahn es überhaupt ist. So was passiert mir schon mal in meinem ich träum- so- vor- mich- hin oder gedankenverloren durch die Welt schreiten.
 
Ist das jetzt die Linie soundso, fragte ich so laut vor mich hin? Der Mann, der vor mir saß, es war ein junger, vielleicht so um die mitte 20, antwortete mir auch direkt, jawohl sie ist es. Prima sagte ich, dann ist ja alles gut und lächelte weiter verschmitzt vor mich hin. Ich bin son Typ, wenn ich einmal in einem innerlich lachenden oder lächelnden Gemütszustand bin, hält das auch lang an, wenn nicht etwas Unerwartetes dazwischen kommt, was mich da herausnimmt.
 
Aber Unterwartetes passiert eben manchmal. Einfach so. Irgendwas womit du in aller Welt gerade jetzt in diesem Moment nicht gerechnet hast. So wie es jetzt geschah.
 
Der Mann, dieser junge, fragte mich doch plötzlich: Gehen Sie zum Karneval?
Sofort verschwand (erstmal) mein Lächeln auf meinem Gesicht und meine Stirn runzelte sich vor lauter Gedanken, was der jetzt wohl mit dieser Frage im Sinn hatte. Ich antworte nicht immer sofort auf eine Frage.  Brauche eine kleine Weile, um drüber nachzudenken, was eigentlich mit der Frage gemeint ist oder einfach nur um festzustellen, was ist das denn für eine komische Frage. So dachte ich nämlich in diesem Moment.
 
Wieso? fragte ich den Frager. Der auch gleich drauflos: Weil sie so bunt ausschauen und es ist ja jetzt Karnevalzeit. Aha...sagte ich nach längerem überlegen. Damit hab ich nix zu tun. Schwarz können alle, vor allen Dingen die Haselnuß:) Die ist sogar schwarzbraun.  Farben sind ausserhalb von Beerdigungen auch ganzjährig zu tragen. Wobei ich anmerke, dass ich, je nachdem wer da verstorben ist, mir auch in diesem Falle kein Kleidungsdiktat vorschreiben lasse, wie überall, wo ich hingehe, wo es ein solches zu geben scheint, weil die Leuts irgendwann mal entschieden haben, dass das so sein muß. Völlig doof und überflüssig. In den meisten Fällen jedenfalls.
 
Und überhaupt. Farben sind einfach schön. Ich trage gern Farbe. Und noch nie hat man mir gesagt, ich sei *zu* bunt. Ich behaupte auch, dass ich über einen guten Sinn für Ästhetik verfüge, was man bei anderen oft nicht sagen kann. Aber das spielt ja auch keine Rolle jetzt. Ich trag halt gern Farbe. Rot, orange, türkis sind meine Vorlieben. Warum kann ich nicht beantworten. Es ist ein Gefühlszustand. Darin fühle ich mich am wohlsten.
 
Pfffff...ob ich zum Karneval gehe, fragt der mich doch, entrüstet in mir versunken, welches nun aber doch schnell wieder von einem schmunzelnden, innerlich glucksenden Drolligkeitsgefühl ob der Frage wich. Mein geneigter Leser kann sich ja nun auf dem von mir oben veröffentlichten Bild selber überzeugen, seh ich jetzt aus als wenn ich zum Karneval ginge? Sachen gibts...
 
Ich nahm dem Jungen Mann dennoch seine Verlegenheit, in dem er mir nochmals versicherte, es war ganz bestimmt nicht bös gemeint. Nu ist doch gut, antwortete ich ihm. Vielleicht hab ich sie ja zum Nachdenken gebracht, ob meiner äußeren Erscheinung. Wer weiß. Oder vielleicht habe ich ihnen Anregung gegeben zur Recherche eines Hits zum Wochenende ....sing: schwarzbraunist die ..... lalalalala....
 
Ich kann da nix dafür, es war jetzt einfach alles zu drollig und komisch. Ich verabschiedete mich von ihm und wünschte ihm ein schönes Wochenende. Meine Aussteigestation war gekommen. Und nicht vergessen, rief ich noch...schwarzbraun kommt nicht gut:) Die Welt ist bunt. Ob er wohl verstanden hat, was ich ihm sagen wollte? Ich weiß es nicht. Vielleicht denkt er ja drüber nach. Oder sucht tatsächlich. Nach dem Hit.
 
Sachen gibts....Herrlich erheitert schwebte ich nach Hause...herrlich schmunzelnd erfreute ich mich noch beim Schreiben dieses kleinen Erlebnisses. Ich sag es nochmal....Sachen gibts:) Und was die Rotznasenhalskopfwehgeschichte angeht...mal sehen, wie es sich weiterentwickelt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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R
Hallo Pinky,<br /> <br /> freut mich, dass Du mitschmunzeln konntest. Danke fürs nette Feedback. Ja es geht einigermaßen mit dem Rotznasenhalskopfweh, es laboriert so latent herum :d
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P
Hallo Röschen,<br /> <br /> Deine Geschichte ist ja wirklich zum Schmunzeln ... Wie der junge Mann wohl darauf kommt ? Es gibt doch wahrlich so viele verschieden angezogene Menschen von interessant bis einfach ... *mhm* Verbringt seine Zeit wohl viel zu Hause.<br /> <br /> Hoffe und wünsche dir, dass es dir wieder ganz gut geht und du das Rotznasenhalskopfweh, wieder los geworden bist . :-)<br /> <br /> Mit lieben Gruß <br /> Pinky
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