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Ich schreibe einfach gern:)

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Brüche!

Vor ein paar Tagen habe ich mir Bilder angeschaut von Abbruchhäusern. Hab so meine Phantasien gehabt, welche Menschen darin gelebt haben, wie ihr Leben ausgeschaut hat, was sie jetzt wohl machen. Ob sie sich verbessert haben. Ob das neu zu errichtende Bauwerk wohl schöner, größer, komfortabler, letztendlich preiswerter in der Miete sein wird.

Ich schaue mir immer gerne, schon als Kind hab ich das getan, Baustellen an, in denen Häuser abgerissen wurden. Raupen, Bagger, Kräne, Abrißbirnen, die mit einer Wucht ein ganzes Haus niederreißen, auf einen Schlag, peng, weg ist, was einmal war! Das finde ich faszinierend. So viel Arbeit steckte drin im Errichten der Bauwerke, so wenig braucht es, um sie dem Erdboden gleich zu machen. So, als wären sie niemals gewesen, hätten nicht dazu beigetragen, das in diesen Häusern Lebensgeschichten stattgefunden haben, die die Welt entweder zum Positiven oder zum Negativen verändert haben. Zerstreut, wie Sand im Wind, alles, was gewesen war, die Menschen, verschwunden, irgendwohin an andere Orte. Neuanfang, Orstwechsel bringt das immer mit sich. Schulwechsel für die Kinder, Arbeitsstätten neu suchen, Bekanntenkreis neu aufbauen und vieles mehr.

Abbruch! Es gibt so viele Brüche im Leben. Abbruch, Umbruch, Ausbruch, Aufbruch, diese fallen mir gerade spontan ein. Doch in allen drei Worten steckt die gleiche Geschichte, das gleiche Resultat. Abbruch ist weg mit dem Alten, Umbruch ist Erneuerung des bisher Dagewesenen, Ausbruch, ist Fliehen vor dem, was war, oder?

Und so löst in mir der Abbruch eines Hauses immer Assoziationen aus, die auch auf mein Leben oder das eines anderen, den ich gut kenne, dessen Lebensgeschichte ich verfolgt habe, aus! Wie oft hab ich nicht schon abgebrochen, Beziehungen, Arbeitsstellen, Gespräche, Gedanken, Hobbys, aufgehört zu tun, was nötig gewesen wäre.

Oder, in wie vielen Situationen meines Lebens habe ich an Stellen gestanden, wo ein Umbruch angesagt war. In der Ehe, in der Kindererziehung. Alte Erkenntnisse, alte Gefühle nicht mehr existierten, neu sortiert werden mußten. Und was hat dieser Umbruch, der gleichzeitig auch ein Aufbruch in neue Gefilde, neue Beziehungsmuster, neues Leben, nicht alles mit sich gebracht. Manches hat gehalten, einiges ist den Bach runtergegangen. Paßte nicht mehr zusammen! Wie oft stand ich da nicht vor meinem moralischen Gewissen, du darfst, du sollst, man darf, man soll.... nicht und so. Kennen wir das nicht alle?

Und dann der Ausbruch! Wie oft bin ich ausgebrochen, manchmal einfach aus Schutz, aus innerer Not heraus, hab verdrängt, hab die Türe hinter mir zu gemacht, bin sprichwörtlich bei Nacht und Nebel weggelaufen. Und mal ehrlich, es gibt soviele Situationen, Geschehnisse, aus Angst, Feigheit oder Lustlosigkeit, aus denen ich manchmal fliehen möchte! Wer nicht? Und immer wieder hab ich festgestellt, es nutzte nichts. Ich nehm mich selber mit, auch an den anderen Ort, der mir scheinbar ein besseres Leben verspricht. Auch die Verhaltensmuster sind dieselben, wenn ich mit anderen Menschen beisammen bin, irgendwann, irgendwie kommt alles wieder zum Vorschein. Man ist, wie man ist. Vieles ist nicht änderbar, beeinflußbar, oder? Nietzsche sagte ja sogar, Charakter ist ins Fleisch übergegangene Gewohnheit.

Dennoch, ich liebe Abbrüche, Umbrüche, Ausbrüche, Aufbrüche. Sie machen das Leben so spannend. Nichts ist schrecklicher als ständig im alten verlotterten, baufälligen Gebäuden zu wohnen, wo man scheinbar schläft, nichts mehr wahrnimmt, sich hingegeben hat, an das was ist, keine Ernergie, keinen Antrieb mehr, zu verschönern, zu verbessern, zu entwickeln.

In einem immer wiederkehrenden Traum lebe ich gar nicht in einem Haus, sondern auf einem Schiff, das über das weite Meer segelt, mal hier, mal dort den Anker wirft. Ich stehe vorne am Bug und halte Ausschau auf neues Land, neue Erfahrungen, Unentdecktes, in mir und auch im Außen.

Aber auch Schiffe können untergehen, gekapert werden oder einfach verrotten. Auch sie müssen überholt, gepflegt und manchmal auch verschrottet werden. Auch ein Schiff muß man mal wechseln, damit es weitergeht.

Umbruch, Aufbruch, Abbruch, Ausbruch. Immer wieder spannend!

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