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Der Afrikaner aus Mali!

Das erste Mal fiel er mir auf, als er so gedankenverloren vor meiner Schokolade stand, er schaute und schaute, schien sich mit den Augen alles einzuverleiben. Ich weiß nicht wie lange, aber es müssen mindestens 10 Minuten gewesen sein, dann erst blickte er hoch, schaute mich an und wir lächelten uns  an. Dann ging er weg und winkte mir noch.

Zwei Tage später stand er wieder vor meinem Stand. Ich erkannte ihn sofort, grüßte ihn und fragte, ob er nicht mal ein Pröbchen haben wolle. Gerne nahm er es an.  Wir standen uns gegenüber und lächelten uns wieder an, mehr nicht. Nach einer Weile verschwand er wieder, aber er vergaß nicht, mir wieder zuzuwinken.

Gestern war er wieder da, am Stand. Ich blicke hoch und da lächelte er mich an. Ich bin sonst gar nicht schüchtern Fremden gegenüber, ich kann es mir nicht erklären, warum erst zwei Tage vergehen mußten, bis ich ihn einfach fragte, wie er denn heiße. Er nannte mir seinen Namen und fragte nach meinem. Dann schwiegen wir wieder für eine Weile, jeder seinen Gedanken überlassen. Ich muß sagen, so hatte ich noch nie ein Gespräch geführt. Frage, Schweigen, Antwort, schweigen, denn es ging weiter. Woher kommst Du, was machst Du in Köln, wie lange bleibst du, was wirst du danach machen.

Ja, woher kam er. Nach ca. einer halben Stunde wußte ich, dass er aus Mali kam. Mali?? Schon gehört, aber nicht wissend, wo das nun liegt, gerade, in diesem Moment.  Nun erfahre ich einiges. Mali grenzt im Norden an Algerien und Mauretanien, im Westen an Senegal und Guinea, im Osten an Niger und im Süden an Burkina Faso.  Zum größten Teil besteht Mali aus der Sahara-Wüste.  Es ist eines der ärmsten Länder der Erde. Die Bevölkerung Malis setzt sich aus 30 verschiedenen ethnischen Völkergruppen zusammen, die, wie er mir erzählte, wie ich aber dann auch später nachlesen konnte, es tatsächlich geschafft haben, friedlich nebeneinander her zu leben. Die überwiegende Religionszugehörigkeit der Menschen dort besteht im Islam.  So erfahre ich von Mali auch, dass die Djenne Moschee, eine Berühmtheit in Afrika ist, nur aus Lehm soll sie gebaut sein.

Aziz, so heißt er junge Mann, lebt seit einiger Zeit hier in Köln und studiert Sprachen. Als er mit mir sprach, gingen mir so meine Gedanken durch den Kopf. Ein junger Mann, Student, mensch, wieso ist der denn hier so ganz allein auf dem Weihnachtsmarkt. Um ihn herum lauter kleine und größere Grüppchen von jungen Leuten. Ob er es wohl schwer hat, hier in Deutschland, hier in unserer Stadt? Ich hab ihn noch nicht gefragt, ich hab mich nicht getraut. Aber er erschien mir sehr einsam. Dann hat er mich gefragt, ob ich nicht mit ihm tanzen gehen wolle, im Anschluß an meine Arbeit. Er mag Jazzmusik. Ich schmunzelte, klar hätte ich doch auch glatt gemacht, aber nach dem Tag, nach der Kälte, da war mir nicht wirklich danach. Aber ob er mich wiedersehen, mir schreiben dürfe? Und überhaupt, im nächsten Frühjahr würde er nach Hause fahren. Da ich ihm von meinen Reisen in den vergangenen Monaten erzählt habe, lud er mich ganz spontan ein, auch einmal nach Mali zu kommen. Und das meinte er tatsächlich doch ernst. So was!  Klar, hab ich ihm geantwortet und ihm meine Email-Adresse gegeben. Dann haben wir uns verabschiedet.

Ich fuhr noch in Gedanken versunken nach Hause! Manchmal frage ich mich, wieso passiert eigentlich das, was passiert? Ob das wohl etwas zu bedeuten hat, so eine Begegnung!

Nun denn, als ich am nächsten Tag von der Arbeit kam, hatte ich eine Mail, von ihm, dem jungen Mann aus Mali. Wie sehr er sich gefreut hat über unser Gespräch und das Lächeln auf meinem Gesicht. Bekommt er so wenig freundliche Gesichter zu sehen? Ich weiß es nicht! Aber er scheint sehr einsam zu sein. Ob es an seiner Hautfarbe liegt. Ob es wirklich so ist, dass Schwarze es schwer haben in Deutschland.

Aber ich werde es erfahren, wie er hier lebt, wie es ihm geht, wieso er gerade nach Deutschland gekommen ist. Köln gefällt ihm, dass hat er schon erzählt. Ich werde ihn wiedersehen, den jungen Mann, gleich nach Weihnachten, dann wird er mich besuchen kommen, hier zuhaus, bei uns. Ich freu mich schon!

Es passieren doch manchmal merkwürdige Dinge im Leben! Und Afrika! Mensch, nach Afrika wollte ich doch auch. Sowieso. Wer weiß! Und überhaupt!

Na dann......Es lohnt sich offen zu bleiben für das gegenüber, erst so erfährt man, wie lebendig das Leben sein kann! Was macht da noch die Arbeit aus, die schwer und müßig ist oder die Probleme, mit denen ich mich so rumschleppe. Solange solche Dinge geschehen, ist alles nicht so wichtig. Genau diese Dinge sind es, die die Freude schenken und die Lebenslust stärken. Genau. Das ist es! Jetzt weiß ich es mal wieder!
 

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E
Hallo Regina,<br /> <br /> wie schön. Es macht doch wirklich das Leben aus, offen zu bleiben. Was man hier manchmal als distanzlos abqualifiziert, ist in anderen Ländern, wie ich bei meinen Reisen durch Indien und Nepal erfahren habe, ganz normal. Menschen reden wie Brüder mtieinander. So soll es sein.<br /> <br /> Dir alles Liebe und noch einen guten Abend!<br /> <br /> Erika
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R
Mhh, stimmt Erika, das kleine Lächeln und ein, zwei nette Worte können kleine Wunder bewirken, ich gehöre auch zu den Menschen die sogar an der Bushaltestelle ein Gespräch mit volkommen fremden Menschen anfangen kann und das gefällt mir gut..Lieber Gruß Regina
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