Ich schreibe einfach gern:)
Ich geh nicht gern einkaufen. Das ist nunmal so. Also, ich meine nicht im Sinne, es wäre für mich ein bedeutendes Ereignis des Tages. Mal rauskommen und so. Bei vielen Menschen ist das ja so, wenn ich so meine Nachbarn beobachte, gerade die alten Leute, laufen oft mehrmals am Tag. Und wenn man dann in den Einkaufswagen schaut, ein oder zwei Teile. Haben sie was vergessen, frag ich dann schon mal die ältere Dame, wenn ich sie das dritte Mal am Tag mit der Einkaufstasche laufen sehe. Nö, sagt sie neulich, mir fällt nur hin- und wieder was ein und außerdem komme ich dann mal unter die Leute. Nun denn, also zu den Spezies gehöre ich nicht, noch nicht, wer weiß, was kommt.
Supermarkt ist also für mich immer ein Angang. Ich brauch meistens nicht viel. Nur so dies und das an Frischem, was mein guter Göttergatte nicht aus dem Großhandelssupermarkt für die Woche mitbringt. Ich fühl mich meistens schon erschlagen, wenn ich zur Tür hereintrete. Waren über Waren, Angebote über Angebote, Stimmengewirr, Musikberieselung und das nicht immer vom Feinsten. Nervende Kinder, jedenfalls in den Augen ihrer Mütter, dabei zeigen sie nur laut und deutlich, was ich selber empfinde, keine Lust auf das Procedere. Manchmal auch kleine Streitereien zwischen alten Eheleuten. Du hast vergessen..mir doch egal, was du heute kochst....immer dasselbe mit Dir, du hast keine Lust mit mir einzukaufen...oder was auch immer... Es ist interessant wiederum den Gesprächsfetzen zu lauschen...man erfährt viel über den Menschen an sich:-)
Zielstrebig, auch ohne Einkaufswagen, bei der geringen Menge, die ich brauche, paßt das alles in einen Arm, schiebe ich mich also durch die Gänge. Schieben, nicht, weil, wie ichs schon sagte, es ein besonderes Lustempfinden ist, durch die Warenregale zu streifen, sondern, weil der Vordermann, immer hab ich einen Vordermann, gemütlich, genüßlich, fragend, suchend, interessierend vor mir her dattelt. Überholmanöver sind oft schwierig und verursachen im Vordermann ein schlechtes Gewissen, möglicherweise. Das will ich ja nicht. Also, übe ich mich in Geduld und trotte hinterher. Die Verkäuferinnen und Warenauffüllsortierer haben mein tiefstes Mitgefühl. Sie werden angemosert, nach Dingen gefragt, die sie meistens nicht wissen.
Aber auch ihren Gesprächen zu lauschen ist immer höchst interessant. Sätze wie:" Hat der Jupp gestern noch angerufen, der wollte doch mit Dir ein Bierchen trinken gehn?" Die Antwort dann:" Nö, der Heini, der soll mir bloß vom Leib bleiben, han isch ihm och schon tausend Mal jesaat, aber der läßt nicht locker!" Darauf die Rückantwort:" Der liebt Disch evens, Rita, un der hät doch Jeld, üverläch dir dat doch noch ens!" Soweit zum Thema Frauen und Liebe;-)
Jedenfalls, dat Rita rief heute Morgen durch den ganzen Supermarkt, "Heidi, wo is de Bückware?"
Das war ein Grund für mich kurz innezuhalten. Bückware! Was ist dass denn, dachte ich. Da die Beiden aber unansprechbar aussahen, gestreßt, genervt, was weiß ich auch, ich selber wenig Lust verspürte, nachzufragen, jedoch wissen wollte, überholte ich dieses Mal meinen Vordermann, um meinen Einkauf schnell zu erledigen, um dann mal schnell im PC googlen zu können, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Denn... so dachte ich, z.B. Bückware... bedeutet das etwa..dass es Ware ist, die Käufer weniger interessieren... oder für Käufer, die fit und agil sind und daher auch mal nach unten greifen können.. Aber, ich hab mich eines Besseren belehren lassen.
Tipp, tipp, tipp "Bückware!". Zack, da hatte ich das Ergebnis. Haha, wußten Sie es also, was man unter Bückware versteht? Jetzt seh ich einiges klarer!
1) Mit Bückware bringt in erster Linie zum Ausdruck, dass es sich um Ware handelt, für die man sich bücken muß, sei es der Käufer, andererseits der Verkäufer. Klar, hab auch nix anderes gedacht.
2) Gebraucht wurde dieser Ausdruck erstmalig seit Kriegsbeginn 1939, als im deutschen Reich die Rationalisierung von Lebensmitteln und Textilien eingeführt wurde und Bezugsgutscheine ausgeteilt wurden.
3) In einer Zeit der Konsumfülle unseres Heimatlandes benutzte man diesen Ausdruck z.B. für Waren, nach denen man eher schamhaft fragte...Sie können sich sicher vorstellen, was ich damit meine:-)
4) Und das ist der interessanste Punkt, denn so, hatte ich das noch nie beobachtet. Keine Ahnung, warum. Also, nicht das ich nicht.... aber eigentlich bei mir eher intuitiv, sowieso wegen Kostenersparniss und so und mich nicht über´s Ohr hauen lassen wollen....
Also, was ich sagen will, zum 4. Punkt ist also, dass Bückware in unserer heutigen Zeit der Marktwirtschaft keine andere Bedeutung hat, als dass man die Ware ohne Namen, also keine Markenprodukte bekannter Hersteller, etwas verstecken will. Will sagen, der Verkäufer achtet darauf, dass der Kunde die überteuerte Markenware schnell und zielstrebig im Griff hat. Die meistens gleichwertige Ware, ohne Markenname und auch noch billiger, soll also nicht direkt ins Auge fallen.
So ist das also, mit der Bückware! Haben Sie das gewußt! Na dann aber aufgepaßt beim nächsten Einkauf. Lassen wir uns nicht verar....sie wissen schon! Wir passen auf, oder? Wir fragen nach?
Wußten Sie übrigens was ein "Warentrennhölzchen" ist,-)
Ich bin gespannt auf die Antworten und überhaupt...schönen Tag noch beim Einkauf, äh...beim Bücken,-)
Röschen