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Bella Block

Ich bin die Krimi-Mimi, sagt mein guter Göttergatte immer. Ich schau wenig fern, aber wenn, dann gehören Krimis dazu. Daher glaube ich, sagen zu dürfen, ich hab echt Ahnung. Die Krimis im deutschen Fernsehen kann man meistens vergessen. Es gibt wenige, die es verstehen, einen von Anfang an zu fesseln, seien es die Handlungen, manchmal oft an den Haaren herbeigezogen, die Regieführung, die Besetzung sowie die Kamereinstellungen.

So hält mich, wenn ich denn dann daheim bin und nichts anderes vor habe, ein Krimi immer vor´m Fernseher fest.

So auch am vergangenen Wochenende. Der ZDF-Krimi mit Bella-Block. Ja, und es stimmt, ich bin vielleicht nicht normal, sagt mein guter Göttergatte oft, aber an diesem Punkt hat er wirklich Recht. Während die meisten Frauen auf ansehnliche Kommissare mit Dreitagebart stehen, steh ich halt auf Bella, Bella Block. Was, ihr kennt Bella Block nicht. Dann habt ihr was verpaßt. Leider. Denn nun hat sie das Handtuch geschmissen. Gott sie Dank nicht für immer. Das ZDF, wohlwissend um das Charisma besagter Ermittlerin, gespielt von Hannelore Hoger, hat sich da schon was ausgedacht und einiges in peto.

Ich glaube, behaupten zu können, fast alle Folgen von ihr gesehen zu haben. Und es war nicht eine dabei, die mich mißgestimmt oder Langeweile in mir verbreit hatte.

Warum eigentlich nicht, im Gegensatz zu vielen anderen Serien. Nun, das liegt oder lag wohl daran, dass Bella eine Frau darstellte, die mitten im Leben stand, konsequent, tatkräftig, ehrlich zu sich selbst und anderen, niemals heuchelte, sondern geradeheraus sagte, was sie dachte. An die Kriminalfälle, die sie zu lösen hatte, ging sie mit starker Intuition und Sensibilität heran. Sie hatte ein Gespür für Menschen, ihre Lebensweise, ihre Lebensgeschichte, ihre Wünsche, Sehnsüchte und Abgründe. Obwohl, jedenfalls kam das in den Serien nie zum Ausdruck, sie  sich kein größeres Psychologiewissen angeeignet hat, war sie eine perfekte Psychologin. Und zwar aus ihrer Menschenkenntnis heraus. Es war ungeheuer beeindruckend für mich, wie sie zwischen den Zeilen las. Ein Satz, eine kleine Geste, ein kleines Beweismaterial ihr sofort ins Auge fiel. Dazu braucht man ein klares Sehen, mehr als alle anderen sehen, oberflächlich. Sie sah Dinge, die niemand anderem auffielen.

Und sie zeigte Gefühl, Mitgefühl aber auch klare, grenzengebietende Abneigung den Tätern gegenüber, je nachdem, wie sie es verdient hatten. So auch in dieser letzten Folge, die am heutigen Abend im ZDF lief. Ein Zweiteiler war es. Und auch Zweiteiler halten mich meistens ab. Nicht so Bella.

Dazu kam, dass auch ihre persönliche Geschichte ihrer Lebensbeziehung zu ihrem Partner, in dieser Folge ein Ende nahm. Und was waren das herrliche Szenen. Ein Traum von Beziehung, den die beiden gespielt hatten. Was hab ich köstlich lachen müssen, ob der kuriosesten Geschichten, die die Beiden miteinander durchgestanden hatten. Der Umgang miteinander war einfach vorzeigewert. Und dennoch, am Ende stehen Beide vor dem aus. Und wie sensibel und feinfühlig der Regisseur dieses Ende gezeigt hat, berührt mich. Alle Facetten der Gefühle in ihr und ihm, waren deutlich zu erkennen, ohne viele Worte.

Bella mal wieder verstrickt in ihrer Arbeit, den Mord an einer jungen Frau, die zuerst von ihrem schwerst brutalen Mann halbtot geschlagen wurde, der sich dann aber verflüchtigt hatte und natürlich des Mordes verdächtigt wurde, nachdem man seine Frau dann tot aufgefunden hattte. Wieder mal ist es den Regisseuren gelungen ein Thema anzusprechen, dass nicht irgendwo herbeigeholt wurde, sondern tagtäglich in den Häusern geschieht. Gewalt in brutalster Weise an Frauen durch ihre Ehemänner. Diese selber irgendwann einmal traumatisiert, ihre Gerfühle nicht beherrschend, nicht fähig in einer normalen, respektvollen Partnerschaft zu leben.

Bella, wie immer hat den richtigen Riecher. Obwohl, ich sagte es meinem guten Göttergatte schon in der ersten Folge, ich wußte auch sofort, wer der wirkliche Täter war. Das mag ich normalerweise nicht. Denn dann ist für mich die Spannung raus. Aber auch das hat mich nicht davon abgehalten, die heutige zweite Folge bis zum Ende gespannt und total weg zu verfolgen. Eben weil so viele Eindrücke und Themen angesprochen wurden. Gewalt, die man in der Kindheit erfahren hat, das Aufwachsen von Kindern in Heimen oder bei Pflegefamilien, die zu starke Bindung eines Sohnes an die Mutter, die Freiheit in einer Partnerschaft, die jedem zusteht oder wo man Kompromisse machen muß, aber auch das Thema, den Mut zu haben, eigene Wege zu gehen.So Bellas Mann, der nach einer Krebserkrankung zu sich selber finden möchte. Der sich ein Segelboot kauft, zuerst davon träumt, Bella möge mit ihm durch die Welt segeln. Aber das ist nicht ihr Weg. Sie liebt ihre Arbeit, ihr Leben, so wie es sich bis dahin dargestellt hat. Und so finden die Beiden nicht mehr zueinander.

Starke Worte von ihr ausgesprochen in seine Richtung, als er ihr, trotz der Durchsetzung seiner eigenen Wünsche sagt, ich bin immer für dich da. Starke Worte, die sie sagt." Ich brauche dich nicht!". Vielleicht ist es auch das, was die Person Bella Block in mir so angerührt hat, diese klare Authentizität, dieser Wille, zu sich selber zu stehen und sich nicht verbiegen zu lassen, von nichts und niemanden.

Jedenfalls ich stand kurz vor´m Wasser, wie man so schön sagt. Nicht, weil die Trennung endgültig war, sondern eher, weil sie da so einfach stand, in der Nacht mit einem aufgeschlagenen Buch und die Sätze las., von einem meiner Lieblingsdichter, Theodor Storm und die ich hier einfach mit veröffentliche:

"Die Zeit ist hin; du löst dich unbewußt,
und leise mehr und mehr von meiner Brust
ich suche Dich mit sanftem Druck zu fassen,
Doch fühl ich wohl, ich muß dich lassen.

So lass mich denn, bevor du weit von mir,
im Leben gehst, noch einmal danken dir,
und magst du nie, was rettungslos vergangen,
in schlummerlosen Nächten heimverlangen.

Hier stehe ich nun und schaue bang zurück
vorrüber rinnt auch dieser Augenblick,
Und wieviel Stunden dir und mir gegeben
Wir werden keine mehr zusammenleben."

Da ist mir richtig schwer um´s Herz geworden. So ist es wohl. Wir müssen sie gehen lassen, unsere Bella Block.
Sie muß ihn gehen lassen, ihren Liebsten. Halten kann man Niemand. Und sicher ist es auch richtig, dass das ZDF losläßt. Neue Gesichter wollen gezeigt werden, andere Möglichkeiten wollen ausprobiert werden. Das ist schon ganz in Ordnung.

So laß auch ich sie gehen, die Bella. Sie war eine der besten ihrers Metiers, dass ich im Fernsehen unter dem Genre Krimi gesehen habe. Das wird bleiben. Und ist ist ja versprochen, ab und zu, schaut sie nochmal rein, ins Kommissariat und steht mit ihren Diensten zur Verfügung. Bella Block, gespielt von Hannelore Hoger, ich weiß nicht, wieviel Preise sie schon für diese Rolle bekommen hat. Verdient, absolut. Nicht nur authentisch gespielt, sondern auch eine authentische Frau, die sich einen shit Dreck darum gekümmert hat, ob ihr Gesicht Falten aufweist und dass sie älter geworden ist. Die einfach Mensch in ihren Rollen war und auch als Schauspielern als Mensch rüberkam.





 

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F
Hallo Kuni,<br /> <br /> danke für´s Feedback. Das freut mich, wer mag nicht gern ein Lob. Das mit den Stöckchen kapiere ich noch nicht so recht, aber ich schau mal in Deinen Blog. Freu mich immer über neue Leser:-) Und auch, dass ich selber Neues lesen kann.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Röschen
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K
Hallo Röschen, dein Blog ist so Klasse, und gut aufgebaut, deshalb schau mal bei mir vorbei, habe dir ein Stöckchen zugeworfen<br /> LG Elke
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