Ich schreibe einfach gern:)
Heute ist es soweit. Der letzte Schultag hat begonnen. Da ich Lehrer im Bekannten- und Freundeskreis habe, bekam ich die Anspannung seitens Lehrer und Schüler die letzten Wochen doch sehr nah mit. Jeder schien irgendwie aus dem letzten Loch zu pfeifen.
Die Lehrer waren beschäftigt, entweder mit den letzten Abiturprüfungen, Zeugnissen, Abschlußfahrten und Ausflügen. Grundschullehrer haben ihre durch vier Jahre begleiteten Klassen loslassen müssen. Man glaubt es kaum, aber es gibt einige, denen es tatsächlich schwer fällt. Ich meine ja auch immer...Grundschullehrer ist noch einer der dankbarsten Berufungen, muß man ja eigentlich beim Lehrerberuf schon sagen. Die Kinder lernen doch in dieser Zeit noch für den Lehrer und nicht für´s Leben.
Wie dem auch sei, nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch viele, viele andere, aus anderen Arbeitsbereichen können jetzt endlich mal das Handtuch werfen, den Löffel abgeben oder so;-)
Die heiß ersehnteste Zeit im Jahr ist angebrochen. Viele Erwartungen sind an so eine gemeinsame Urlaubszeit in einer Familie immer geknüpft. Endlich will man mal Zeit füreinander haben. Alles soll seinen Platz haben. Zeit für´s relaxen, für Bewegung, für Gespräche, die vielleicht schon seit langem anstehen.
Ich muß sagen, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, ich bin ja nicht mehr betroffen, ist es trotz auch öfters geschehener heftigster Auseinandersetzungen in dieser Zeit, eine schöne Erinnerung.
Bis ich mal dahinter gekommen bin, wie unbewußt sich für diese Zeit Erwartungen einschleichen, mußte ich so manche Träne vergießen. Zuerst muß man ja mal berücksichtigen, man hat nur drei Wochen oft, und in der ersten Woche ist es doch so, man muß sich erstmal dran gewöhnen, dass jetzt "aus" ist, also, es gibt gar nichts mehr zu tun. Das Fallenlassen ins Nichtstun fällt den meisten Menschen doch eher schwer, hab ich immer wieder beobachtet.
Ich hab immer festgestellt, man braucht eine Woche, um reinzukommen in die Entspannungsphase, dann beginnt der eigentliche Urlaub, will sagen, man hat sich aufeinander eingestellt, schließlich ist man als Familie nicht oft den ganzen Tag, von Morgens bis Abends beisammen. Ja.. und dann fängt man an zu genießen und schon beginnt die letzte Ferienwoche. Man denkt schon wieder an Zuhause, an die anstehenden Probleme, die man natürlich im Urlaub längst nicht bewältigt bekommen hat und so an dies und das. Will sagen, die letzte Woche ist schon wieder fast eine halbe Arbeitswoche.
Nun denn... was hab ich in dieser Zeit nicht alles erlebt. Wenn wir heute drüber erzählen, die Kinder und ich, dann kommen da schon mal so Erinnerungen, wie weißte noch Mama, damals in Holland, da wollste abreisen. Stimmt! Soweit sind die Auseinandersetzungen damals gegangen.
Ferienzeit ist kostbare Zeit, diesbezüglich, was Familie angeht, wohl einer der kostbarsten und wichtigsten Phasen im Jahr. Daher muß man wirklich lernen, genauer hinzuschauen, vorher abzuklären, was wer, wie und wann will und jedem Mitglied der Familie auch seinen eigenen Freiraum lassen. Das ist wohl das schwerste bei den vielen Erwartungen aneinander.
Ferienzeit bedeutet aber auch für alle Daheimgebliebenen, natürlich insbesondere die Kiddys, dass es endlich auch wirklich Sommer wird. Wieviele Sommerferien haben Kinder nicht schon im Regen verbringen müssen. Gott sei Dank gibt und gab es in Köln schon immer sehr vielfaltige und reiche Angebote für Daheimgebliebene.
Ich muß sagen, solange die Kinder nicht schulpflichtig waren, haben wir die Ferienzeit immer vor die Schulferien gelegt. In den Schulferien haben wir meistens eine Zeit in der Mitte, also nicht die ersten oder die letzten drei Wochen gewählt. Und natürlich immer Orte, wo, wie man so schön sagt, eigentlich keine Sau hinfährt. Das hat sich im Nachhinein noch bewährt. Würd ich heut genau wieder so machen. Und wir haben die Urlaubsorte wieder und wieder besucht. Meine Erfahrung hat gezeigt, für Familien mit Kindern das Beste. Weil die Kinder sich nicht ständig neu orientieren müssen. Sie fühlen sich direkt ein bißerl wie zuhause.
Und ja....Ferienzeit in Köln ist einfach auch herrlich für alle Daheimgebliebenen. iIh genieße die Stadt, wenn sie halbleer ist, wenn man im Biergarten des Abends einen Platz findet und auch, wenn man von einer Fahrt mit dem Auto heimkommt, spät in der Nacht, doch tatsächlich das große Glück hat, einen Parkplatz zu finden, und das direkt vor der eigenen Haustür.
Köln ist schöner in der Sommerzeit, weil ruhiger, gelassener und fröhlicher. Man kann auch in Köln prima Ferien machen. Orte gibt es genug, die es sich lohnt aufzusuchen. Ein Tag in einem Park, im Forstbotanischen Garten, in der Flora oder im Stadtwald kann Wunder wirken.
Ich wünsche allen Reisenden und Daheimgebliebenen eine schöne Urlaubszeit, das sie verspricht, was man erwartet und vor allen Dingen, die Erholung, die alle in dieser schnellebigen, leistungsorientierten und lauten Zeit brauchen können. Unbedingt. Kräfte tanken für das letzte Halbjahr, einatmen, ausatmen, einatmen. Alles im Rhythmus.
Schöne Ferien
wünscht Röschen