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Ich schreibe einfach gern:)

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Die kleine Eckkneipe!

Die Kleine Eckkneipe bei uns im Veedel scheint langsam auszusterben! Meine ich, sehe ich. Immer mehr machen dicht, wechseln schnell die Besitzer, weil es sich nicht mehr gelohnt hat. Ein Überleben war nicht mehr möglich.

Ich bin kein Kneipengänger im großen Stil. Jedenfalls nicht in eine von diesen kleinen Eckkneipen. Es gibt wenige Momente, wo ich mal in eine Kneipe gehe. Man kann das heute als Frau, das ist kein so großes Problem mehr als  vor einigen Jahren noch. Das ist auch gut so.

Ungestört kann man heute als Frau sein kühles Bierchen nach einem Kinobesuch oder was auch immer  im Veedel genießen, ohne dumm angequatscht zu werden. Ich genieße das dann auch.

Aber ich schweife ab...die kleine Eckkneipe hat wenig Überlebenschancen, wie ich meine. Nur die etabliertesten halten sich noch aufrecht. Manchmal frage ich mich dennoch, wie die das machen. Wenn ich da so in meiner Nähe immer an der Eckkneipe vorbeikomme, die Türe geöffnet, und jeden Abend, oder auch tagsüber, vier, höchstens fünf, sechs Leute stehen sehe, dann denke ich mir das. Wie überleben die bloß!

Dabei..früher war das der Ort schlechthin für müde gearbeitete, vorwiegend Männer, die nach der Arbeit noch gern ein Bierchen und ein Schwätzchen halten wollten. Was gab es nicht alles für Witze, über die man sich sicher streiten kann, ob sie besonders humorvoll waren, über den Mann, der dann letztendlich zu tief ins Glas geschaut hatte, es waren wohl ein oder zwei Bierchen schlecht, das zeigte sich dann auch in den Morgenstunden oder es wurde ihm gar schlecht als er etwas wankend, aber glücklich, weil er an diesem Abend mal wieder so richtig seine Meinung ablassen konnte, über Gott und Gesellschaft, den Schlüssel etwas unsicher vorsichtig ins Schlüsselloch steckend, weil die Angst, vor der mit Bratpfanne bewaffneten besseren Hälfte zu groß war. Herrlisch;-)

Denn ja..wo erfuhr man am meisten des Volkes Meinung über all die Dinge, die in unserer Gesellschaft und weltweit geschahen. Hier konnte man abchecken, auf welcher Seite wer wo stand und natürlich erfuhr man auch die neusten Tratsch- und Klatgeschichten über den lieben Nächsten, nach dem Motto:" Der liebe Gott sieht alles, aber der liebe Nachbar noch mehr!".

Die kleinen Eckkneipen gab es für jeden, die Armen, die Reichen,  die  Alten und Jungen. Je nach Zugehörigkeit ging es mal derber, mal intellektueller zu. Muß sagen...ich hab mich eigentlich immer ganz gern bei den einfach gestrickten wiedergefunden. Die Leute waren näher dran, jedenfalls mit ihren Erfahrungen des Lebens.  Mir hat Besserwisserei noch nie gefallen, da war mir ein echter Ausbruch eines gerade von der Schicht kommenden Arbeiters lieber. So bin ich nunmal. Aber wie gesagt, man konnte auch gut einfach so an der Theke herumstehen und einfach nur zuhören. Das ist sowieso das Beste, für mich jedenfalls, und hin- und wieder wird man staunen, was an einer solchen Theke alles offenbart wurde

Für die ältere Generation Kölner war die  kleine Eckkneipe gar nicht wegzudenken. Selbst mein alter Schwiegervater, jetzt schon weit über die 8o Jahre alt, wagt hin- und wieder den Schritt in seine Lieblinkskneipe, kommt allerdings früher nach Haus;-) wie in seinen besten jahren, aber dennoch beseelt, weil er dann doch noch mal den Jupp, den Heinz oder där Erwin wiedergesehen hat. Ja..die sterben ja auch alle weg und Nachschub kommt  nicht.

Muß sagen, wenn ich so unterwegs bin, in unserem schönen Ländle oder auch weltweit;-), dann erzähl ich immer wieder gern die Geschichten von unseren guten alten Kölschkneipen, sogenanntes Jägerlatein ist natürlich auch dabei und man glaubt´s kaum, so mancher nimmts mir ab  und dann hab ich meine Freude;-)

Eines dieser Jägerlatein-Geschichten ist, dass, wenn Du in eine kölsche Kneipe gehst und dich an die Theke auf einen Hocker setzt und irgendwann das fünfte, sechtse Bier gezischt hast, dann kommt der Wirt ganz automatisch und gibt dir einen Anschnallgürtel. Ihr müßtest sehen, wie manche glaubend staunend die Augen weiten, wenn ich dann weiter erzähle, dass der freudige Kölschtrinker sich damit ganz einfach mit seinem Barhocker an den Tresen festschnallt, damit er bei übermäßiger weiterer Zufuhr des köstlichen Kölschinhaltes nicht rücklings auf alle Viere legt. Man sage und staune..das wird manchmal tatsächlich geglaubt und ich muß immer wieder lachen dann.

Ja.diese kleinen kölschen Eckkneipen. Irgendwie würden sie mir fehlen, auch wenn ich nicht oft hereinschaue, sogar die bei uns in der Nähe, die tatsächlich an einer Ecke zu finden ist und an der ich vorhin wiedermal vorbeigekommen bin mit Blick hinein, ich gucke immer rein, weil ich kenn die Wirtin ganz gut, sehe sie morgens schon immer mit ihrem Hündchen zur Arbeit gehen. Ihr Hund sitzt manchmal tagsüber vor der Kneipe, und dann grüßen wir uns mit großem Hallo. Früher hab ich immer meine Päckchen bei ihr abgeholt, wenn der Postbote zuhause niemanden angetroffen hat. Hin- und wieder halten wir ein Schwätzchen.

Und ja..ich sehe die Leute, die drinnen sind, manche noch vom Nach- oder gar vom Vormittag übrig geblieben. Manche immer noch in regem Gespräch vertieft, manche einsam und verlassen vor dem Fernseher, in dem gerade wieder irgendein Fußballspiel gezeigt wird. Und auch wenn mich selber nichts hineinzieht, so freue ich mich immer an diesem manchmal etwas merkwürdig anmutenden Schauspiel der Gäste, die dann zu fortgeschrittener Stunde, anfangen Lieder zu singen, und kölschselig irgendwann auf Heimat zusteuern. Aber manchmal beobachte ich dann auch einsame, verkorkste, gescheiterte und traurige Gestalten. Aber auch das berührt mich immer. Immerhin, sie haben noch einen Ort, wo sie hingehen können.

Ja...so ist das mit den kleinen Eckkneipen. Eigentlich müßte ich schreiben, retten wir die kleinen Eckkneipen. Gehen wir einfach mal hinein. Es kann ungeheuer interessant sein, das Bier ist zumeist auch billiger als in den üblichen Kneipen und ja, man wird auch ganz in Ruhe gelassen und kann ungestört sein Bierchen trinken, ohne von einer immensen Geräuschkulisse eines überfüllten Inlokales genervt zu sein und irgendwann keine Lust mehr hat ständig dagegen anzuschreien. 

Also, ich würde sie vermissen!

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