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Leben auf dem Lande!

Ach...das Leben auf dem Lande könnte so schön sein..... Nein...es ist ja eigentlich auch schön....wie ich mal wieder in der letzten Woche festgestellt habe.

Ich meine.... ach....es ist so still und beschaulich. Doch...ich meine das ernst. Mein Häuschen steht zwar in einem Ortskern, aber das Dörfchen verfügt nur über genau 258 Seelen, die habe ich in diesen Tagen tüchtig erhöht, ich meine, die Seelen-Bewohner-Zahl, nämlich genau auf 260....na dann...ein Moment, an denen immerhin eine Steigerungsrate zu erkennen war. Hin- und wieder erhöhe ich die Einwohnerzahl auch schon mal deutlich höher, je nach dem, wer es wagt, mit mir in die Einsamkeit zu reisen.

Genau....Es ist schon ein Ort der Einsamkeit, dieses kleine Dorf. Natürlich, da leben Menschen, klar doch, aber man sieht sie nie! Ich frage mich oft, was machen die bloß? Ist ja schließlich auch mal Wochenende... ich meine...gut, während der Woche könnten die bei der Arbeit sein, aber am Wochenende?

Ein kurzer Rundgang durch´s Dorf aber läßt auch an diesen Tagen erkennen, sie müssen da sein, aber wo?

Gehe ich meine Runden und Wege querfeldein, also mache ich meinen morgenlichen Lauf und meinen ritualisierten Abendspaziergang, aber auch einfach mal so, zwischendurch, auch da, keiner da, niemand unterwegs. Ab und zu, vielleicht alle halbe Stunde oder so, verirrt sich mal ein Auto, hin- und wieder brummt ein Trecker von irgendwoher, wenn ich Glück habe, seh ich auch mal einen. Gut....Feld- und Milchwirtschaft gibt es kaum noch, wobei Weizen- Hafen- und Roggenfelder sind bestellt. Gesehen hab ich nichts, also, wie das wohl vonstatten gegangen ist. Müssen irgendwie die Heinzelmännchen gewesen sein.

Doch, das Leben auf dem Lande ist schön, genauer gesagt, in meinem Häuschen im Niemandsland, denn so nenne ich es oft, weil ich nie Niemanden sehe. Klar, ich kenne dennoch ein paar, z.B. den Oberbürgermeister, der ist schon seit Jahren Oberbrügermeister! Ich meine, ist ja auch ein gutes Zeichen. Der Rest der Seelen hat zu ihm Vertrauen. Und...er ist wirklich sehr vertrauensvoll, freundlich und sympathisch. Doch...das kann ich so sagen. Er hat immer alles im Blick. Man denkt, Niemand weiß was, aber alle wissen es. Was auch immer. Ich kenne ihn nun schon so lange. Früher gab´s noch Kühe bei ihm, da hab ich immer bzw. die Kinder die Milch geholt. Das war einmal. Es gibt so vieles auf dem Lande, was mal war. Leider! Schade! Wie auch immer! Nein....nicht immer war alles besser, früher und so.

Doch das Leben auf dem Lande ist schon schön, es ist so einfach. Jeder kümmert sich um sich und seinen Nächsten und fertig. Kaum ein großes Genöle, Gemeckere, die Fassaden sind stets sauber gestrichen, zwischen den Bordsteinen wuchert kein Unkräutlein und Freitags geht man mal in die einzige im Dorf befindliche Kneipe. Auch da gibt´s keinen Streit. Woran das wohl liegt. Doch, ich kann das behaupten. Ich erlebe das jetzt schon seit fast 25 Jahren. Ich hab´s mir sagen lassen. Es hat nie großen Streit gegeben. Jeder hat den anderen gelassen.

Das Leben auf dem Lande ist auf jeden Fall schön, wenn man, so wie ich, noch eine Stadtwohnung hat. Ich meine...ab und zu brauch ich es eben, mal raus aus dem ganzen Streß, also ich meine, nicht immer unbedingt irgendwelcher persönlicher Streß, sondern dem lauten, ständig pulsierenden Lärm, Geruch und Gehetze. Auch wenn ich selber doch überwiegend die Ruhe selbst bin, aber alles, was einen ständig umgibt, hat doch auch seine Wirkung, wenn man es auch vielleicht manchmal selber gar nicht merkt. Wenn man aber erstmal zwei, drei Tage ein bißchen auf dem Lande lebt, dann spürt man es aber, was es ist, was einen manchmal, auch ungewollt auffrißt, einen nicht mehr wirklich hören läßt....vom Schauen gar nicht die Rede.

Ich meine, es macht mir nichts aus, noch nie, von einem auf den anderen Tag raus, alles nicht mehr, Fernseh, Zeitung, Radio, PC und so. Vom ersten Moment an bin ich ganz da und denke oft, ich kenn´s gar nicht anders.

Das Leben auf dem Lande auf jeden Fall ist schön, jedenfalls, da, wo mein Häuschen steht, denn es gibt auch kein Telefon, jedenfalls bei mir nicht. Und? Man ist nicht zu erreichen, jedenfalls nicht, wenn man kein Auto hat. Wo gibt es dass denn noch, dass man eine Himmelsfahrt unternehmen muß, um einen Ort überhaupt zu erreichen. Ich find das gut, denn, wer weiß, vielleicht würden dann noch mehr feststellen, wie schön das Leben auf dem Lande ist.

Wenn man sich einmal auf macht, von meinem Häuschen aus, in einen größeren Ort zu maschieren, also ich maschiere, weil, das Auto möcht ich lieber stehn lassen, wenn ich denn dann schonmal auf dem Lande bin, dann gibt es nur ein Zurück und das ist zu Fuß. Klar, man könnte sich auch ein Taxi....Das geht schon...aber es kostet, gemütlich ist das schon auch, wenn man mal mit dem Taxi...noch sehr persönlich...weil es könnt vielleicht die Frau aus dem Nachbardorf sein, die sich einen Nebenverdienst und so... und da sie nicht viel Fahrgäste hat, wird es schon mal sehr kommunikativ. Unterwegs, meine ich.... Also, wenn man unten ist, muß man auch wieder rauf, so ist das nunmal und zwar zu Fuß. Das dauert, wenn man Glück hat und den richtigen Weg geht, hat man es in ca. 2 1/2 Stunden geschafft.
Das erinnert an Zeiten, wo es Menschen noch wichtig war, unbedingt irgendwo hinzu kommen, vielleicht zur Messe oder einen Verwandten besuchen und man dafür tatsächlich Gehzeit aufwenden mußte. Heute fahren die Menschen doch fast schon sogar zum Klo. In der Stadt jedenfalls. Wie oft sehe ich Sonntags die Autos kurz halten vorm Bäcker. Frag ich mich immer, kommen die aus Sibirien oder was?

Aber eines will ich mal sagen, das Leben auf dem Lande könnte noch schöner sein, wenn es nicht, also ja, wenn es "keine Bremsen" gäbe. Ich meine, nicht, dass ich besonders ängstlich bin vor jedweder Art von Flugobjekten, ob groß oder klein. Aber diese Bremsen, die könnten mir das Leben auf dem Lande schon verleiden. Ich meine, wie machen das die anderen Landbewohner nur? Sind die resistent? Liegt das an mir, weil ich den Geruch der Großstadt an mir trage. Einmal Blut saugen von einem Großstädter. Weiß man´s, was sich so Bremsen denken.

Gerade, vor ein paar Tagen war es mal wieder so, ich wandere mit meinem Begleiter durch die Landschaft und da stechen sie zu, erbarmungslos. Ich meine, ich könnte sie ja einfach so, peng, schnapp weg und so. Aber die sind so schnell, sogar durch die Hose oder die Socken. Da machste nichts. Und wär ja auch nicht tragisch, wenn nicht alles so schnell rot anschwellen würde, sich heiß entzündete und vom Jucken gar nicht die Rede. Doch, ich geb´s ehrlich zu, nach dem 6, oder war es der siebte, weiß es gerade nicht mehr, jedenfalls Stich, da erfaßte mich leichte Panik. Vielleicht.... ich hatte im Hinterkopf, 100 Bremsenstiche oder so könnten tödlich sein. Gut, ich sah zuerst keine Hundert, Bremsen, meine ich. Aber schon ein Stück weiter, da war ich plötzlich mittendrin in einem Schwarm dieser vermaledeiten Kuhfliegen, wie man sie auch nennt. Und soll ich mal was sagen, ich hab wild um mich geschlagen, wegen der Hundert im Kopf und den möglicherweise tödlichen Folgen;-), weiß man´s....Aber die haben mich echt verfolgt. Kein Erbarmen diese Viehcher.

Ich meine...wieso gibt es die überhaupt? Wozu sind die eigentlich gut. Da denkt man doch an den Satz aus der Schöpfungsgeschichte" Und Gott hat alles gut gemacht!":

Nö! Hat er nicht. Meine ich jedenfalls! Denn die Bremsen hätte er sich sparen können. Das wollte ich nur mal sagen. Ich meine, dann wäre das Leben auf dem Land doch noch viel schöner;-)




 

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