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Ich schreibe einfach gern:)

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Ich bin Eifel-Fan

Manchmal sehnt man sich nach einem Ort, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Oder zumindestens, wo sich das Rad nicht all zu schnell dreht. Nicht, dass ich im Taumel heroisierender Gefühle für die Vergangenheit schwelgen möchte, das liegt mir fern. Ich akzeptiere das Zeitgeschehen, zumal ich sowieso nichts daran ändern kann. Allenfalls mich selber.
 
Dennoch hab ich immer mal wieder die tiefe Sehnsucht nach einem Ort, der sich darin auszeichnet, dass hier die Zeit ein wenig langsamer geht.
 
Sicher, ich habe viele solcher Orte in der schönen weiten Welt kennen- und liebengelernt, in Indien, Nepal, im unbeschreiblichen Himalaja, in Spanien, Italien, Frankreich. Nun sind diese Orte ja aus vielerlei Gründen nicht so schnell zu erreichen,-)
 
Und sicher...selbstverständlich gilt die These, wer nicht die Stille und die Ruhe in sich selber trägt, wird sie auch im Außen nirgends finden.
 
Trotzdem will ich hin- und wieder den äußeren Rastlosigkeiten meiner Umgebung, dem Getöse und Rauschen des ständig wachsenden Auto- und Verkehrslärms (was für ein Gefühl, mal keine Sirenen von Kranken- und Polizeiwagen zu hören(, dem Jagen und Haschen nach materiellen Gütern, dem An- und Aufpeitschen der Antreiber, die sich im System, dem Geist unserer Gesellschaft geschickt tarnen, entfliehen.
 
Denn, wenn man sich auch herausnimmt aus all diesem Treiben, es hat dennoch eine Wirkung auf Geist und Seele. Aber was red ich von der Seele. Man kommt sich ja heut schon mehr als altbacken vor, wenn man von der Seele, dem Seelischen im Menschen spricht. Irgendwann scheint dieses Wort durch Psyche ersetzt worden zu sein. War es Freud? Ich weiß es gerade nicht. Aber die Seele ist mehr als die Psyche des Menschen!
 
Nun...Ich will nicht all zu sehr abschweifen. Eigentlich wollte ich nur davon schwärmen, erzählen, dass es diese schönen Orte der Ruhe, Schweigsamkeit, Stille, Beschaulichkeit, wie auch immer, ganz in unserer Nähe zu finden gibt. Der eine oder andere kennt sicher auch seinen eigenen Ort, an dem er sich zurückzieht.
 
Für mich jedenfalls gibt es diesen schönen Ort in meinem Eifeldörfchen, an dem ich nun schon seit fast 3o Jahren immer wieder zurückkehre, um mal wieder ein wenig zu mir zu kommen, Abstand zu nehmen, von all dem, was sonst so notwendigerweise geschieht und getan werden muß.
 
Ich liebe die Eifel! Sie ist für mich in unserem Lande eine der schönsten Gegenden überhaupt. Und was hat dieses unseres Land nicht alles zu bieten, Taunus, Spessart, Odenwald, Hunsrück, Westerwald, die Mittelgebirge, Bayrischer Wald und ..und..und... Wieviel Zeit man da bräuchte, um diese Schönheiten alle zu durchwandern. Ich sag ja immer, dass der Mensch zu früh sterben muß. Man bräuchte einfach mehr Zeit:)
 
Allein die Eifel zeichnet sich durch ihre Vielfalt der Vegetation aus, sie bietet so Vieles. Das Gebiet um die Maare, die Quellen, das Hohe Venn, das Gebiet um die Ahr herum mit ihren prallen Weinbergen.
 
Sicher, im Gegenteil zum Bergischen Land oder dem Oberbergischen ist die Eifel insgesamt rauher und einsamer. Aber genau das lieb ich, das hat ein eigenes Geschmäckle. Diese manchmal schon ruppig daherkommenden Stürme und Winde, einfach so unkalkulierbar um die Nase der Menschen und um die Häuser tobend.
 
Dieses Mal hatte ich Glück, das Wetter zeigte sich von seiner lieblichen Seite. Nur am letzten Tag war er wieder spürbar, der kühle, rauhe Eifelwind, der über die sanften Erhebungen der Landschaft, der Hohen Acht, der Nürburg und dem Ahrtal das schönste Säuseln und Rauschen im Blätterwald entzündete.
 
Und dann eben mein Eifeldorf! Nichts hat sich hier in den letzten 3o Jahren geändert. Hier und da ein Häuschen mehr, gebaut von den jungen Leuten, weil auch sie diesen schönen Ort nicht missen wollen. Immer mal wieder ein neuer Anstrich der Fassade, weil die Wetter schnell verwüsten.
 
Ansonsten alles fein, sauber, ordentlich, geordnet, immer noch. Das Leben scheint hier wirklich einfach zu sein. Sicher, dem Broterwerb muß auch hier jeder nachgehen, von nix kommt nix,-) Ansonsten scheint sich der Mensch hier aber nicht all zu sehr um das Weltgeschehen mit ihren Verrücktheiten und Paradoxien zu kümmern.
 
Man kümmert sich um das Eigene, die Vieh-, Land- und Forstwirtschaft, den eigenen Garten, das Ziehen und Ernten der Selbstversorgung eben. Auch wenn das hier und da ein wenig zurückgegangen ist, die Viehaltung z.B.. Die Jungen wollen es einfacher haben in der Arbeitswelt. Der Landwirt muß eben zeitweise mal mehr ran als 8, 9 Stunden, je nachdem wie das Wetter es gebietet. Da kann es sein, dass der Tag schon mal 15, 16 Stunden hat, um die Ernte einzufahren.
 
Und...immer noch ist es so, als wenn die Uhren hier anders ticken. Immer noch ist es still und ruhig. Ein kleiner Wermutstropfen aber, der sich breiter und breiter macht, sind die am Wochenende auftauchenden Motorradausflügler. Das ist mittlerweile eine regelrechte Pestilenz geworden, wie mir der Wirt aus dem Dorf versicherte. Selten hab ich ihn so wütend und empört gesehen.
 
Was denken die Deppen sich eigentlich dabei? Wenn ich mir überlege...die ganze Woche malochen die sich jeck, um sich dann auf ihre Maschinen zu setzen, um durch die Eifel zu brausen, Angst und Schrecken einjagend, wenn sie statt mit 5o km/h mit 1oo km/h durch die Ortschaften brausen. Gruselig.
 
Ansonsten aber, immer noch, die gleiche Beschaulichkeit, wenn morgens die Pendler zur Arbeit das Dorf verlassen. Fast totenstill. Manchmal kann Stille, weil sie ungewohnt ist, richtig weh tun. Man muß sich wirklich erst dran gewöhnen. Die Straßen liegen dann in ihrer Einsamkeit vor einem. Und ein Spaziergänger oder Anwohner ist fast ein Wunder vor dem Auge des Betrachters.
 
Keine Geschäfte...zwei, dreimal die Woche läutet es aus einem Transporter, der vorbeikommt, ein Bäcker, Metzger oder Lebensmittelhändler, machen ihre Runde.
 
Punkt 11.00 Uhr und 18.00 Uhr das Morgen- und Abendgeläut des kleinen Dorfkirchleins, hinein in ihrer Demut daran erinnernd, dass es mehr gibt, als das, was wir sehen und glauben und für das es sich eben so sehr lohnt zu leben. Ich mag diese kleinen Unterbrechungen.
 
Jetzt, wo es um 21.00 Uhr schon duster wird, hüllt sich alles noch mehr in Schweigsamkeit, durch die Dunkelheit verstärkt. Und wenn ich dann am Fenster sitze und in die Verlassen- und Einsamkeit umherschaue, spüre ich mehr als sonst, meinen inneren Reichtum, aus dem ich zu leben weiß, ja...der mir das Leben eigentlich gibt.
 
Jetzt wißt Ihr es! Ich liebe meine Eifel, mein Dorf, mein Häuschen, und die Gelegenheit, dort ein wenig innere Einkehr zu halten und ich bin dem Schenkenden, der es mir zukommen ließ, anders kann man es nicht nennen, damals wie heute von ganzem Herzen dankbar, dass ich diese Möglichkeit habe, ganz unverdient.
 
Und sicher...niemals idealisiere ich. Ich weiß, dass sich auch in dieser Idylle meines Eifeldörfchens, Menschen befinden, die schwere Schicksale zu tragen haben, Scheitern erleben, das nicht immer alles einfach ist. Aber mir scheint es so, als wäre es doch einfacher zu tragen, in dieser Ruhe und Einfachheit. Aber vielleicht täusche ich mich ja.
 
Fahrt mal hin....in die Eifel...es lohnt sich

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