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Was tun im Alter?

Was macht man im Alter?
 
Viel Zeit zum Zeitungslesen hab ich im Moment nicht. Der Alltag fordert. Aber sie sind ja da, die Zeitungen und wenn es einen Moment der Muße gibt, hol ich sie mir halt hervor, auch eine alte Nachricht ist eine neue Nachricht, oder?
 
Jedenfalls vor zwei Tagen las ich eine, Artikel in einer alten Ausgabe des KSTA über ein Seniorenprojekt in der Schweiz. Alte Menschen, die als Knechte in ihrem Leben auf Bauernhöfen gedient hatten, wurden dort in einem Projekt aufgenommen, das sich zum Ziel gesetzt hat, alten Menschen noch eine Aufgabe und einen Sinn in ihrem Leben zu geben. Also nicht, raus und ab aufs Altenteil, oder ins Altenheim und vorwiegend mit Bastelarbeiten und Romme- und Kanasterabenden seinen Lebensabend verbringen. Nein! Die Devise lautet: Müßiggang ist aller Laster Anfang!
 
Und das wissen wir doch auch von uns selber. Beherrscht Langeweile unser Leben, haben wir keine sinnvolle Aufgabe mehr, die uns erfüllt, woran wir unseren Nutzen erkennen können in dieser Welt, kommt so manch einer auf die dümmsten Gedanken oder weiß am Ende nicht mehr, warum er überhaupt noch lebt, welchen Sinn sein Leben noch hat.
 
In diesem Projekt nun soll das anders sein. Dort können ehemalige Knechte und Mägde so, wie es ihre Energie, ihr Gesundheitszustand und ihre Fitness noch zulassen, sich weiterhin in ihrem vorherigen Arbeitsbereich austoben. Viele dieser Menschen kannten vorher gar kein eigenständiges Leben, hatten zum Teil keine eigene Familien, haben nur für ihren Chef gearbeitet, haben immer nur in einem Kämmerchen gewohnt, ohne viel an eigenem Hausrat oder Mobiliar angeschafft zu haben. Zufrieden? Ja, haben alle Gefragten betont, sie seien immer zufrieden gewesen. Viele haben nicht mal den Ort, an dem sie gearbeitet haben über die Jahre hinweg, verlassen. Sie waren nur mit diesem kleinen Teil der Welt, die ihre Arbeit bedeutete, verbunden gewesen. Hier waren sie Zuhause, ihr Leben lang.
 
Und ich meine, man muss da gar nicht besonders auf und in dieses Berufsfeld hineinschauen. Im Grunde geht es doch allen Menschen so. Jeder Mensch hat bis zu seinem Rentenalter sein Umfeld gehabt, das ihm Sicherheit und das Zuhause gegeben hat. Für die einen war das Arbeit und Familie, für andere möglicherweise nur die Arbeit. Und nun, die Rente ist durch, stehen sie da und fragen sich, was machen wir nun. Manche Rentner haben ja des Öfteren, man hört es, wenn man sie trifft und mit ihnen spricht, weniger Zeit als vorher. Dabei… wenn man mal ein wenig hinterfragt kommt zutage, eigentlich ist weniger Zeit für Nichts da. Aber besser Nichts als Gar nichts, denkt sich vielleicht so mancher Rentner. Ich meine, es ist doch schwer, im Nichtstun wirklich einen Sinn zu finden und sich dennoch nicht nutzlos vorzukommen, oder.
 
Alles so merkwürdige Gedanken, die mir durch den Kopf gehen. Ich meine, natürlich fragt man sich doch selber hin- und wieder, was mache ich eigentlich, wenn ich mal Rentner bin.
 
Und während ich den Artikel im KSTA mit wirklicher Begeisterung lese, denke ich, warum eigentlich nicht so? Also, wieso sind wir in unserer Gesellschaft eigentlich nicht in der Lage, alten Menschen einen Ort zu bieten, an dem sie ihre Erfahrungen des Lebens und gerade auch aus der Arbeitswelt, und ihre Fähigkeiten weiter ausleben können, mithelfen können, unserer Gesellschaft noch einen Dienst erweisen. Ich meine, Möglichkeiten gäbe es doch zu Hauf, oder? Sei es im medizinischen, technischen oder sozialen Bereich. Gerade Menschen, die im Alter noch aktiv sein möchten und können, für die wäre doch das Leben, jedenfalls für viele, auch im Alter lebenswerter, wenn sie sich weiterhin am Leben beteiligen könnten und nicht einfach nur, wie so manche, hoffnungslos in ihrem Zimmerchen in einem Altenheim auf den Tod warten.
 
Ich denke gerade an diesen alten Mann, diesen Ladakhi, der noch hoch betagt bis zum letzten Atemzug seine Arbeit auf dem Hof der Familie getan hat und nach einem Nickerchen in der Mittagspause friedlich eingeschlafen ist. Sicher hat er sich nicht mit seiner Arbeit dem Tod entfremdet oder ihn verdrängt, sicher, so hab ich es von den Angehörigen verstanden, hat er sich intensivst damit auseinandergesetzt, aber dennoch dabei das Leben und das, was er noch zu leisten vermochte, im Auge behalten.
 
Also, ich meine, das wäre genau der richtige Ansatz in unserer Gesellschaft, alte Menschen nicht allein zu lassen, wenn sie dann endlich berentet sind, oder in Seniorenwohnheime abzuschieben oder gar, für den, der es wirtschaftlich nicht sehr weit gebracht hat, in einem Altenheim sein Dasein fristen zu lassen, sondern Projekte ins leben zu rufen, wo Wohnen und Arbeiten im Alter noch möglich ist. Dann hätten vielleicht auch viel weniger alte Menschen Angst vor dem Alter, weil sie wissen, sicher, das Leben geht zu Ende, aber bis dahin tu ich das, was ich zu leisten gewillt bin und was ich vermag. Warum nicht.
 
Heime, die die Alten ins Abseits schieben, ihren Lebensalltag sinnlos erscheinen lassen, dürften sicher weniger kranke alte Menschen beherbergen, denn Nichtstun, Langeweile, Sinnleere kann so manche Krankheit nach sich ziehen, oder?
 
Nur meine Gedanken, die ich Euch hier aufschreibe, nach dem lesen dieses Artikels im KSTA, der mich wirklich sehr beeindruckt hat und wo ich denke, genau, solche Projekte könnten wir gebrauchen. Projekte sowieso, ob es für Alte, psychisch labile, Jugendliche, die keinen Halt haben, Strafgefangene, was auch immer, wären die bessere Möglichkeit zur Wiedereingliederung oder dem sicheren Halt in unserer Gesellschaft, als Heime und Unterkünfte, an denen sie abgestellt werden.
 
Am Ende soll es doch wie in dem Artikel auch heißen: Ausgedient aber nicht überflüssig!Erich.jpg

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J
<br /> Angenehm für die Senioren ist es, wenn sie ihren Interessen auf Treffs und Seniorenklubs nachgehen können. Davon gibt es noch viel zu wenig.<br /> LG Joachim<br /> <br /> <br />
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T
<br /> Wenn ich älter bin, werde ich in meine Ferienwohnung Berlin Mitte umziehen und dort ein neues Leben beginnen und mein Glück suchen. Ich hoffe, das gelingt mir.<br /> <br /> <br />
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A
<br /> Ein super Artikel, der sehr zum Nachdenken anregt... Du hast schon Recht - man sollte sich schon ein paar Gedanken zum Älter werden machen... Aber dabei natürlich nicht vergessen, das Leben zu<br /> leben!!<br /> <br /> <br />
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V
<br /> Was ich einmal im Alter machen will, beschäftigt mich auch sehr. Reisen würde ich gerne, aber das geht finanziell vielleicht. Ich hoffe nur, dass nicht die Langeweile mein Leben beherrschen wird.<br /> <br /> <br />
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