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Ich schreibe einfach gern:)

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Casting!

Werden wir nicht alle irgendwie.....
 
Neulich erzählte mir eine Freundin einer Freundin, noch jung an Jahren, sie suchte nach einer neuen Bleibe, wg-mäßig am allerliebsten, weil ja billiger und überhaupt, das Leben in Gemeinschaft, gerade wenn man Studierende sei, wäre doch erheblich gemütlicher, unterhaltsamer und familiärer.
 
Naja...sie hat ein regelrechtes Spießrutenlaufen hinter sich gebracht in den letzten Wochen, so erzählte sie mir. Ist nicht einfach in Kölle als Studierender ein Zimmer in einer Wg zu finden, da wenig Angebot und wenn, auch oft recht teuer.
 
Das jedoch, meinte sie, sei nicht das einzige Problem, viel schlimmer, so jedenfalls empfand sie es, sei das Casting! Casting! denkt ihr jetzt vielleicht! Wieso ich in diesem Zusammenhang von Casting spreche?
 
Naja, das Wort ist mir deshalb eingefallen, weil die Freundin einer Freundin erzählte, wie es da so abging bei den Vorgesprächen.
 
Da fängt man natürlich erstmal an, früher nannte man das ja "vorstellen", klar, muß ja auch sein, jedes Kind will einen Namen haben. Also, so erzählte mir, stellte sie sich brav mit Namen vor, und ja, dass ihr Interesse an dem Zimmer groß sei, weil sie erstens schon so lange suche, zweitens der Preis für sie annehmbar sei.
 
Man führte die Freundin einer Freundin auch durch alle Räumlichkeiten, die für die Gemeinschaft zugeteilt waren und zeigte ihr dann das maßgebliche Zimmer. Hell und freundlich sei der Raum gewesen, meinte sie, sie sei sogleich begeistert gewesen.
 
Klar, sofort hätte sie, wollte sie dieses kleine gemütliche Zimmerchen von gerade mal 16 qm ihr eigen nennen. Doch dann kam es.
 
Wo sie eigentlich herkäme, was sie denn studiere, ob sie einen Job habe, wie alt sie eigentlich sei, ob sie noch Geschwister habe, was denn so ihre Vorlieben seien, nein, nicht was ihr denkt, das jetzt nicht, also hobbymäßig und so, wann sie abends denn so schlafen ging, ob sie auf Partys stehe und ob sie viele Freunde in der Stadt hätte.
 
Man, erzählte sie mir, die Freundin einer Freundin, ich kam mir vor wie bei einem Verhör, fehlte nur noch, dass die Körbchengröße, Taillenweite und Körpergröße genau wissen wollten.
 
Ein Kloß im Hals und etwas schwankend verabschiedete sie sich nach dem doch auch lecker gewesenem angeboten Kaffee und in der Ungewißheit, ob sie denn jetzt geeignet wäre für den Rest der WG, dem Zimmer wäre es sicherlich egal gewesen.
 
Die Freundin einer Freundin ist ein hübsches Ding, das muß ich jetzt mal sagen, auch macht sie einen mir durchaus seriösen und adretten Eindruck. Ich mag sie, find sie sympathisch.
 
Allerdings so muß es wohl gewesen sein, hat sie dieses Empfinden nicht in derjenigen Person, die sie durch Zeit und Raum durch die Sphären der WG geführt hat, ausgelöst. Denn? Wie und aus welchem Grund auch sonst, hat man sich gegen sie entschieden.
 
Traurig war sie, die Freundin einer Freundin. Da kann man nix machen, meinte sie, bin ich einfach "durchgefallen"
 
Ja..und bei dieser Erzählung kamen mir die Gedanken, werden wir nicht eigentlich ständig irgendwie "gecastet?" Wohnung, Nachbarn, Jobsuche, bei irgendwelchen Seminaren, Kursen, wie auch immer, ja sogar bei Kontaktaufnahme in irgendeinem öffentlichen Raum, sprich Disco, Kneipe, Restaurant, wenn Mann/Frau denn dann in die Gelegenheit kommt, heißt es doch, wo kommst du her, was machst du hier, wie alt bist du, bist du Single oder gebunden, was arbeitest du. Die Frage nach der Art der Beschäftigung taucht doch sehr oft direkt auf, als wenn der Mensch nach seiner Tätigkeit beurteilt werden kann. Tse..tse...
 
Na dann...was soll´s, wir müssen uns wohl dran gewöhnen, "gecastet" zu werden, wie die Jungs und die Mädels, bei Germany-Next-Topmodell, oder wie dat heißt, ich hab´s noch nie gesehen;-), oder DSDS oder so ähnlich.
 
Nun ja, jedenfalls scheinen diese Damen und Herren, die sich da "casten" lassen über eine große Portion Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein verfügen, sonst täten sie es nicht.
 
Hätten wir das doch im Alltag auch bei den ganz normalen Dingen des Lebens doch auch, meinte sie, die Freundin einer Freundin, als ich ihr von meinen Gedanken erzählte, die mir wiederum bei ihren Erzählungen über das Abenteuer "Suche Zimmer in WG" berichtete. Vielleicht wären wir dann auch mal der "Hauptgewinner":-)
 
So ist es eben....lassen wir uns "casten" und werden hoffentlich bei jedem "Casting" ein Stück selbstbewußter, dann hat sich das doch auch gelohnt.
 

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H
<br /> Nun heisst es Casting und früher hat man halt geflirtet und so auch seine Infos bekommen .<br /> so ändern sich halt die zeiten.<br /> <br /> Viel Erfolg mit dem Blog weiterhin.<br /> <br /> <br />
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