Ich schreibe einfach gern:)
Mittwochvormittag! Eine Kundin steht bei mir an der Kasse, will ihre gekauften Bücher bezahlen. Ich zahle bar, sagt sie, denn mit der Scheckkarte geht gar nichts mehr. Auf meine Frage warum, erzählt sie mir, dass sie am Tag zuvor „ausgeraubt“ wurde. Wie das? frag ich sie. Dann erzählt sie mir, dass an der Stadtsparkasse Nippes, Neußer Strasse, Betrüger eine kleine Kamera über dem EC-Automat montiert hatten, mit der sie die Kundendaten- und Eingaben der Abholer abfotografiert hatten. Ja, und so verlor sie sage und schreibe 3.000,00Euro. Meine Kollegin und ich waren fassungslos. Gelesen, aber nicht selber erlebt, Gott sei dank nicht, dachten wir noch. Klar, haben wir ihr unsere Anteilnahme ausgesprochen. Den ganzen Tag musste ich drüber nachdenken und meine Kollegin sagte mir noch, ich hole nie Geld am Automaten ab, ich zahle auch nie mit EC-Karte. Hab immer nur Bargeld bei mir, schon allein deswegen, weil ich dann besser überschauen kann, was ich wirklich ausgebe.
Na ja, dachte ich noch, ob das nicht ein bisschen übertrieben ist?
Nun denn, der Tag hatte seine Plage für sich, Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel ist der absolute Oberhammer. Langsam bekomme ich schon Muskelkater in den Fingern vom Einpacken der Geschenke.
Am Abend dann völlig platt nach Hause, noch etwas essen, einen Wein trinken und dann entspann, dachte ich zumindest. Es fing auch gut an. Bis das Telefon klingelte. Ich wollte eigentlich nicht drangehen, kleine Notlüge „bin nicht zuhause“! Aber dann sah ich, dass meine Tochter am anderen Ende war und natürlich wollte ich sie hören. Aber was dann kam, haute mir glatt den Boden unter den Füßen weg. Mein völlig aufgelöstes Mädchen erzählte mir nun eine Geschichte:
Am Mittwochmorgen wollte sie, übrigens Studentin, die sich in harter Arbeit ihren Lebensunterhalt selbst verdient, am Automat ihrer Bank einen Betrag von 30,00Euro abholen. Leider spuckte der Automat das Geld nicht aus, weil angeblich kein zur Verfügung stehender Betrag auf dem Konto war. Völlig konsterniert, sie wusste, dass noch ein größerer Betrag eigentlich auf ihrem Konto war ging sie schnurstracks in die Filiale. Dort erklärte ihr der Angestellte, na hören sie mal, Fräulein, sie haben doch gestern in Sydney 450,00Euro abgeholt. Töchterchen fiel aus allen Wolken. Moment mal, sagte sie ihm, ich stehe doch hier, wie kann ich denn in Sydney 450,00 Euro abgeholt haben? Nun denn lange Rede kurzer Sinn: Das gleiche Procedere! Anscheinend hatte jemand an dem EC-Automat eine Kamera angebracht, die Daten fotografiert der abholenden Kontobesitzer und sofort ins Ausland gemailt. Von dort aus hat man dann das Konto der Tochter geplündert.
Töchterchen war fassungslos. Für das Geld hatte sie, wie gesagt, hart gearbeitet. Jedoch erklärte der Angestellte der Bankfiliale ihr, man würde alles prüfen und sie sei dagegen versichert. Am anderen Tag also Anzeigenerstattung und die Zusage der Bank, dass das Geld erstattet würde.
Nun, ist ja alles nur Geld. Trotz allem war es eine „böse Bescherung!“
Anscheinend sind die Betrüger jetzt vermehrt unterwegs um andere Menschen um ihr Geld zu bringen. Man kann also wohl nicht vorsichtig genug sein beim Abholen von Geldbeträgen. Man liest es zwar des Öfteren in der Zeitung, glaubt aber meistens nicht, selber einmal Opfer solcher Betrügereien zu werden.
Nun, wir lassen uns das Fest nicht durch solche Übeltaten vermiesen. Aber warnen kann man wohl nicht genug. Mir ein Rätsel, immer noch, wie so etwas überhaupt möglich ist.