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Ich schreibe einfach gern:)

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Ich lauf dann mal!

Die Sonne bringt es an den Tag. Oft hör ich jetzt von anderen, jetzt hol ich mein Fahrrad wieder raus oder endlich mal wieder die Laufschuhe anziehen! Oder überhaupt, diese Saison fang ich endlich an, etwas für mich zu tun!
 
Ich laufe, auch im Winter, zwei bis drei mal die Woche! Morgens früh vor der Arbeit. Das ist am schönsten, wenn noch alles unberührt ist, wenig Autos unterwegs sind und auch noch nicht zu viele Hunde-Leute unterwegs sind. Nichts gegen Hunde, ich liebe sie, hab selber mal einen gehabt! Aber wenn man so im dunklen durch den Park kommt und da steht dann so ein großes Ungetüm vor einem und der Hundebsitzer beschwichtigend abwinkt, der tut nichts, da steigt der Adrenalinspiegel doch sehr stark an. Es ist kaum zu glauben, wie viel morgens mit ihren Vierbeinern unterwegs sind. Ist immer nett anzusehen, wie sich viele verabreden, Alltagsgeschichten über ihren treuen Begleiter austauschen, aber auch ihre Sorgen und Nöte. Sind auch viele alte Menschen dabei, die dadurch überhaupt Bewegung haben und soziale Kontakte knüpfen, die sonst vielleicht vereinsamen würden.
 
Mittlerweile laufe ich ja schon vier Jahre. Wenn ich daran denke, wie es angefangen hat, muss ich heute lächeln. Damals kam der Wunsch in mir auf, als ich öfters beim Spazierengehen andere Läufer gesehen habe. Ich hatte ein bisschen zugenommen und plötzlich von einem auf den anderen Tag Blutdruckschwierigkeiten. Außerdem habe ich durch Arbeit und Kinderziehung kaum Zeit für mich gehabt. Gut, im Nachhinein sehe ich, dass das eine Ausrede war. Zeit hat man immer, wenn man wirklich will. Was mich auch noch davon abgehalten hat, war der Gedanke, dass mich ja jemand beobachten könnte, wie ich da wie eine bleierne Ente meine ersten Runden drehe. Hab ich ja auch immer gemacht, lieber zugeschaut und manchmal musste ich schon ein bisschen grinsen, wie da der eine oder andere sich in seinem jeweils individuellen Laufstil durch den Park robbte. Bis ich den inneren Schweinehund überwand und mir gedacht habe, na gut, sollen die anderen eben auch was zu lachen haben!
 
Also hab ich mir ein paar Schuhe gekauft und ab gings. Die Kempener hinunter bis zum Grüngürtel. Die ersten drei bis vier Wochen waren hart. Kaum 300 m gelaufen, schon Seitenstiche, Kurzatmigkeit und eine innere Stimme, die mir sagte, lass es, das wird doch nie was. Hab dann immer an Joschka gedacht, dessen Buch ich damals gelesen habe, indem er von der eigenen Überwindung gesprochen hat. Das hat mir Mut gemacht. Wenn der das schafft, warum du nicht auch! So hab ich halt durchgehalten und siehe da, schon nach ca. sechs Wochen hab ich es geschafft, ohne anzuhalten, ohne all die anderen kleinen Probleme gut meine 5 bis 6 km zu laufen. Nicht riesig schnell, aber das war auch nicht mein Ziel.
 
So hat sich das dann verselbständigt und seither lauf ich diese Strecke ca. 2 bis 3 Mal in der Woche. Im Winter ist es mehr ein Kampf wie im Sommer. Aber trotz allem hört der nie auf. Jedes Mal muss ich mich selber aktivieren. Familie freut sich mit mir, dass ich es schaffe und natürlich über die Brötchen, die ich dann oft mitbringe.
 
Beim Laufen mache ich auch die Erfahrung, dass der Kopf mit all den Gedanken endlich mal frei wird. Hab oft das Gefühl, ich lauf den Problemen und Anspannungen einfach mal davon. Manchmal ziehe ich mir einen I-Pod und hör eine schöne Musik dabei. Aber grundsätzlich find ich es schön, die natürlichen Geräusche, erstes Vogelgezwitscher, das Rauschen der Blätter in den Bäumen und kleine Gesprächsfetzen aufzufangen. Außerdem bekomme ich so, genau wie beim Radfahren, die Jahreszeiten viel intensiver mit. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wie sich die Wege im Park jahreszeitengemäß verändern. Immer wieder ein Kommen und Gehen der Natur, Jahr für Jahr, und ich laufe durch die Zeit. Und ja, die Gesundheitsprobleme bezüglich des Blutdrucks sind verschwunden und Schokolade kann ich auch soviel essen wie ich will. Wenn ich wegen Erkältung oder wie im letzten Winter wegen eines Fersensporns mal eine Zeit pausieren muss, dann merk ich wie ich unruhiger werde und ich eine starke Sehnsucht nach Bewegung bekomme. Familie sagt dann immer, Mama scharrt mit den Hufen wie ein Pferd, das keinen Auslauf hat.
 
Also Laufen lohnt sich, auch gegen alle Widersprüche, die sich in einem auftun.

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