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Ich schreibe einfach gern:)

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Reizüberflutung! Streßfaktor!

Es gibt so Tage, da könnte ich aussteigen, weiß nur noch nicht wie. Vielleicht überleg ich mir das in meinem Jahr „Auszeit“ auf der Reise! Warum?
 
Das fängt schon morgens an. Hab ich mal einen freien Tag und will ein bisschen länger schlafen, klingelt es. Die Müllabfuhr! O.k. muss ja sein. Na dann steh ich mal auf! Runter, den KSTA holen. Beim Aufheben fällt mir erstmal eine ganze Ladung an Werbebotschaften herunter. Oh je! Puh! Ich will die gar nicht. Les die auch nicht! Ich will nichts kaufen, was ich nicht brauche! Hab mir aber mal von einer Bekannten, die beim KSTA in der dafür zuständigen Abteilung arbeitet sagen lassen, dass es Menschen gibt, die genau darauf warten.
 
Frühstück machen! Zeitung lesen, da klingelt es wieder. Postzustellung! O.k . ist ja in Ordnung. Dann aber schellt es im laufenden Vormittag noch drei Mal, denn es gibt noch extra Werbemitteilungen und mittlerweile noch weitere private Zustellungsdienste! Ich merke, wie ich langsam angenervt werde. Rausholen der Post. Die Hälfte davon sind Werbeschreiben, Kredite, Menschen- und Tierschutzorganisationen und was weiß ich sonst noch so, ich mach die alle gar nicht auf, werfe sie sofort in den Müll. Dieser Berg an wegzuwerfenden Werbebotschaften macht mich ärgerlich.
 
Beim Lesen der Zeitung schau ich natürlich besonders gern nach dem Terminkalender. Was bietet Köln heute an Unterhaltung und Kultur. Unglaublich! Was könnte ich machen. Manchmal hab ich das Gefühl, etwas versäumt zu haben, was gerade besonders ansehenswert gewesen wäre. Ja, ist das denn möglich? Was für Gedanken!
 
Geh jetzt erst mal einkaufen. Das fällt mir an diesem Tag besonders schwer. Kennen sie das. Sie wollen nur ein paar Kleinigkeiten, suchen eine ganz bestimmte Zutat, und man ist total überfordert, von dem Angebot. Vor lauter Produkten weiss ich nicht mehr, was ich wirklich wollte. Ich sehne mich nach den kleinen Läden, wo man sich kennt, ein bisschen schwätzt und mit Milch, Brot und Käse nach Hause geht und dann ist gut!
 
Am Nachmittag kommt meine Tochter. Sie braucht ne neue Hose und ein paar Schuhe. Da sie Studentin ist, will der Papa da was spendieren. Wir machen uns auf und fahren in die Stadt. Überwindung für mich. Ich geh nicht gerne in die Geschäftsmeile! Schon nach dem dritten Geschäft fange ich an müde und nervös zu werden. Jedes Geschäft voll mit Hunderten von Hosen, Schuhen etc.. Rein in die Kabine, raus aus der Kabine. Aber vor allen Dingen erst mal 10 bis 20 Minuten anstehen, bevor man überhaupt da reinkommt. Ich hab keine Lust mehr, mir weitere Hosen und Schuhe anzuschauen. Vor lauter Bäumen sehe ich den Wald nicht mehr. Die Entscheidung fällt immer schwerer!
 
Wieder raus aus musikalischer Berieselung und Massenansammlungen von Menschen. Bin ich so verkehrt?
 
Wir wollen eine Kleinigkeit essen und suchen ein nettes Restaurant. Dort angekommen, nehme ich die Karte! Vier Seiten! Mensch, jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich nehmen soll. Ich wünsche mir eine Karte mit maximal fünf bis sechs Gerichten, die dann aber frisch gekocht auf den Tisch kommen. Würde mir völlig reichen! Nach langem Suchen, such ich mir eine Pasta aus, hab aber das Gefühl, nicht doch vielleicht das Ragout hätte nehmen sollen?
 
Ich habe das Gefühl einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt zu sein, die mich daran hindert, das Wesentliche zu sehen! Was ist los! Will ich das wirklich! Wenn ich überlege, am letzten verkaufsoffenen Sonntag waren 3000000 Menschen unterwegs in der Stadt. Freizeitgestaltung? Einkaufen, nein Shoppen nennt man das heute.
 
Auf dem Nachhauseweg fallen mir wiederum 100te von Werbebotschaften an Reklametafeln auf, hupende Autos, handytelefonierende Menschen um mich herum. Schauen und sprechen zugleich. Essen nur noch „to go“!
 
Zuhause angekommen, will ich mich fallen lassen. Erst mal einen Kaffee. Musik aus dem Zimmer des Sohnes, das Telefon klingelt, ich nehme ab und im selben Moment klingelt das Handy. Bin ich ja selber schuld! Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, denn zugleich bereite ich auch noch den Kaffee zu. Ach ja, dann klingelt es mal wieder. Die Nachbarin! Ist ja grundsätzlich nett. Aber gerade heute, wo mein Auge und mein Ohr total reizüberflutet ist. Ich kann nichts mehr aufnehmen!
 
Das sind so Tage nach denen ich mich danach sehne, auszusteigen. Einen Container zu bestellen, meine Wohnung zu entrümpeln, in das Häuschen in die Eifel zu ziehen, wo es kein Telefon gibt, niemand klingelt, weil ich dort keine Post bekomme und wo ich stundenlang aus dem Fenster schauen kann und nichts sehe, als ein paar Häuser, aus denen keiner kommt. Manchmal schaue ich stundenlang aufs Feld und begreife erst in diesem Moment, dass die Erde wirklich eine Schöpfung ist! Dann träume ich von einer Welt, in der ich nur zwei Hosen brauche, einen Pullover zum wechseln, einen Tisch und maximal vier Stühle, keinen Fernseher, keine Werbebotschaften und auch nicht 10 verschiedene Sorten Marmelade!
 
Meine Auge und mein Ohr kann manchmal nichts mehr aufnehmen. Selbst die Gedanken sind zuviel und ich möchte sie Feng-shui gemäß entrümpeln. Mein kleines Umfeld kann ich ändern, aber wie soll ich mich dem Lärm, der Leucht- und Lichtreklame, den Werbebotschaften etc. entziehen? Es gibt Tage, da hab ich das Gefühl, dass diese ständige Reizüberflutung meine Konzentrationsfähigkeit einschränkt und mich irgendwie hyperaktiv werden lässt. Jetzt bin ich ein erwachsener Mensch, aber wie empfinden das wohl die kleinen Kinder!

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