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Wullewupp Kartoffelsupp:-))

Es waren die drei pesten Publikümer...mit diesen Worten verabschiedete sich mein Traummann Helge Schneider von der wunderbar ausgeleucheten Bühne in der Kölner Philharmonie. Nie war sie so wunderbar ausgeleuchtet, wie in diesem Jahr. Die Orgel am Ende in wunderbares Rot gehüllt, vermittelte den Eindruck, man säße in einer närrischen Raumfähre, ganz anderer Art von Humor. Aber ich bin ja schon am Ende.
 
Wie jedes Jahr, ich muß überlegen, jetzt schon im 10. Jahr, ziehen wir als Familie in Helges karnevalistischer Hochburg ein.
Und ich weiß es gleich zu Anfang, das Publikum ist einfach wunderbar. Jubelnder Applaus, gute Stimmung vom ersten Moment an. Und da ziehen sie auch schon ein. Helge, hatte dieses mal einen Klaviermann,  Jochen Bosak, mitgebracht, zwei Gitarristen, Reinhard Glöder, den ich noch nicht kannte und Sandro Giampietro, der schon einige Male mit dabei war, den unglaublichen, über alles ragenden Schlagzeuggott Pete York und last but not least Sergej Gleitmann, der seinen Namen in Golddollar verwandelt hatte und den letztes Jahr schmerzlich vermißten Bodo Österling, einfach nur "Teemann" genannt.
 
Die Finanzkrise ist im Anmarsch, aber hat Köln noch nicht erreicht....so begann Helges Show. Sie ist erst beim Mittelstand angekommen. Und daher war Helge froh, dass auch die Armen ihren Platz hinter der Bühne gefunden hatten. Was wären die Reichen ohne die Armen oder umgekehrt.....ruft er lächelnd ins Publikum. Dann erstmal Tee. Der arme malträtierte, sich schon seit 16 Jahren in der Ausbildung befindende Bodo, kommt auf Befehl. Kein Kräutertee heute, fragt Helge iritiert. nein, er schmeckt es, es muß etwas anderes sein, Maus oder Ratte. Er schlürft genüßlich und stellt fest, jawohl, es muß Mausrhododendrontee sein. Herrlich, herrlich, wie ich diese verrückten Wortspiele liebe. Und so geht es weiter.
 
Das Programm etwas anderes wie in den letzten Jahren, aber um so erfrischender. Udo und Peter geben sich nur kurz ein Stelldichein, vermischen sich mit Helges Stimmexperimenten...tot zu kriegen sind sie nicht.....
 
Helge tanzt mehr in diesem Jahr, spielt dagegen kein Klavier, kann also auch nicht mit den Fingern von der Tastatur fallen. Er tanzt überirdisch wahnsinnig gut, elfenhaft, im Zeitlupentempo über die Bühne. Was ihn am sympathischsten macht, dass er zwischendurch selber über seine vielleicht doch hier und da spontanen Einfälle lachen muß. Dafür geht ihm das Saxophon flöten. In tolpatschiger, gekonnter Clownerei läuft er ihm hinterher, bis er endlich loslegen kann. Und wie? Er ist einfach ein exellenter Musiker. Er spielt einfach alles und so kommen die musikalischen Einlagen der Band insgesamt an diesem Abend auch zum Zuge und zeigt, was sie drauf hat.
 
Die Erwartungen an das Repertoire werden absolut erfüllt. Telefonmann, Meisenmann und hast du eine Mutter, dann hast du immer Butter, mit herrlich pantomimischen Einlagen und abgewandelten Texten bringen das Publikum zum Rasen. Ich jedenfalls komme aus dem Lachen nicht heraus.
 
Und der Clou: Helge liebt Tatort genau wie ich..... Er weiß auch genau wie ich schon immer am Anfang, wer der Mörder ist. Ist doch klar, immer der, der am Anfang schon sagt, ich war´s nicht;-)
 
Die Krise kommt bald.... erinnert er immer wieder zwischendurch und ja..... das Wetter ist kalt, aber es wird wärmer, bald.... 2011 im Sommer. Dauert ja nicht mehr lang. Und Köln ist wunderschön, stellt er immer wieder fest. Es wird auch viel gebrochen, hier so bei uns. Fasziniert beschreibt er, wie Kölner Jecken an Bäumen schlafen, plötzlich spurlos verschwinden, um wohl an einem nächsten Baum weiterzuschlafen.
 
Peter York dann mit seinem Schlagzeugsolo und es macht mir Mühe seine Hände zu verfolgen, die in einer Geschwindigkeit über Becken, Trommeln und Bongos tanzen, dass es das reinste Vergnügen ist. Die Band, der Wahnsinn, dabei ist sie aus dem Altersheim geliehen, erzählt Helge vertraulich. Die werden dort jetzt vermißt. Müssen aber in der Pause auch zur Visitie, Blutaustausch, Infusion und so. Und er bezahlt sie schwarz, ist ja auch mal klar, wegen der Steuern und so.
 
Irgendwann vertraut er uns an, dass er sich auch beworben hat, als Top-Modell bei Heidi, dass er aber eine kleine Korrektur operationstechnisch hat vornehmen lassen. Seine Füsse..... es sind seine Füße.... er hat sie verlängern lassen, damit er nicht aus dem Bett fällt.
 
Ach, ich könnte alles von Anfang bis Ende erzählen, wie er von der Trompete von Mexiko erzählt und von den 10 m hohen Kakteen und von den Menschen, die sie pflegen, den Kaktisten und von seiner wunderbaren Persiflage französischer Chansons. Dass er ein Zauberer ist, wußte ich bisher auch noch nicht. Aber ich staunte beim Verschwindenlassen einer Blockflöte, die er zwar nie gespielt hat, er hatte nämlich keine in der Kindheit, nur ein Klavier, denn Familie Schneider war arm und der arme Vater hat 96 Jahre für das Klavier gearbeitet. Jedenfalls verschwinden lassen konnte er sie.
 
Ach, ich hör auf und rate nur jedem, sich beim nächsten Mal bloß nicht den Helge entgehen zu lassen. Manchmal sieht man ihn im Fernsehen, kurz und viele sagen dann.... mit dem kann ich nichts anfangen....aber es ist einfach zu kurz.... im Fernsehen.... man muß ihn live sehen, um seine musikalischen, clownesken und humorvollem Einlagen wirklich erleben zu können. Ich weiß nicht, wieviele Instrumente er spielt und dass er zuhause auch noch Zeit hat, nach monatelangem Touren in seine hauseigene Sternwarte zu schauen;-)zeigt, wie vielseitig er ist und ja natürlich alle Programme im Fernsehen zu verfolgen, obwohl er Fernsehgucken eigentlich scheiße findet;-))
 
Helge ist Kult! Helge muß sein! Helge ist oberhammermäßig klasse. Er ist es, er war es und er wird es bleiben.
 
Vielleicht im nächsten Jahr, oder in den nächsten 10, 20 oder 30 Jahren, wer weiß. Ich würde jedenfalls auch auf allen Vieren ins Konzert krabbeln.
 
Wullewupp Kartoffelsupp und aus die Maus, schon war´s zu Ende.

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