Manchmal ist das Gesichterbuch und damit meine ich unser aller Facebook doch auch zu etwas nütze. Es muß ja dort nicht Tag für Tag jedes Detail des Lebens mitgeteilt werden. Wozu auch. Jedoch nennt man es ein *soziales Netzwerk* Sozial daraus resultierend, dass es Menschen verbinden kann und sie so in Kontakt bleiben. Das ist wichtig nicht nur in der virtuellen Welt. Denn Einsamkeit zu empfinden ist gar nicht so schlimm, es kann sogar wildromantisch sein. Aber Einsamkeit, die aus Isolation herrührt, scheint mir gefährlich und hat wohl auch oft zur Folge, dass Menschen an psychischen Störungen erkranken. Glaube ich, ich weiß es aber nicht.
Ich für meinen Teil kann auch sagen, dass ich zu 95% aller meiner Kontakte die Menschen persönlich kenne, wenn ich sie auch manchmal des längeren nicht gesehen habe. Das bedeutet aber nichts, vor allen Dingen wenn es zwei, drei Freunde sind. Wenn du wirklich richtig gute Freunde hast, ist es unerheblich wie oft du sie siehst, Grundlage einer Freundschaft ist, dass du immer auf sie zurückgreifen kannst, du für sie und sie für dich da sind, wenn du sie brauchst. Brauchen nicht nur im Sinne von *wenn es dir mal nicht gut geht* sondern wenn du einfach Sehnsucht nach ihnen hast und etwas mit ihnen unternehmen möchtest.
So war das bei mir vor ein paar Tagen. Ich fand einen Hinweis auf die bevorstehende *Theaternacht in Köln* vor, klickte spontan auf *Interesse*, weil dieses schon vor einiger Zeit auf meinem Plan stand. Und als ich nach einiger Zeit noch einmal reinschaute, sah ich, dass eine liebe Freundin mich angeschrieben hatte, ob wir nicht zusammen in dieser Nacht unterwegs sein wollen. Diese meine Freundin schreibt gerne Kulturkolumnen und hat somit immer den Vorteil an Eintrittskarten zu kommen und in diesem Falle war da auch eine für mich dabei. Wie schön. Na klar, sagte ich ihr, wunderbar, endlich sehen wir uns mal wieder und dann zu einem schönen Ereignis wie dieses. Hab ich schon gesagt, dass ich diese meine Freundin sehr sehr gern habe. Natürlich wie alle meine Freunde. Und ich kann behaupten, jeder meiner Freunde hat ein grundsätzlich anderes Naturell, für welches ich sie liebe. Diese meine liebe Freundin ist ein kleiner Chaot, weswegen ich sie so unfaßbar gern habe, weil ich es so drollig finde, wie sie immer total überdreht von Eindrücken durch die Welt latscht. Sie kommt von Hütchen auf Stöckchen und das von jetzt auf gleich. Wenn wir uns sehen, ist es überhaupt nicht so, als wenn eine lange Zeit dazwischen gelegen hat. Das ist das Schöne an guten Freundschaften. Dass die Nähe auch durch räumliche und zeitliche Entfernung niemals verlorengeht.
Wir haben uns verabredet. Um 19.30 Uhr beim Jakubowski in Köln-Mülheim. Wenn ich ohne sie gewesen wäre, wäre ich in dieser Nacht aus meinem rechtsrheinischen Bezirk nicht herausgetreten. Da wir aber gemeinsam unterwegs waren, sie mit Auto, sind wir auch zur anderen Rheinseite, nämlich der *richtigen* wie wir Kölner zu sagen pflegen, gewechselt und haben dieses nicht bereut. Meine liebe nette Freundin kommt immer zu spät. Das weiß ich. Es nutzt auch nix, sich einfach früher zu verabreden, denn sie käme auch dann zu spät. Mir macht das nichts aus zumeist. Ich kenn sie ja. Ich dagegen beherrsche nunmal (ich kann nichts dafür, ich will damit auch gar nichts bezwecken, es liegt einfach in meiner Natur) die Pünktlichkeit, nein, noch viel mehr die Überpünktlichkeit. Selbstverständlich bin auch ich schon einmal verspätet zu einem Termin gekommen, aber niemals lag das an mir sondern an irgendwelchen nicht einzukalkulierenden Vorkommnissen.
Ich war also schon um 19.15 Uhr am besagten Treffpunkt, dem Jakubowski. Das Jakubowski ist ein gemütliches Cafe hier im Mülheimer Veedel, dass sich seit ca. 11 Jahren hier etabliert hat und wo man nicht nur lecker zu Mittagessen kann, sondern sich auch zeitungs- oder buchlesend bei einem Cafe sowohl drinnen oder drauen (bei Sonnenschein) aufhalten kann.Die Inhaber des Cafes haben übrigens Namen gewählt, weil in dem Haus, in dem es sich befindet, einmal ein Mieter dieses Namens gewohnt hat, der dann aber später in das gegenüberliegende gezogen ist. So hat der Name einen Bezug und drückt somit auch die Verbundenheit zum Veedel Köln-Mülheim der Besitzer aus, was ihnen sehr wichtig war.
Ich stand da also früher wie immer. Die Cafe-Besitzerin kam auf mich zu und fragte mich, ob ich zu der Vorstellung käme. Na klar, sagte ich ihr, ich warte nur noch auf meine Freundin, sie hat die Karten. Ich fragte mich in diesem Moment, wieso sie gerade mich ansprach. Irgendwas muss ich an mir haben, wieso die Leuts immer auf mich zukommen, wenn ich da so irgendwo herumstehe. Waren doch auch noch andere da und schmunzelte vor mich hin. Die Freundin kam kurz vor Beginn des Einlaßes. Eine halbe Stunde Verspätung. Dicke Umarmung, hurrah wir sind dabei. Sie bewaffnet mit ihrer Kamera durch den Raum Momente fotografierend. Ich sitze da und einer der Protagonisten kommt zu meinem Platz und begrüßt mich persönlich, aber so, als wenn er mich kenne. Ich fand das merkwürdig. Sagte es ihm auch. Ich sags ja, ich versteh das nicht und ein wenig hat mich das gar unangenehm berührt. Aber egal. Die Vorstellung begann. Es war so eine Art gezeigter Workshop der Schauspieler, die uns zuteil wurde. Es ging um Glück, Eitelkeiten und Emotionen des Menschen, die über Gesang in musikalischer Begleitung dargebracht wurden. Wo ist das Glück zu finden? Was bedeutet überhaupt Glück. Und was macht Mensch mit der Enttäuschung, wenn sich das erwartete Glück nicht einstellt? Gute Gedanken, lohnenswert drüber nachzudenken? Ich weiß es nicht. Mehr und mehr komme ich dazu, nichts zu erwarten, sondern zu tun und dann zu schauen. Vielleicht wollten sie das auch mit den Texten ihrer Lieder vermitteln oder gar mit dem Titel ihrer Vorstellung * Buddha trifft Jägerzaun* Die ganze Zeit schwirrte mir dieser während der Aufführung im Kopf herum. Warum dieser Titel? Ich bin dann zu dem Ergebnis gekommen, dass es rein gar nichts bedeutet. Es ist unwichtig. Unwichtig wie all die Fragen nach dem Glück. Denn es gibt keine allumfassende Antwort. Für jeden Menschen bedeutet Glück etwas anderes. Und jeder Mensch geht ebenso anders gemäß seiner Individualität mit Enttäuschungen über nicht eingetretenes Glück um. Daher, leb einfach das Leben und schaue. Ähnlich hat ja auch Adorno gesagt: *Leben das Sinn hätte, fragt nicht danach. Laß dich leben, es geht ohne Motiv* Es war sehr lebendig und ich hab mich gefreut zwei Lieder zu hören, die ich natürlich kannte....*Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen von Zarah Leander* ...und *sie mögen sich* von Käptn Peng... Von der Liebe als Glücksbote und dem Kampf sie nicht zu verlieren. Ein ewiges Thema der Menschen.
Nun wollen wir weiter. In der Wallstrasse. Dort gibt es den Raketenklub. Aber erstmal Wallstrasse finden. Es ist dunkel, die Freundin, ein Chaot, und ich hab die Brille nicht auf. So laufen wir erst in die verkehrte Richtung um dann der Technik zu vertrauen und die Wallstrasse finden lassen. Da ist es dunkel. Nur von fern sehen wir einen Lastwagen mitten auf der Strasse stehen. Dahinter Beleuchtung. Da ist schon was zugange. Mist, zu spät gekommen, aber egal, da sind noch Plätze zu finden auf dem Fussgängerweg. Eine aufgestellte Bank lädt ein. Nette Frauen neben mir. Hab ich sofort gespürt. Auf der Strasse bietet das Atelier Mobile-TravelinTheatre das Poetry-Tanzspiel *Troittoiriotort* Jösses, was fürn Wort. Was für ein Wort. Wann es begonnen hat, keine Ahnung, aber es fesselt mich sogleich. Eine dystopische Stimmung liegt über allem. Die Schauspieler bewegen sich über die Straße, während elektronische Musik leise wummert. Eine Frau im Soldatenmantel mit nacktem Schädel trägt einen Text vor, dessen Stimmung in den Gebärden der Tanzenden wiedergespiegelt wird. Es geht um Vernichtung durch die Gier der Menschen, Verwüstung des Planeten, Endzeitsatimmung. Ich muss unweigerlich an das Buch des US-Autoren CormacMccarthy *Die Straße* denken. Irgendwas von einem Traktormann wird erzählt, Glyphosat hat die Natur vernichtet. Ich weiß bescheid, auch wenn ich nicht von Anfang an erlebt habe. Der Mensch ist mehr als Baum, Strauch, Blume, Erde, viel viel mehr. Er könnte einen Neuanfang schaffen. Nach all dem. Eine Hoffnung? Ich weiß es nicht. Die Bewegungen, die Musik, diese ganze Stimmung bringen mich fast zum Weinen. Alles ist ganz still...wenn nicht da plötzlich während der Darbietung immerr wieder vorbeifahrende Autos oder Spaziergänger, die von all dem gar nichts wissen, was hier vorgeht, einfach durch die Szenerie laufen würden.
Ein merkwürdiges Bild, so kommt es mir vor. Genauso wie es sich mir oft im Schauen auf das Leben in unserer Gesellschaft darbietet. Mehr und mehr wird beherrscht von Zerstörung, Haß, Neid und Gier. Wir alle sehen das, tun nichts und machen einfach weiter wie bisher. Doch ehrlich, so was läßt mich weinen. Dieses nicht dazugehörende Vorbeifahren der Autos und dem Vorüberspazierenden gehört irgendwie unplanmäßig zum ganzen Schauspiel. Oder war das mit angedacht als Bild? Könnte sein. Nur der Wagen, der sich plötzlich, mit nix was zu tun, einfach so in die Bühne des Spiels hinein platziert geht mir reichlich auf den Keks. Der merkt aber auch rein gar nichts. Steht da wie blöd herum und läßt seelenruhig seine Theaternachtbesucher angeführt von nem Guide, aussteigen. Der sacht auch nix. Gibts doch nicht. Ist der blöd, sag ich zu meiner Nachbarin. Aber nur vor sich hingebrummelte Sachen helfen da auch nicht weiter. Sie meint auch, der ist doch voll blöd. Aber nix ändert sich. Irgendwann steht sie auf, geht zum Fahrer des Busses und sagts ihm. Ich hätte ja sonst auch, aber warum immer ich. Sollen auch mal die anderen. Mein Leben lang hab ich immer den Mund aufgemacht und geernet hab ich nur Ablehnung. Nicht, dass mir das egal ist, aber in diesem Moment hatte ich einfach keine Lust, weil mich die Vorstellung trotz des Zwischenspiels immer noch so gefesselt hat und ich wollte mir das nicht stehlen lassen. Hat übrigens auch eh nix genutzt. Der Depp hat weitergemacht, bis alle raus aus dem Bus waren und ist erst dann weiter. Ich weiß schon, warum ich bei solchen Veranstaltungen mich niemals einer solchen Truppe anschließen würde. Im ürbigen, ich mag eh nicht diese Zusammenrottung von Gemeinschaften, das beruht auf meinem Erfahrungsschatz. Ist so.
Ein Musiker steigt auf das Dach des LKWs, spielt mit einer Geige Endzeitstimmungstöne, die Tänzer wandeln durch die Szene, ein Schauspieler nimmt die vom Traktormann abgelegte Eisenrüstung und zerstört sie mit einem Schweißgerät. Weg mit der Gleichgültigkeit der Menschen, denke ich bei diesem Anblick. Und dann ist es auch schon zu Ende. Es war großartig. Echt. Sag ich denen auch, den Schauspielern. Einfach großartig. Sie freuen sich.
Wir machen uns weiter auf dem Weg. Das Auto, wo ist es. Wir wollen nun rüber auf die richtige Seite Köln zum Offenbachplatz ins Schauspielhaus. Dort gibt es *Draußen vor der Tür* von Borchert. Hab ich schon erzählt, dass sie, die Freundin fährt wie ein Teufel. Manchmal auch bei rot. Aber das ist schon lang her. Jedoch man weiß ja nie. Isch hab Angst, ein klein wenig. Da nutzt nur Vertrauen. Aber sie macht es gut. Wir kommen sicher am Offenbachplatz an und finden auch sogleich einen Parkplatz. Ich war lange nicht mehr dort an der Aussenspielstätte des Schauspielhauses. Zuletzt bei einem Talking-Head-Projekt, welches ich in guter Erinnerung habe. Der Offenbachplatz ist nun gestaltet wie alle Museums- und Kunstmeilen mit großen Sitzelementen, diese hier in pink. Leider wird scheinbar der Platz nicht gut gepflegt, denn schon beim letzten Besuch sah ich ihn ein wenig verwahrlost von herumliegendem Müll. Aber das ist halt Köln. Ich liebe Köln, aber es ist und bleibt ne dreckige Stadt.
Wir sind etwas über eine halbe Stunde zu früh bevor die nächste Vorstellung beginnt. Das macht gar nichts, weil es dort eine kleine Bar gibt, wo gemütlich ein Glas Wein getrunken werden kann. Das tun wir auch. Sauteuer und nun wirklich nicht viel im Glas. Ich kenn mich aus. Schließlich kenn ich einen Menschen, der in einer Weinstube arbeitet und weiß, wie voll ein Weinglas sein muß. Aber was soll´s, die Nacht ist schön, die Aufführungen bisher überraschend gut, also sitzen wir da und nippeln an unserem Gläschen und plaudern ein wenig. Es gibt auch ein Lotteriespiel mit Rubbelbildchen, was wir natürlich ausprobiert haben. Wie immer hab ich kein Glück beim Spiel, aber was sollsich auch mit einer Tragetasche mit dem Aufdruck *Schauspielhaus* Können sie behalten. Nein, Scherz, ich verstehe schon die nette Geste. Immerhin bekommen wir zwei Freikarten für Vorstellungen unserer Wahl. Na also, geht doch.
Als wir auf die Uhr schauen, ist es kurz vor 22.00 Uhr, nix wie hin an den Einlaß. Auweia...plötzlich stehen da Mengen von Leuten, die rein wollen. Wir wurschteln uns durch, zeigen unsere Karten und rein in den Saal, wo wir zwei der vorderen Plätze belegen. Die Bühne ist in angenehm warmen Licht gehalten. Junge Schauspieler auf der Bühne zeigen den *Real Fake* Mit montonen und stereotypen Bewegungsabläufen wie das Leben des Menschen in der virtuellen und realen Welt sich abspielt. Überall spielt der Mensch seine Rollen, trägt seine Masken. Niemand will wirklich so sein und sich zeigen, wie er ist. Zu viel Angst? Vor Ablehnung, angreifbar sein. Und überall wo wir sind, werden uns Zuschreibungen gegeben...alle diese werden mit dem Wörtchen *zu* umschrieben...zu dick, zu dünn, zu politisch, zu unpolitisch, zu feministisch, zu kritisch, zu religiös...usw.usw...Aber wie schaffen wir es, uns dagegen zu wehren? wie gehen wir damit um und wie können wir Andere davon überzeugen, dass wir mehr sind als dass, was uns vom *zu* zugeordnet wird. Eine muntere und anschauenswerte, zum Nachdenken anregende Performance, wie wir Beide fanden. Hat Spaß gemacht.
Und wieder rein ins Auto. Unser Weg führt uns zum Alten Heizkraftwerk. Zur Theaternacht findet in dem seit 1890 errichteten und die Kölner Südstadt versorgenden Kraftwerk eine Veranstaltungsreihe statt. Ebenso auch zum Tag der Deutschen Denkmäler werden dort die Tore geöffnet. Ein Besuch in der Theaternacht hat immer ein besonderes Geschmäckle, denn in der Dunkelheit sind die Gebäude bunt illuminiert, so daß das Auge sich nicht sattsehen kann, an den erstrahlenden den Gebäudekomplex beleuchteten Mauern. Einfach nur schön, ich war fasziniert, hätte eigentlich nicht mal mehr noch etwas anderes sehen müssen. Meine Kamera stand nicht still. Aber es gab ja auch was und das wollten wir anschauen.
Die Kammeroper, die ja eigentlich in Pulheim ihren Veranstaltungsraum hat, zeigte *Orpheus in der Unterwelt* Was wir wußten, die Beziehung zwischen Orpheus und seiner Gemahlin Eurydike war nicht das, was wünschenswert war. Die Problematik der Untreue hat sich bis heute in den Beziehungen nicht verändert. Ständig ist der Partner entweder von der Langeweile und der Gewohnheit in der Ehe verführt, sich einem Anderen zuzuwenden oder einfach schlicht und ergreifend die Neu- oder Abenteuerlust. Zurück bleibt immer Schmerz des Betrogenen, Trennung und Alleinsein. Der Mensch kann wohl nicht anders. Orpheus aber will sich nicht im Schmerz ertränken, er entdeckt dass der Verlust von Eurydike, sie wird ja der wirklichen Geschichte nach von ihrem Liebhaber Pluto in die Unterwelt entführt, gar nicht so tragisch für ihn ist. Vielleicht hat er sie doch nicht so geliebt, wie er vorzugeben versuchte. Er fühlt sich gar frei vom Joch der Ehe und entdeckt seine eigene Abenteuerlust. Bei all dem gibt es auch immer die, die drum herum das Spektakel von Betrug, Ursache und Auswirkung voyeurhaft beobachten und beurteilen und das Ansehen der Beteiligten rutscht ins Negative. Wie wir wissen, führt dieses Szenario zweier Menschen nicht immer ins Glück und manchmal tritt die Reue ein, so auch bei Orpheus, der seine Gattin aus der Unterwelt befreien will. Und das gibt ein heftiges Gerangel.
Munter und lebendig hat die Kammeroper das Spektakel in eine Firma transformiert. Und wie wir wissen, der beste Ort für kleine und größere Seitensprünge. Ich sage nur Betriebsfeste. Erst kommt der Alkohol, dann die Entspannung, dann die Entfessung und schon ist man beim *du* und nach dem *du* brauchts zumeist nicht mehr lang, bis kommt, was wohl kommen muß oder soll, weil die zwei, die sich da näher kommen, schon immer ganz heimlich ein Auge aufeinander geworfen haben, Man kennt das ja. Schöne Stimmen erzählen die Geschichte von Betrug, Leid, Eifersucht und Kampf zwischen den Beziehungen. Ein echter Hingucker. Macht Lust auf mehr. Und wer denkt, auweia, da muss man ja nach Pulheim raus. Das ist doch gar nicht so schwer. Die S-Bahn von Köln braucht nur 10 Minuten bis sie in dem kleinen Örtchen zum Halten kommt. Keine Ausrede. Nix wie hin.
Aber dann ist Schluß für uns mit Kunst und Kultur und Lustig und Nachdenklichem. Es reicht. 4 Veranstaltungen, mehr kann einfach nicht verarbeitert werden. Und die Zeit ist wie im Flug verschwunden. Die Uhr zeigt Mitternacht. Meine nette Freundin ist die Beste. Sie fährt mich mit ihrem Auto wieder rüber auf meine schäl Sick, wo mein Rad noch am Jakubowski auf mich wartet. Aber nicht, dass sie mich dort einfach absetzt, nein, wir montieren das Auto auf die Schnelle um, werfen das Raderl hinein und ab gehts mit uns beiden bis vor meine Haustüre. Sie ist einfach zu nett. Aber am anderen Tag fährt sie in Urlaub, es macht ihr nichts aus. Wir drücken uns nochmal tüchtig. Ich wünsch ihr eine gute Fahrt an den Urlaubsort am nächsten Tag und dann schließe ich die Haustüre hinter mir.
Ein gelungener Abend, eine gelungene Veranstaltung diese Kölner Theaternacht, die für Jedermann etwas bietet. Es sollte sich jedoch im Vorfeld das Programm angeschaut werden. Es sind so viele Möglichkeiten zur Auswahl. Man muß wissen, was man will, das gilt ja auch für das Leben an sich. Der Mensch muß sich immer entscheiden für das eine und das andere sein lassen.
Also nichts wie hin im nächsten Jahr. Viel Vergnügen!