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Ich schreibe einfach gern:)

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Und? Noch was zu lachen?

Der Deutsche an sich lacht zu wenig, las ich vor einiger Zeit in einer Zeitung, die eine Statistik veröffentlichte. Hm, dachte ich, stimmt das wirklich. Da hab ich mal wieder genau hingeschaut, so, wenn ich durch die Straßen ging. Wieviel Menschen begegneten mir mit einem freundlichen Gesichtsausdruck?
 
Klar, ne, ich meine, den Meisten geht es schlecht, die Politiker tun nicht das, was sie meinen, dass sie tun sollen. Der Arbeitslohn ist nicht gerecht. Die Sozialleistungen entsprechen auch nicht den Vorstellungen und überhaupt! Zuhause sitzt die böse Frau/Mann, der mal wieder was zu nörgeln hat, weil man nicht das richtige eingekauft hat!
 
Spaß beiseite. Natürlich, ne Menge Probleme und Leiden können das Leben belasten, das weiß ich selber. Aber darüber das Lachen verlieren? Nie und nimmer! Das Problem ist die eine Sache, aber es beherrscht doch nicht mein "ganzes" Leben!
 
O.k. du hast vielleicht gerade mit Deinem Nachbarn einen Riesenstreit, der sich schon über Monate hinwegzieht. Immer dasselbe Procedere, der parkt einfach sein Auto ungefragt, auf deinem Stellplatz. Jedes Mal mußt Du ein Hupkonzert, wie neulich Sonntagsmorgens bei uns in der Straße, veranstalten. Du grollst ihm, nicht nur im selben Augenblick, sondern der Groll hört gar nicht auf. Da gibt es auch nichts zu lachen! Wie hegt man eigentlich einen Groll,-)?
 
Klar, du hattest Streit mit Deinem Chefe, der war mal wieder ungerecht, hat sich noch nicht mal entschuldigt, ne, da gibt es doch nichts zu lachen? Wieso eigentlich nicht?
 
Gestern fuhr mich mal wieder fast ein Auto um,als ich mit dem Rad kam. Klar, ich hatte mich im ersten Moment erschrocken. Aber als der Fahrer die Türe aufmachte und sich entschuldige, da mußte ich einfach lachen, Teils aus Befreiung, weil nichts passiert war, teils weil er mich so bittend anschaute. Hätte ich ihm grollen sollen? Das Lachen befreite uns beide und ich nahm keinen Ärger mit. Wir konnten beide frei weiterfahren.
 
Muß man immer alle Probleme so ernst nehmen, als wenn es der Weltuntergang ist? Ich meine, was kann der Nachbar dafür, wenn ich ihn auf der Straße treffe, und ihn grimmig anschaue, nur weil ich gerade mit meinem Sohnemann ne Auseinandersetzung hatte und im Streit die Wohnung verlassen habe.
 
Und überhaupt, die Schlange im Supermarkt, der Metzger hat mal wieder nicht, was ich wollte und sowieso ist alles viel zu teuer. Da gibt es mal nix zu lachen, oder!
 
Die Probleme, Sorgen und Nöte scheinen mir manchmal den Menschen so zu fesseln, dass er nicht mehr in der Lage ist, sich an den positiven Dingen zu erfreuen, will sagen, das Lachen kann das Negative auflösen! Wieso ist das eigentlich so schwer? Was hindert den Menschen, an einer grundsätzlich positiven, freudig gestimmten inneren Haltung!
 
Das soll nicht heißen, das man nicht ernsthaft die Probleme angehen soll, aber ein bißchen Abstand tut doch Not und es ginge manchem besser, wenn er nicht so verbiestert wäre und über sich und andere ein wenig mehr lachen könnte.
 
Ja, selbst über den, der dich anfeindet und dir das Leben schwer macht, ist ein Lachen immer noch die beste Medizin. Ich hab mir sagen lassen, dass es jetzt sogar "Lachseminare" gibg, oder "Lachyoga". Hm, das scheint tatsächlich ein Problem zu sein. Der Mensch muß wieder lachen lernen!
 
Jetzt feiern wir Ostern. Im Christentum gibt es den Begriff des "Osterlachens", was bedeutet, dass der Prediger in der Osternacht die Menschen zum Lachen bringen mußte. Vom 14. bis 19. Jahrhundert war diese Tradition ein fester Bestandteil des christlichen Brauchtums. Es verband sich damit der Gedanke, dass der Mensch seine Freude zum Ausdruck bringen sollte, trotz aller Unbill! Das Lachen galt dem Sieg über den Tod! Der Tod hat für den Gläubigen keine Macht mehr!
 
Ich meine, man muß nicht Christ sein, um das zu verstehen. Wer die Gabe hat, das ihn die Probleme und das Leiden des Lebens nicht zerstören kann, der hat den Tod besiegt und der kann auch lachen.
 
In diesem Sinne wünsche ich allen Mitbloggern ein herzerfrischendes Lachen, das aus der Freude resultiert, dass das Leben schön ist, auch wenn es im Geldbeutel mal nicht stimmt, auch wenn gerade Probleme zu bewältigen sind, die es einem schwer machen, auch wenn einem gerade ein Leid widerfahren ist. Aber das ist doch nicht das ganze Leben.
 
Wenn ich mich gerade, jetzt in diesem Moment daran erinnere, wiewiel ich mit meiner Mutter noch kurz vor ihrem Tode gelacht habe, mehr als in unserem ganzen gemeinsamen Leben.
Auch als ich selber krank war, hatte ich das Lachen nie verlernt, es hat mich über manche dunklen Gedanken hinweggebracht und hat mir inneren Abstand gegeben. Manchmal kann man sowieso nichts ändern.
 
Also einfach mal lachen!
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