Ostern steht vor der Tür. Jeden Tag sehe ich die Menschen mit vollbepackten Tüten in den Laden kommen! Jeder stöhnt, was er alles einkaufen muß. Solche Festtage scheinen bei manchen immer Panik auszulösen. Es wird gekauft, was der Euro hält! Lieber etwas mehr, als zu wenig und was übrig bleibt, kommt in den Abfall! So ist es doch oft! Bei uns quellen die Mülltonnen oft über. Wenn ich manchmal schaue, was da so alles drin liegt.
Vor ein paar Wochen habe ich in einer Zeitschrift von einem Mann gelesen, der in New York immer nach Feierabend die Mülltonnen der Supermärkte durchstöbert. Er ist obdachlos, aber gewollt! Er hat es sich zum Ziel gemacht, das, was andere wegwerfen, zu seinem Lebensunterhalt zu sammeln. In einem Intervieuw sagte er dem Journalisten, er könne prima davon leben. Es ginge ihm gut! Das hat mir mal wieder sehr zu denken gegeben.
In New York scheint das an der Tagesordnung zu sein, dass Obdachlose in den Nächten, wo der Müll abgeholt wird, durch die Straßen ziehen und die Mülltonnen nach Essensresten durchwühlen.
Auch hier in Nippes sehe ich manchmal "unsere Bettlerin" an den Nachmittagen, wenn die Marktbestücker ihre Stände eingepackt haben, in den Resten rumwühlen. Oft ist ihre Tasche gefüllt von heruntergefallenem Obst und Gemüse. Weiter zieht sie an den Abfallkästen vorbei. Manchesmal sehe ich sie auch, wenn die Mülltonnen abgeholt werden, am Morgen in selbigen herumwühlen, ob etwas Brauchbares zu finden ist.
Wenn ich das dann so betrachte, schäme ich mich immer, denn auch mir passiert es hin- und wieder mal, dass ich etwas wegwerfen muß, weil entweder vom Datum überfällig oder eben einfach schlecht geworden ist.
Ich muß dann manchmal daran denken, wie manche so herumjammern, wie schlecht es ihnen geht, alles wird teurer und dann scheint aber doch so viel da zu sein, dass man es nicht aufbraucht. Ja, ja, wir sind schon eine Wegwerfgesellschaft, auch wenn wir es im Alltag oft verdrängen.
Beim Studieren meines Zen-Büchleins ist mir eine Geschichte aufgefallen!
"Als Gisan seinen Schüler aufforderte, ihm einen Eimer Wasser für sein Bad zu bringen, goß der Schüler Wasser ins Band und schüttete den Rest auf den Boden. Der Meister schimpfte ihn:" Warum hast Du das restliche Wasser nicht in die Pflanzen gegeben? Welches Recht hast du, auch nur einen Tropfen Wasser in diesem Tempel zu verschwenden?"
In diesem Augenblick erkannte der Schüler Zen.
Ich bin auch immer noch weit davon entfernt, alles so zu verwenden, dass nichts übrig bleibt. Z.b. benutze ich stehen gebliebenen Tee zum Blumengießen.Bleibt vom Mittagessen etwas übrig, wird es am Abend oder am anderen Tag nochmals verwertet. Manches an übriggebliebenen Essensresten kann ich auf unseren Kompost bringen, aber längst nicht alles.
Kleider gebe ich meistens in die Kleiderkammer oder in dafür abgestellte Sammelbehälter.
Aber beim Benutzen von Wasser Z.B. erwische ich mich auch schon mal des öfteren, dass ich sorgloser damit umgehe, und mir nicht bewußt werde, wie kostbar dieses Gut ist.
Jedenfalls ist es so, das, was für uns nutzlos ist, kann für einen andern Menschen überlebenssichernd sein. Wir haben das wohl vergessen! Wirklich nur einkaufen, was man braucht, sich nicht verführen zu lassen, von Billigangeboten, die die Werbung uns täglich schmackhaft machen will, ist eine wirkliche Übung, die Achtsamkeit verlangt. Immer wieder eine Überprüfung:"Brauche ich das wirklich?"