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The Once - Kinofilm -

Gestern abend hab ich mir mal wieder eine kleine Auszeit gegönnt. Kinobesuch stand an. Den ganzen Tag schon hatte ich mich auf den Abend gefreut. Vorfreude ist bekantlich die schönste!
 
Ich mag die Musik von Frames, daher hab ich mich schon auf allen Wegen den Tag über über in die Musik versunken und sie hat immer mehr Appetitt auf den Film gemacht.
 
Von welchem FIlm ich spreche? Von einem kleinen "Meisterstück" unspektakulär, aber daher um so intensiver, mit dem Titel"Once!"
 
Er zeigt die Geschichte eines jungen Mannes, der nach dem Tod der Mutter zu seinem Vater zurückgeht, um ihn in der Trauerzeit zu unterstützen. Die Szenen, die eine starke Intensivität des Verhältnissses beider zueinander zeigen, ohne viele Worte, beeindrucken sehr. Der junge Mann repariert in der Werkstatt des Vaters Staubsauger und steht zwischendurch auf einer Hauptgeschäftsstraße von Dublin, um mit seiner Musik etwas Geld hinzuzuverdienen. Er hat außerdem eine Liebe verloren und träumt von großen Glück seiner Entdeckung als Musiker.
 
Eines Tages begegnet ihm eine junge Frau, selber Pianistin, die ihn einfach anspricht, ihn fragt, warum er tagsüber nicht seine eigenen Songs singt, sie seien schön. Die Bilder der ersten Begegnung dieser Beiden sind umwerfend, zart, man kann die Gefühle, die in ihnen in ihrem tiefsten Inneren entstehen, spüren. Die Augen, ihre Gesichter sprechen Bände.
 
Die junge Frau läßt nicht locker, fragt ihn, was er sonst noch so mache. Staubsauger reparieren, ist seine Antwort. Daraufhin erscheint sie am nächsten Tag mit ihrem defekten Staubsauger und bittet ihn, diesen zu reparieren. Er fühlt sich überrumpelt. Geht nicht, nicht heute, sie solle morgen wiederkommen. Aber sie bleibt dran und so lädt er sie zu einem Kaffee ein. Der Moment, wo beide durch die Straßen ziehen, hintersich herziehend den Staubsauger sind unglaublich komisch, aber anrührend, einfach, und man denkt, genauso würdest du es auch machen.
 
Genauso wie man sich in die beiden verlieben kann, in die Momente ihrer Aufeinandertreffens, die sich begegnen und sich erkennen, die sich suchen, aber gleichzeitig auch distanzieren wollen. Gnauso verliebt man sich, wenn man es nicht sowieso schon ist, in Dublin. Denn der Film zeigt wunderschöne Aufnahmen einer Stadt, die für ihre kulturelle Buntheit bekannt ist, für ihre Einfachheit, für das bunte Gemisch von Menschen aller nationaler Zugehörigkeiten. Einfache Menschen, gradlinig, nicht realitätsfremd.
 
Die Beiden versuchen ihre innerliche Distanz über die Musik zu überwinden. Es scheint Liebe zu sein, auf den ersten Blick, zart, unschuldig. Nein, es ist nicht trivial, nicht in einer Sekunde kitschig, sondern real, wirklichkeitsnah und tief! In einem Anfall von Einsamkeit bittet er sie schon am ersten Abend bei ihm zu bleiben in der Nacht. Die Enttäuschung auf ihrem Gesicht, nur ihre Augen sprechen, läßt ihn erkennen, dass er zu weit gegangen ist. Das Ende der gerade begonnen Beziehung scheint zu Ende.
 
Aber die Musik führt sie beide wieder zusammen und schon am nächsten Tag sitzen sie in einem Instrumentengeschäft, wo sie manchmal das Klavier benutzen darf und spielen seine Songs, unspektakulär, einfach, träumerisch. Die exentrische Stimme vermischt mit der unglaublich feinen, zarten Stimme der jungen Frau läßt einen Gänsehaut bekommen. Es kommt wie es kommen muß, er will nach London, sie, verheiratet, eine kleine Tochter, ihr Mann in Tschechien verblieben, will bleiben wo sie hingehört. Aber vorher nehmen beide zusammen mit anderen Musikern eine CD in einem studio auf. Der größte Teil des Filmes spielt nun in diesem Studio und beim Zuschauen hat man den Eindruck, man säße nicht in einem Film, sondern sei live dabei. Die Musik ist einfach fantastisch. Beide Protagonisten zeigen mit wenigen Worten, wenig Bewegung, eine schauspielerische Leistung, die es ermöglicht, zu ertasten, zu erspüren, wie es sein kann mit der Liebe, die gerade beginnt, aber schon verloren ist. Man ist geneigt, zwischendurch zu denken, es wird eine unglaublich schöne Romanze mit Happyend, aber am Ende ist man nicht enttäuscht, weil beide durch ihren Charakter eine Stärke gezeigt haben, in dem sie das tun, was für jeden einzelnen das Richtige ist, aber das, was sie beide erfahren haben, trotz alledem nicht verloren geht.
 
So ist der Film auch eine musikalische Biographie der Band "Frames", die ihren Namen nach einer Leidenschaft des Sängers Hansard hat, der eine Leidenschaft für das Reparieren von Fahrrädern hatte. Hansard, der Gründer von Frames, verließ schon mit 13 Jahren die Schule, um sich seinen Weg zu einer musikalischen Karriere zu ebnen. Er wat 17 Jahre alt, als er die "Frames" gründete. Die allererste Besetzung der Frames bestand aus Noreen O´Dell Gesang, Hansard und Dave Odlum Gitarre, John Carney Bass, Paul Brennan Schlagzeug Colm Mac An Iomare Violinist und Keyboard. Kurz nach ihrem ersten Auftritt waren sie in Großbritannien bekannt. Ihre erste Single "The Dancer" erschien 1992. Die Bandmitglieder wechselten in der nachfolgenden Zeit, aber Frames blieben und hielten ihrer Musikrichtung die Treue.
 
Hansard selber spielt die Hauptrolle im Film "Once", der einem Märchen gleichkommt. Die Filmmusik wurde 2008 für den Oscar der Kategorie "Best Music Song" vorgeschlagen. Der Film selber erhielt 2007 den Publikumspreis des Sundance Film Festivals. EIn wirkliches Bravourstück, dieser FIlm, der einlädt an einem ABend für knappe eineinhalb Stunden alles zu vergessen und sich den wunderschönen melancholischen Klängen und der Stimmen von Frames hinzugeben.
 
Am Ende ist man zufrieden, es ist schön, zu sehen, wie beide glücklich darüber, dass sie sich kennenlernen durften, in ihren Herzen weiterleben, aber dann ihren eigenen Weg gehen.
 
Lohnenswert!
Once
 
Laßt Euch verzaubern!
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