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Roger-Waters in Köln!

Wahrnehmung ist Gott sei dank sehr unterschiedlich! Menschen können im selben Moment am gleichen Erlebnis teilnehmen und es mit eigenen Augen sehen und doch sagt jeder etwas anderes, wie er es gesehen und empfunden hat. So ist es wahrscheinlich auch jedem beim Sehen und Hören des Roger Waters Konzert in der Köln-Arena gegangen. Auch ich war als bekennender und hängen gebliebener Pink-Floyd-Fan mit Freunden dort.
 
Wir waren schon die ganzen Tage in heller Aufregung und Vorfreude! Um 18.30 Uhr machten wir uns auf den mühseligen Weg mit der KVB! Kamen um 19.30 Uhr endlich an und fieberten dem Ereignis entgegen. Die Konzertbesucher waren ausschließlich überwiegend in meinem Alter, so zwischen 45 Jahre und 60 Jahre.
Der Anblick der Bühne war wie immer gigantisch. Eine Riesenleinwand, auf der eine Whiskyflasche, ein Radio und ein Glas zu sehen waren. Dazwischen sah man immer eine Hand, die nach dem Glas griff, am Radio drehte und anscheinend sitzend rauchte und zuhörte.
 
Ich versank mittlerweile innerlich in alte Zeiten zurück. Sah mich auf meinem Bett 14jährig liegen, die Ummagumma hörend und meine Gedanken und Träume katapultierten sich aus dieser Welt, in der ich mich nicht heimisch fühlte. Ich dachte an all die verrückten Sachen, die ich damals gemacht habe. Beim Rundherumschauen, neben mir saß ein außerordentlich sympathisch erscheinendes Ehepaar, denen man auf den ersten Anblick nicht angesehen hätte, dass sie Floyd-Fans wären, und schienen mir genau so wie ich in ihren Gedanken versunken. Ab und zu schauten wir uns an und lächelten uns zu. Wir wussten, um was es ging!
 
Dann endlich, wummernde Bässe, die Band erschien. Waters erschien im Designer-Look auf der Bühne. Enttäuschung! Kühl, nüchtern, ohne Herz erschien er mir. Beim zweiten Stück schon hatte ich das Gefühl, die Band stehe hinter einem riesigen Fenster und der Kontakt zum Publikum sprang einfach nicht rüber. Dazu die Lautstärke. Ich weiß nicht, wo Herr Thorsten Keller gesessen hat und das Konzert mit verfolgt hatte. Wir saßen im Unterrang, Block 207, Reihe 12, Plätze 3usw. Ich war überwältigt! Aber nicht vom Sound, sondern wegen der furchtbaren Lautstärke. Ich drehe mich zur Tochter meiner verstorbenen Freundin um und empfing den gleichen Blick. Ich bin nicht empfindlich, gehe oft auf Konzerte und stehe auch schon mal vor der Bühne neben den Boxen, aber so was habe ich lange nicht mehr erlebt. Vom Gesang von Waters konnte man kein Wort verstehen, und der ganze Bandsound verschwamm in einem einzigen Gewummer! Vor und neben mir sah ich, wie Besucher sich die Ohren zuhielten.
 
Dazu kam das ewige bei Konzerten zu beobachtende Verhalten der Besucher. Karten für 95,--? gekauft, hingesetzt, und dann aber während des Konzerts mehrere Male aufstehen, Fritten holen, Bier holen, WC aufsuchen, gut, kann ja mal passieren. Aber diese Unruhe machte mich zusätzlich ganz kirre und oft standen irgendwelche Leute vor mir herum, die ihre Plätze nicht mehr fanden und versperrten die Sicht. Das wiederum führte zu Murren der anderen Besucher.
 
Shine on you crazy diamonds begann, auf der Leinwand, Planeten und Sterne, die sich umkreisten. Mein Gedanken gingen zur Beate, meiner Freundin, die sich gewünscht hatte, dieses Stück auf ihrer Beerdigung zu hören. Alles lief wieder wie ein Film vor mir ab. Aber die Ehrung an Syd Barret, dem dieses Stück zugedacht wurde, kam einfach nicht rüber. Dem Konzert fehlte die Seele. Mir war das Schwein, das plötzlich über uns hinwegsegelte, ehrlich gesagt zu albern. Ein Wiederauflebenlassen einzelner Momente aus früheren heroischen Floyd-Konzerten. Die politischen Messages gegenüber Amerika, Krieg, Bush fand ich einfach aufgesetzt. Zuviel dieser Bilder im Hintergrund. Es passte allerdings nicht zum Ausdruck der Band. Zwischendurch immer wieder alte Bilder der Floyd, durchs Gras gehen, rauchend Rumliegen, innere Verweigerung zeigend, in seinen Träumen lebend! Auch sie passten nicht zum Konzert. Ein Abklatsch an Vergangenes. Roger Waters im Designerlook demgegenüber. Ich wartete auf ein Lächeln seinerseits, irgendeine Gefühlsregung, aber er irrte starr und unbeweglich über die Bühne.
 
Nach der Pause verschwanden einige Besucher und kamen nicht mehr in den Saal zurück auch das sympathische Ehepaar. Die zweite Hälfte entwickelte sich ähnlich wie die erste. Die leiseren Stücke wurden etwas hörbarer, aber das war?s dann auch. Adieu Herr Waters. Das war nicht Pink-Floyd gestern und schon gar nicht heute.
 
Gut ich war David Gilmore verwöhnt. Im letzten Jahr sah ich ihn in München auf einem unglaublich guten Konzert. Im Gegenteil von Waters, hatte dieser es geschafft, die Floyd-Stimmung aufleben zu lassen, sie weiterzubringen und ein neues Gefühl entstehen zu lassen. Das Publikum damals war gemischt. Er hatte es geschafft auch die jüngere Generation an sich zu binden und ihnen Pink-Floyd-Geschichte zu vermitteln. Das war auch in Gesprächen mit jungen Leuten herauszuhören, die uns immer wieder auf unsere alten erlebten Floyd-Zeiten ansprachen. Gilmore hat es geschafft die Musik weiterzuentwickeln und doch Neues zu schaffen. Wer sich ein Bild davon machen möchte, dem empfehle ich seine CD“On An Island“. Ein Soloalbum und doch ein Pink-Floyd-Album, eines der besten. Gilmore selbst beseelt von der Musik einfach und lässig in Jeans und Turnschuhen brachte einfach eine andere Stimmung mit. Natürlich waren auch andere Bandmitglieder der Spitzenklasse dabei, z.B. Phil Manzanera.
 
Etwas ernüchternd gingen wir alle nach Hause. Es war kein Erlebnis. Aber vielleicht war auch die Vorprojektion zu groß! Herr Keller hat es anscheinend anders erlebt. Mich würde interessieren, wie alt er ist? Vielleicht ist es etwas anderes, nicht aus der Generation zu stammen und seine Erinnerungen mit Pink-Floyd zu verbinden.
 
Dies war eine andere Sichtweise zum Konzert für die, die es interessier
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E
Hallo!<br /> <br /> DAnke für die Rückmeldung. Hab gerade einen Fehler gemerkt. Mir sind die Überschriften von zwei verschiedenen Konzerten durcheinandergeraten. Der von Dir kommentierte war das Roger Waters Konzert in Köln, wie ich schrieb, sehr enttäuschend. Dagegen das David-Gilmoure-Konzert in München einfach grandios. Ich hab The Wall in Berlin gesehen damals und auch in Dortmund und noch ganz am Anfang, eine geniale Band, immer noch. Ihre Musik ist unsterblich. Später nach dem Streit zwischen Waters und Mason ist es bergab gegangen. Dafür sind die neuen Gilmore-Scheiben einfach genial. <br /> <br /> DAnke nochmal<br /> <br /> Erika
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M
Ich habe noch nie ein Pink-Floyd-Konzert besucht, auch wenn ich die Musik schon lange und gerne höre. Ich fürchte, eine solche negative Konzerterfahrung ist bei großen Rock-Saurieren wie Pink Floyd nicht ungewöhnlich. <br /> <br /> Was du vom Eindruck von der Band schreibst - weit weg, dem Publikum entrückt, wie hinter Glas - ist laut Nick Mason (Inside out, 2005) das vorherrschende Thema von "The Wall": Der Künstler, er kein Kontakt mehr zum Publikum hat, diesen gar aktiv bricht. Die besten Zeiten von Pink Floyd endeten wohl mit "The Wall"...<br /> <br /> M.Kupfer
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