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20. Januar 2017 5 20 /01 /Januar /2017 10:53


Worte sagen

Worte schreiben

Worte erzählen

Worte horten

Worte leben

 

Worter brechen

Worte halten

 
Worte lügen
manchmal
 
Worte sollen
ehrlich sein
 
Worte ausdrücken
 
Worte benutzen
 
Worte definieren
 
Worte können manchmal
missverständlich sein
 
Worte lieben
 
Worte hassen
 
Worte schnell erfassen
 
Worte wärmen
manchmal
 
Worte klingen
 
Worte tönen
 
Worte schweben
 
Worte liegen
einfach so da
 
Worte schwärmen
 
Worte setzen herab
 
Worte betrügen
manchmal
 
Worte klären
 
Worte erklären
 
Worte spezifizieren
 
Worte machen

Worte geben


Worte erheben

 
Worte vermitteln
 
Worte zerstören
 
Worte helfen
 
Worte missglücken
 
Worte glücken
 
Worte wollen
 
schweben

zwischen Dir und mir

 

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19. Januar 2017 4 19 /01 /Januar /2017 12:34

Der Jänner
wieg mir schwer
im Herzen

soviel Tod
in der Vergangenheit

der Schmerz noch immer da
so wach

ich vermisse
so sehr

Mama zu sagen

mit Dir zu lachen
meine Freundin

und der Freund
der mir am Herzen liegt
kämpft
ums Leben

und die
denen ich noch innig
verbunden bin

haben so viel zu tun
mit sich

ich kann nichts tun

nur warten
und aushalten

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19. Januar 2017 4 19 /01 /Januar /2017 08:51

Ich sah Dich

bei den

Drei Sonnen

vielleicht war es nur

ein Wunschtraum

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Published by Fernweh - in lyrik
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19. Januar 2017 4 19 /01 /Januar /2017 08:17

Mein Freund, es ist so schwer, Dich anzusehen. Dein Leiden macht mir das Herz so schwer. Eine Chemo nach der anderen. Hoffnung und Resignation. Ich teile sie mit Dir, nur anders. Nur zuschauen, abwarten, hoffen und sehnen, dass Dir Dein Leben bleibt, für Dich, doch auch für mich. Ich will Dich nicht verlieren. Alle gehen, am Ende bleib ich allein.

Ja, es stimmt, du kannst das sagen, es ist auch egoistisches Denken dabei. Denn, wenn Du gehst, du weisst ja dann nichts mehr, es ist einfach zu Ende. Doch ich und all die, die noch bleiben, die wir Dich kennen, schon so lange Zeit, wir müssen mit dem Schmerz dann leben, dass Du nicht mehr bei uns bist.

Du hast mir immer viel bedeutet. Auch wenn es Zeiten gab, die uns auseinanderbrachten. Jeder ging für eine Weile seinen ganz eigenen Weg. Doch in Gedanken und im Herzen warst Du doch immer bei mir. Ein Freund bleibt ein Freund. So ist es jedenfalls bei mir.

Manchmal, wenn nach meinem letzten Kontakt Du Dich ewig lange nicht gemeldet hast, dann machte ich mir Sorgen. Ob es Dir gut geht. Wie immer, wenn ein Kontakt ganz einfach unterbrochen wird und ich nicht weiss, was ist mit dem Menschen, dem ich verbunden bin. Da kommt die Sorge, ob alles in Ordnung ist, mit ihm. Aber auch ein leiser Zweifel, der mein Herz beschwert, hab ich etwas falsch gemacht. Mein Freund, ich will nicht, dass Du gehst.

So viele Erinnerungen an die so lange Zeit, die wir uns kennen. So jung waren wir damals, als wir uns kennenlernten. Du warst der Freund meines Freundes. Ich hatte Dich vorher nur gesehen, nie ein Wort mit Dir gesprochen. Dann lernte ich Dich kennen. Damals. Es gibt so viele Bilder in mir von unserem Beisammensein. Jetzt kann ich es ja sagen, was nie ausgesprochen war. Damals ja, damals war ich gar ein ganz klein wenig verliebt in Dich. In Deine sanfte Art, so vorsichtig, wie Du durchs Leben gingst. Ich hatte immer schon gespürt, dass dieses Sanfte und Leise mit etwas zusammenhängt, einem Schwerem, dass in Deinem Leben geschehen ist. Ein kleines Lächeln in meinem Gesicht, jetzt, wo ich das schreibe.

Bilder, die ich einfach nicht vergessen kann. Damals an der Haltestelle, morgens schon ganz früh, Du fuhrst zur Arbeit und ich zu meiner. Doch plötzlich standest Du da. Ganz beklommen und ein wenig verschüchtert sah ich Dich an und die Worte die wir sprachen in diesem kleinen kurzen Moment, kamen mir so schwer. Ich hatte mich gefreut und mich glleichzeitig geschämt, dass dieses kleine Verliebtsein in Dich in mir war.

Doch alles wurde gut. Du warst gut aufgehoben, so wie ich. Wir machten viel zusammen, Du, die Deine, ich und der meine. Wir waren ein eingeschworenes Team. Lauter verrückte Sachen, die wir zusammen erlebten.

Dann zogen wir zusammen in das Haus, damals in der Eifel, wir vier.. Eine gute Zeit war es, mit vielen Besuchen, Lebendigkeit, Lachen und Heiterkeit. Weisst Du noch, wir wir Beide oft die Letzten und die Ersten waren. Am Abend noch zusammen uns mit der Musik, die wir hörten, uns verbanden. Am Morgen dann, du und ich mit einem Kaffee in der Hand und der ersten Zigarette draussen oder in dem kleinen Esszimmer. Manchmal fuhren wir beide schon früh zum einkaufen für uns alle. Wir waren uns in so vieler Weise ein  ähnlich.

Ich war Dir immer dankbar, du hast mich immer verstanden. Auch Dinge gesehen, die nicht ausgesprochen warenm  manchmal mich in Schutz genommen. Du konntest Dich so gut in alles hineinversetzen und hattest Scheu, Urteile zu sprechen. Das mochte ich immer an Dir. Es war so beruhigend, sich bei Dir aufgehoben zu fühlen.

Dann war es plötzlich zu Ende. Das Wohnen in dem gemeinsamen Haus. Zu erschwert die Wege zurück nach Köln an die Orte unserer Arbeit. Es ging nicht mehr. Wir mussten zurück. Und irgendetwas lag in der Luft, unausgesprochen, dass wir nicht mehr zusammen wollten. Von uns beiden ging das nicht aus. Es blieb nicht gesagt, mehr oder weniger. Zurück dann, hatte jeder sein eigenes Heim. Wir verloren uns nicht, doch änderten sich die Dinge. Familie wurde geboren, bei Dir und auch bei mir. Und jeder lebte ein anderes Leben.
Nur hin- und wieder trafen wir uns. Verloren gingen wir uns nie. Später dann, als die Kinder fast alle aus dem Haus waren, wurde es wieder intensiver mit dem Beisammensein. Wir fuhren sogar zusammen in Urlaub oder waren in dem Haus, in der Eifel mit den anderen aus der frühen Jugendzeit. Wir pflegten  das, was war, von Anfang an, als wir noch jung waren und jetzt so viele Jahre dahin waren, die so viel Gelebtes und Erlebtes in uns gesenkt hatten.

Der Urlaub, damals in Spanien am Meer, wo wir alle zusammen waren. Er war schwer. Denn Abschiede lagen in der Luft, Trennung und Schmerz. Eine Freundin war schon gegangen. Eine neue Partnerin ihres Mannes war nun dabei. Und diese lange Zeit mit Deinem Freund und meinem Mann, zwischen mir und ihm, war unweigerlich zu ende, auch wenn wir beide noch zusammen waren. Du hast es gespürt, schon immer, es passte nicht, es war so vieles geschehen, was dazu führte. Das Bild, wie wir Beide spazieren gingen, am Strand entlang, im tiefen und ernsten Gespräch versunken. Dann ins Cafe, wo ich sagen konnte, wie es mir brannte auf der Seele und dem Herzen, Du hast es verstanden. Und alles war gut. Es hatte mir gut getan.

Und dann war ich plötzlich aus der Welt. In einer anderen Stadt und es fiel mir so schwer mit dem Kontakt in der Zeit. Ich hatte immer Angst, dass Urteile da waren. Und auch Du hast Dich nicht gemeldet. Die ersten Schritte kamen von mir, die Briefe, die Anrufe und dann war alles plötzlich wieder da. Die gute Freundschaft, unser Miteinander. Dann kam die Krankheit, Deine Krankheit. Ein Schock, ein nicht wahr haben wollen. Die Zeit bis jetzt so gekämpft, immer wieder. Du bist tapfer gewesen, immer, bis heute. Viel hattest Du nun verstanden, von Dir selbst und dem Leben, dass Du hattest. Vorbei ist jedoch vorbei und es geht um das Heute und die Dankbarkeit, gehabt zu haben, was da war. Deine Kinder, Enkel, Deine Frau und auch wir, die übriggebliebenen Freunde, die immer noch da waren. Und es sah so aus, als wenn alles gut würde. Jedoch immer wieder die Einbrüche, erneute gefundene Zellen, die aggressiv in Dir wüteten, wieder Chemo, wieder hoffen, sehnen und bangen für eine lange Zeit, bis Ruhe war. Ruhe sollte sein, irgendwann, endlich und Du das Leben, dass Dir blieb, geniessen, Dich freuen kannst, an allem, was war und ist.

Und nun erneut. Und wir wissen nicht, wie es ausgeht. Mein Freund, ich will nicht, dass Du gehst. Ich will nicht alle verlieren. Ich will, Dass Du noch Leben hast, für Dich und Deine Lieben, aber auch  für mich. Ich möchte Dich nicht missen. Ich brauche Dich als Freund.

Mein Freund, ich will nicht, dass Du gehst. Ich brauche Dich.

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18. Januar 2017 3 18 /01 /Januar /2017 09:02

Man kann über Andre Heller ja denken, was man möchte, er sei selbstverliebt, arrogant oder beherrschend gewesen. Jedenfalls konnte man solche Vorwürfe im Laufe seines Lebens immer mal wieder in einigen Blättchen lesen. Mir war das egal. Ich geb auf solche Äusserungen nichts. Ich kann es ja auch nicht beurteilen, ich kenn ihn ja nicht persönlich. Aber viele seiner geschaffenen Werke, die für mich  ein kleines Wunderwerk an Kreativität, Einfällen und Sternenblitze in den tristen Alltag der Kulturwelt waren. Nur mal an die grossartige Erschaffung des Circus Roncalli, der aus seiner Idee hervorgebracht wurde, gedacht. Ich erinnere mich noch genau an die ersten Vorstellungen damals in Köln. Verzauberung und Magie pur, die den Menschen für Stunden den Alltag vergessen liessen und ihn in eine Welt der Phantasie und
des Zaubers mitgenommen haben. Für mich war das jedenfalls so. Oder an die grossartigen Feuerwerke, z.B. in Lissabon 1983, der Sturz der Träume vor dem Berliner Reichstag 1984, die ich leider natürlich nur im Fernsehen sehen konnte, aber dennoch das Wunder erfahr- und erfühlbar für mich war oder an seine Kristallskulpturen, die einen haben staunen lassen. Diese grossen Werke haben möglicherweise immer auch ein  wenig verdeckt, dass er in Wahrheit ein grosser Poet war und ist, wie man in vielen seiner, teils auch autobiografischen Erzählungen, entdecken konnte.,

Nun hat Heller einen wunderbaren Roman geschrieben
*Das Buch vom Süden *
 
Er erzählt die Geschichte des Protagonisten Julian Passauer, der kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Wien, geboren wird. Eine Familiengeschichte wie man sie sich selber wünscht gehabt zu haben. Sein Vater Zoologe und Botaniker bekleidet das Amt des Vizedirektors des Naturhistorischen Museums. Das heimische Domizil der Familie liegt in einem Trakt des alten Schlosses Schönbrunn in Wien. Dort wächst Julian auf. Und Julian hört und sieht immer wieder, wie sein Herr Papa niemals vergisst und ja daran leidet, dass das alte Österreich von1918 die südlichen Regionen an der Adriaküste verloren hat. Nur dort sei für Julians Papa das Leben möglich gewesen, unter den Zypressen, dem Licht und der Wärme der Sonne des Südens und der Leichtigkeit der Menschen, die dort in bunter Vielfalt miteinander und beieinander lebten. Julian erfährt eine ausgedehnte Bildung im Hause seiner Familie, in denen auch ständig imposante und vom Aussterben bedrohte Originale der Menschheit aus einer andere Welt, ein - und ausgehen und Julian Einblicke in eine Welt voller Wissen, Farben und Weisheiten geben. So z.B. Graf Eltz, der einmal in der Runde einer kleinen Familienfeier sagt, so ein Exemplar Mensch wie er sei, würde nicht mehr erzeugt werden und Ersatzteile gäbe es leider auch nicht mehr. Immerhin wird er, wie beim Lesen des Buches erfahren wird, dieser wunderbare Graf Eltz fast 100 Jahre alt, bevor er sich selber aus dem Leben davon stiehlt, weil er der Auffassung war, alles erlebt und gesehen zu haben und es einfach genug sei. Immer wieder wirft Graf Eltz einen Spruch oder Satz über das Leben an Julian, der für ihn nachdenkenswert, selbst in seinen noch kindlichen Jahren bewahrt wird und an die er sich in seinem Leben immer wieder erinnern wird.
 
Seine Kindheit ist trotz der Melancholie seines Vaters ob der verlorenen Rettung des Lebens im Süden jedenfalls eine Kindheit, wie man sie sich nur wünschen könnte. Behütet, umsorgt, verständnisvoll und vor allen Dingen fördernd in seiner Entwicklung zu einem ganz eigenständigen, freien Menschen. Mich hat schon ein wenig ein kleiner Seufzer hie und da erwischt. Schnell kam mir der Gedanke, was hätte aus Menschen alles werden können, wenn sie eine solche Kindheit gehabt hätten. Aber letzten Endes soll sich der Mensch ja nicht daran aufhängen, an solchen Gedanken, wichtig ist, dass er das geworden ist, was er ist und dass dieses Sein für ihn stimmig ist und er sich ein Freund seiner selbst sein kann.
 
Julian jedenfalls entwickelte Kreativität nicht nur im praktischern sondern auch in seinem späteren Lebensstil. So hat er sich mit 9 Jahren schon einen eigenen Privatweltatlas geschaffen mit 127 Ländern und 31 Kontinenten , dazu Flaggen und Wappen erschaffen und sogar Nationalhymnen erfunden, die er abends vor dem Einschlafen immer wieder sang, bis sein Vater ihm den Mund mit einer Pfingstrose stopfen musste,-)

So gehen wir mit Julian durch seine Kindheit spazieren, erleben mit seine erste Freundschaft, die wohl auch die einzige wirkliche Freundschaft seines Lebens bleiben wird. Für mich nicht verwunderlich, denn wirkliche echte Freunde findet der Mensch nicht oft. Vor allen Dingen hat er es schwerer, wenn sein Leben eine gewisse Eigenbrödelei aufzeigt und er nicht dem allgemeinen Lebensstil- und Auffassung der Menschen in seinem Umfeld entspricht.
 
Und genauso zu so einem Eigenbrödler entwickelt sich Julian trotz der wunderbaren Kindheit und der Liebe seiner Eltern zu ihm im Laufe seiner Lebensjahre. Auf der Suche nach sich selbst, dem Sinn des Lebens und vor allen Dingen auf der Suche nach der Erkenntnis aller Dinge dieser Welt, die geschehen sind und die zwischen den Menschen weben, bleibt er mehr oder weniger für sich, stets nie unzufrieden, aber auch nicht voll überbordender Dankbarkeit, wie ihm in späten Lebensjahren einmal seine Hausangestellte, eine kleine weise junge Frau aus Äthiopien sagen wird, was ihm dann sehr zu schaffen macht. Es sei ihm alles zugefallen, sagt er, er habe sich nie anstrengen müssen. Vielleicht ist das der Grund, so denkt er, dass diese tiefe Dankbarkeit an ein augenscheinlich zumindestens auch äusserlich geglücktes Leben nicht in ihm wohnt.
 
Ich dachte jedenfalls so, denn wenn der Start ins Leben mit viel Dunkelheiten und Schwerem belastet ist und sich ein Weg ständig erkämpft werden muss, wenn es nichts gibt, worauf der Mensch zurückgreifen kann, sich alles neu erdenken, erschaffen, suche muss, dann ist die Dankbarkeit für das, was gefunden wird, ein Riesenschatz.
 
Julians finanzielle Unabhängigkeit jedenfalls resultiert aus einem lange Jahre anhaltenden Beruf als Profipokerspieler. Nie hätte ich beim Lesen des ersten Drittel des Buches gedacht, dass aus diesem so interessierten und schlauen Kerlchen Julian im Alter eines jungen Mannes ein Pokerspieler wird,-) Und so erfahren wir natürlich auch etwas über die Weisheiten des Pokerspiels, die Julian von einem Meister seines Faches beigebracht wird und ihn dazu bringen, dass sein Leben durch den Verdienst im Spiel bis auf sein Ende hin immer finanziell sorglos bleiben wird.
 
Nun...ich will wie immer nicht den ganzen Roman erzählen, jedenfalls ist das Leben Julians äusserlich und innerlich voller Reichtum und es fällt leicht, sich in ihn hineinzuversetzen, in sein Denken und Fühlen für diejenigen, die in ähnlicher Weise durchs Leben gehen,-)
 
Und wie sonst auch bin ich beim Lesen dieses Buches immer sehr aufmerksam darauf bedacht gewesen, Sätze zu finden, die mich zum Nachdenken bringen über das Geschriebene und die mir eine Sichtweise auf Dinge geben, die ich selber vielleicht noch nicht entdeckt habe.
 
Hier einige dieser kleinen Sätze und Lebensweisheiten als Vorgeschmäckle:
 
*Einem begabten Kind, darf man jede Wahrheit zumuten, aber keine einzige Lüge *
*Ich glaube für einen Menschen genügt es völlig, wenn er wirklich liebt*
*Schwindel erfasst dich immer, wenn du dich selber beschwindelst*
*Es gibt Millionen von Wundern auf dieser Welt, an die wir uns gewöhnt haben, so dass wir sie für Normalität halten*
*Der Krieg bringt in jedem Menschen das Äusserste heraus*
*Abseits von allen Weltkriegen, ist zu denken an die Stammeskriege, und blutigen Revolutionen, die Eifersuchtskriege, die Ehekriege, die Geschäftskriege, die Kriege im eigenen Körper, Wissenschaftskriege, Neidkriege und weiss der Teufel noch, welche Kriege alle*
*Ich mag alle Menschen, die etwas ganz eigenes wollen, die meisten wollen ja immer das gleiche*
*Alles ist schön, wenn man es nur mit interessierten Augen betrachtet und den Einfallsreichtum im Bereich der Formen vergnügt bewundert*
*Man ist gut beraten, wenn man sich in beinahe jeden Menschen zu erkennen und wenn möglich zu respektieren weiß*
*Man lebt am besten, wo sich´s am besten leben lässt und selten ist das dort, wo man geboren wird*
*erkenne dich im anderen. In jeder fremden Person, auf die man stößt, gilt es, eine Übereinstimmung mit der eigenen Person zu finden*
*Nicht ich habe eine Traurigkeit, sondern die Traurigkeit hat mich*
 
So, jetzt höre ich auf, aber verweise, es gibt vieler dieser schönen Sätze zu finden. Und ja, vielleicht kommt der Gedanke beim Lesen auf, dieser Julian Passauer ist fast schon ein Heiliger. Aber nein, heilig wollte Julian nie werden, denn schon früh hat er erkannt, dass der schnellste Weg zumindestens in die katholische Heiligkeit das Hinnehmen von Qualen jeglicher Art war, von der Vierteilung, der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen und dem aufs Rad Gespanntwerden bis zur Abwehr der süssestens und sinnlichsten Versuchungen, vom publikumsumjubelten Tod als Löwenfutter im römischen Kollosseum bis zum Blutschwitzen und Erleiden dfer Wundmale Crhsti am eigenen Leib. So war für Julian klar, nein, heilig wollte er auf keinen Fall werden,-)
 
Ein wunderbares Buch, einer Familiengeschichte, einer Zeitepoche, einer Homage an die Stadt Wien und die Region des Südens, voller Humor, selbst über die schrecklichsten Geschehnisse dieser Zeitepoche und der Menschen, die sie entfacht haben.
 
Als Andre Heller sein fertiggeschriebenes Buch seiner Mutter an ihrem 101.ten Geburtstag vorlegte, sagte diese: "Ich hoffe, du hast all dies ursprünglich mit einer Füllfeder geschrieben. Die Buchstaben lieben nämlich Füllfeder" :) Schön, nicht wahr:)
 
Viel Vergnügen allen, die dieses Buch zur Hand nehmen:)
 
*Das Buch vom Süden *
Andre Helller
Zsolnay Verlag
- 978-3-552-05775-3

24,90 Euro

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16. Januar 2017 1 16 /01 /Januar /2017 10:38

Aus aktuellem Anlaß möchte ich gerne noch einmal auf einen alten Blog von mir über eine Performance von Vedran Aladrovic hinweisen. Es ist schon eine lange Zeit her, als dieses Ereignis stattgefunden hat. Dennoch war ich in all den Jahren immer mal wieder mit den Themen beschäftigt, die sehr nachdenkenswert waren und damals von Vedran sehr anschaulich umgesetzt wurden. Eine grossartige Sache damals, die ich nie vergesen habe. Vedran nun auch nicht, denn, obwohl er damals nicht wusste, ob es mit diesem Projekt noch weitergeht, hat er inzwischen tatsächlich doch etwas Neues geschaffen.

 

Das Überraschende ist, dass er in Gedanken an die Erstaufführung dabei auch an Zabaione, die meine Mitbloggerin und gute Freundin ist und mich gedacht hat und uns Beide nun nach Paris eingeladen hat, an dieser neuen Performance teilzunehmen. Ein schöner Moment der Überraschung für das neue Jahr. So kann es weitergehen:) Ich bin voller Dankbarkeit, erstens darüber, dass Vedran sich an uns erinnert hat und uns mit dabei haben möchte, das ist ja nun nicht selbstverständlich, zweitens darüber, dass ich an einer weiteren ganz sicher wieder aufrüttelnden und interessanten gesellschaftspolitischen Performance, die viele Themen beinhalten wird, die zur Zeit die Weltlage betrifft, teilnehmen kann. Ich freu mich wie irre auf die Tage in Paris. Dank auch vor allen Dingen für die Gastfreundschaft, die uns gewährt wird. Gastfreundschaft eine schöne Sache, die ich sehr zu schätzen weiss.

 

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Der Himmel geht vorüber! Das war der Titel einer Performance eines jungen Mannes, VEDRAN ALADROVIC, gebürtiger Kroate, Student der Politik und Rechtswissenschaften, zur Zeit in Paris lebend, aber schon wieder auf dem Absprung in die USA, wo er ein Studienjahr verbringen wird.

Der Himmel geht vorüber! Merkwürdig, dachte ich, was für eine Aussage! Als wenn der Himmel jemals vorüber gehen kann! Ist er doch die einzige Konstante auf unserer Erde. Der Himmel weint und lacht, sagen wir manchmal unseren Kindern, aber er ist immer da. Er kann von tiefem Blau bis grau-in-grau in Wolken gehüllt sein, aber er ist doch immer da.

Nun denn! Erwartungen! Das war das Wort mit dem der junge Performancekünstler das Intro seiner Show, mit Musik, Videoinstallationen und Lesung, begann. Was habt ihr, das Publikum für eine Erwartung an diesem Abend, in dieser Nacht? Ich muß sagen, ich hatte eigentlich keine, war ganz offen, frei, aber gespannt.

Diese Spannung ging auch nicht verloren an diesem Abend. Obwohl ich zwischendurch dachte, schade, sehr schade, dass das Publikum teilweise zu jung und nicht auf der Höhe des Geschehens war. WIll sagen, ich dachte, bei vielen kommt es nicht an. Sie haben den Ernst der Lage nicht verstanden. Sicher, es gab auch Momente des Humors, des Witzes, der Einbindung des Zuschauers in die Performance.

So fragte Vedran Aladrovic, was haben ein Bierdeckel, eine Kerze und ein Lutscher gemeinsam. Prompt kam er auf mich zu und ich antwortete spontan:" Sie sollen uns das Leben versüßen!". Ein Lächeln ging über sein Gesicht. Wie das? Doch, meinte ich, der Bierdeckel hält davon ab, dass die Bierflasche Flecken auf die gutbürgerliche Tischplatte macht, das erfreut doch jede gute Hausfrau;-), die Kerze bringt ein wenig Licht in all unsere Dunkelheiten auf dieser Welt, auch so manchesmal in unsere eigene, wenn wir da sitzen, allein, auf die spärliche Flamme schauen und versuchen unsere Hoffnung auf ein gutes Leben zu bewahren, und ja...der Lutscher, der spricht ja für sich. Er ist doch auch ein Symbol für das Saugen. Und woran saugen wir Menschen denn ständig, was suchen wir? Saugen scheint mit Suchen im Zusammenhang zu stehen. Schon von der Geburt an sind wir das Saugen gewöhnt, angefangen an der Mutterbrust, wechseln wir später zu anderen Dingen, die uns das Leben geben sollen. Ja, ich würde sogar behaupten, symbolisch gesprochen saugen wir ständig am Gegenüber, damit er uns das Glück gibt, dessen wir selber nicht fähig sind, es in uns zu finden. Saugen nach Anerkennung, Lob, Liebe, Mitgefühl, Macht, Wissen, nach Beachtung. Ständig sind wir im Kampf um all diese Dinge.

Aber ich schweife ab. Der Himmel ist vorüber! Immer wieder blitzte dieser Titel in mir auf, während der ganzen Performance, den einzelnen Lesungen von Texten, die Vedran in teils lyrischer und poetischer Weise vortrug.

Ihr versteht nicht, worum es geht oder, fragte Vedran zwischendurch das Publikum. Das ist auch normal, meistens, meinte er. Doch, entgegnete ich ihm, ich verstehe! Und das war so. Von Anfang an hatte ich seine Botschaft entdeckt, seine Geschichte vom Leben, von Menschen, von der Suche nach Glück, dem richtigen Weg, dem Kampf, den Schritten, die man geht im Leben, drei nach vorn, zwei zurück. Mut! Das Zauberwort schlechthin, das Mensch braucht, um in dieser Welt des Hasses und des Wettbewerbs, des zwischenmenschlichen Krieges, zu leben und atmen zu können, um nicht, ganz einfach so, mal eben, weil man denkt, gescheitert, das Leben beenden will, trostlos unter grauem Himmel, die Gefühle abgespalten, bereit sein Leben zu verschenken, zurückzugeben an das oder den, der es uns geschenkt hat, vielleicht mit den Worten:" Mach was draus!". Und dann liegt man da, auf den kalten Schienen, wartend auf die Erlösung! Was für eine Erlösung? Überrollt, zerschnitten, zerstückelt, blutverspritzend, nur noch Stückwerke, die man zusammenklaubt, was einmal ein Mensch war. Schade! Denn davon erzählt Vedran am Ende. Trauer und Melancholie durchziehen den Zuhörer beim Aufnehmen seiner Geschichte über diesen Menschen, von dem er erzählt. Später sagt er mir in einem persönlichen Gespräch, er habe ihn gekannt, diesen Menschen, der versucht hat zu gehen. Drei Monate war er an seiner Seite und hat gehofft und geglaubt.

Das kann tatsächlich das Ende eines Menschen sein, der es nicht schafft, sich in dieser Welt zu behaupten, der die Zeichen nicht sieht, die ihm entgegenkommen, der sich selber fremd geworden ist, weil Zwang und Gesetze ihn zu einem Unfreien, einem Unterwürfigen an die Regeln dieser Welt, von Menschen gemacht haben.

Freiheit! Aber was ist Freiheit! Philosophen und große Denker unserer Zeit haben sich immer wieder darüber Gedanken gemacht, was es bedeutet frei zu sein. Ist die Freiheit eine Frau blitzt irgendwann in einer Lesung auf?

Freiheit! Wir haben es wohl falsch verstanden, wir Menschen.

Wir lassen uns irreführen, auf einen Weg der Angepaßtheit lenken, wie in eine Zwangsjacke gepresst und am Ende ersticken wir in unserer Angst, uns nicht mehr befreien zu können. Irreführungen! So auch der erste Part der Lesung.
Und stellen uns nicht mal die Frage, wie können wir uns befreien, sondern maschieren Schritt für Schritt in das Vorgegebene. Aber Fragen gibt es so viele und so viele Antworten. Auf manche Fragen gibt es keine. Als wir noch Kinder waren, wußten wir, das Fragen wichtig sind. Und wir fragten und fragten, unsere Eltern, Lehrer, Freunde. Die Antworten sollten uns die Welt erklären.

Ich dachte bei diesem Part, die vielleicht grundlegenste und wichtigste Frage für mich war immer:" Wo kommen wir her, wo gehen wir hin!" Aber wer stellt sie heute noch!

Und so ziehen wir mit der Herde der Etablierten, die meinen, das sei der richtige Weg, und merken es, wenn unser Körper und unsere Seele voller Narben sind, dass wir verletzt worden sind. Das ganze Leben fügt uns Narben zu. Davon erzählt Vedran in dem Part "Narben! Wunden seelischer Grausamkeiten, die man uns zugefügt hat, manchmal fügen wir sie uns selber zu Schmerzen, Verletzungen, weil wir uns nur noch dann spüren. Manchmal ist das die einzige Möglichkeit, noch zu erahnen, dass wir leben, wenn wir Schmerz spüren.

Wir sind blind, meistens im Leben, erzählt Vedran weiter in einem anderen Part. Nicht fähig zu sehen, dass das Glück manchmal unverhofft kommt. Und so gehen wir an ihm vorbei. Auch in der Liebe ist es oft so. Gefangen in Beziehungen, aus Eigennutz gegründet, vielleicht war es ja mal Liebe, die irgendwann verloren gegangen ist. Und nun lebt man tot nebeneinander her, nur noch besetzt von der Pflicht, den Verpflichtungen, das gemeinsame zu bewältigen, das man erschaffen und geschaffen hat. Die Kinder. Die Kinder, meinen wir, sind es, die von uns fordern, zu bleiben. Aber die Kinder sind oft schlauer, weiser. Wenn man sie fragt, antworten sie, lügt uns nicht an. Wir wollen, dass ihr, unsere Eltern glücklich seid und nicht, dass ihr uns eine von vielen Täuschungen des Glücks in dieser Welt vorlebt. Kinder sind viel realistischer, als Eltern glauben. Uns so nehmen wir manchmal die Chancen nicht wahr, wenn unverhofft, der oder die vor uns steht, die eigentlich zu uns gehören, denen wir wirklich angehören, mit denen es wirklich möglich wäre, glückliche und erfüllte Beziehung zu leben. Ich bin verheiratet, sagt die junge Frau in der Lesung von Vedran. Na und! Die Antwort des Mannes an sie. Aber du willst doch eigentlich, sonst würdest du nicht mit mir sprechen.

Wir wollen und können nicht. Ausbrechen. Die Geseze, die Moral, die Pflicht. Zwänge eben. Freiheit? Was ist Freiheit? Immer wieder schimmert diese Frage durch.

Uns so werden wir uns irgendwann fremd. Wie der Mann, von dem Vedran erzählt. Angefangen hat es in der Schule. Nichts hat er begriffen, nur auswendig gelernt. Auswendig lernt er auch die Regeln des Lebens. Karriere machen, auf der Siegerseite stehen, straight sein, Liebe? Kein Platz. Gefühle? Wo sind sie? Vielleicht höchstensfalls fremdfühlen. Zu sehen, andere fühlen, aber man kennt sie selber nicht, diese Gefühle. Wie sagt Adorno an einer Stelle in einer seiner Publikationen: Wir leben in einem Zeitalter, wo Mensch keine Gefühle mehr zeigen will. Gefühlskälte ist der Warmherzigkeit und des Mitgefühls gewichen. Ein Übel, eine von anderen Ursachen, die dazu führt, dass Menschen in Beziehungen ständig im Krieg sind. Starr und kalt sind wir geworden. Entfremdet uns selber.

Ergebnisse dieser Entfremdung. Ein Beispiel von Vielen. Guantanamo! Folter, Grausamkeit, Entstellung der menschlichen Existenz. Bilder auf der Videoleinwand, die es möglich machten, dass ich mich kurz abwenden mußte. Ich wollte nicht sehen, was möglich ist. Was Mensch in der Lage ist, zu tun, wenn kein Gefühl mehr in ihm wohnt. Wie war das möglich, überhaupt! Nein...Vedran gibt keine pathetische Erklärung. Er ist Rechtswissenschaftler und erklärt, bevor er seinen Bilder zeigt, mit fachlichen Auskünften, wie es möglich war, dass die Politik in den UA das hervorbringen konnte. Weil auch diese Beziehungslosigkeit in der Staatsgewalt durch das Demokratiesystem ganz einfach zu erklären ist. Guantanamo....eines von vielem Entsetzlichen, dass  geschehen ist, heute! Nicht Gestern! Und wir wühlen ständig in der Vergangenheit herum und tun nichts, schreien nicht auf. Wir suhlen uns lieber im Selbstmitleid und in Empörung über das Vergangene. Ja, wo sind wir denn, die, die wir immer mit dem Zeigefinger auf die schauen, die in der Vergangenheit die Welt zu einer Hölle gemacht haben? Wir lesen die Berichte, schauen uns Bilder in den Medien an und leben ganz einfach weiter, in unserem Alltag voller Zwänge und scheinbar anderen Wichtigkeiten. Aber Morgen wird das Heute Vergangenheit sein. Dann sind wir wieder da. Mit erhobenem Zeigefinger, mit mahnendem Blick der Empörung. Wie konnte das geschehen. Wir Menschen sind merkwürdige Wesen.

Der Himmel ist vorüber? Als gäb´s kein Morgen mehr! Das war auch der Musiktitel zu Beginn der Performance, der mich sofort angesprochen hat. Philipp Poisel "Es gibt kein Morgen mehr!" Das war der Anfang vom Beginn für mich. Eine Verheißung offenbarte sich mir, dass dieser Abend ein gelungener, ernster, aufweckender Abend sein würde.

Ich wollte eigentlich, bevor ich diesen kleinen Blog über die Performance schreiben wollte, auf die Texte von Vedran warten. Er hat mir versprochen, sie mir mit PDF-Datei zuzuschicken. Weil es sich lohnt, sie noch einmal in Ruhe zu lesen. Heute Morgen dachte ich, was soll´s. Es würde sowieso zu viel werden. Ich könnte mindestens zehn Blogs über diesen Abend schreiben.

Aber vielleicht, wenn ich darf, werde ich den einen oder anderen Test, hier einmal in einem kurzen Blog veröffentlichen. In Absprache mit Vedran werd ich das sicher dürfen. Es lohnt sich Ihr werdet sehen.

Wir, Zabaione und ich, waren wirklich erfüllt von dieser Abend. Schade, dass Vedran nun nicht mehr weitermachen will. Ich fand es mutig mit dieser Performance an die Öffentlichkeit zu gehen. Mut! Immer wieder benötigt es Mut, aufzuschreien, aufmerksam zu machen. Seine Botschaft kann man verstehen, wenn man nicht schon zu weit von sich selber weg ist.

Mutig auch, wie er sich entäußert hat, in seiner Emotionalität, mit der er seine Tanzeinlagen mitten im Publikum darbrachte. Keine Scheu, ganz bei sich unter Blitzlichtgewitter der Lampen. Ich liebe Blitzlichter, es soll blitzen und leuchten. Aber ich hasse die Dunkelheit. Wenn es aufhört.

Kann man das verstehen? Sicher, absolut. Meine ich. Wir wollen, wünschen und sehnen doch, dass es blitzt in unserem Leben, aufblitzt, strahlt auf der Suche nach dem Glück, nach dem richtigen Weg. Irgendwann gibt es keine Möglichkeit mehr zur Veränderung war einmal eine Aussage. Und doch steht am Ende der Satz:"Wo Du stehst ist vorne!".

Wo Du stehst ist vorne. Jawohl! So ist es und so soll es sein. Das ist Vedrans Botschaft an uns, an die Menschheit. Gestern ist nur noch Erinnerung, die uns zwar mahnen kann, in der Zukunft das Richtige zu tun. Aber Da wo wir jetzt stehen, dieses Vorne, das wird die Zukunft sein. Und diese Zukunft wird dann wieder irgendwann das gestern sein.

Wachen wir also auf, so hab ich ihn verstanden, gehen wir keine Schritte mehr zurück, sondern schreiten nur noch nach vorne, ohne Angst, ohne Scheu. Und dann ist der Himmel niemals vorüber? Oder?

Hat Spaß gemacht, Zabaione, dieser Abend. Diese Nacht. Ich kann nur nochmal Vedran danken für diese Arbeit, die er da geleistet hat. Ich wünsche ihm auf seinem Weg durch dieses Leben alles Glück. Er wird ihn ganz sicher zu gehen wissen. Ich dachte kurz bei unserem Gespräch mit ihm nach der Veranstaltung, mensch, Röschen, wenn du in seinem Alter schon so weit gewesen wärst, wär es heute nicht so schwer, manchmal, dieser Weg in die Freiheit, in die Wahrheit. Denn das ist doch auch eines der Dinge, die das Leben von uns fordert. Lebe in der Wahrheit.

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15. Januar 2017 7 15 /01 /Januar /2017 09:07

Auf den Dächern
der Schnee so weiß

die Welt liegt noch
im Schlaf

ein kalter Wind
weht mir ums Ohr

ich will nichts hören
nicht mal ihn

Gestern lag ein Brief
in meinem Postkasten

mit lieben Worten
mir ward ganz warm

und dennoch ist es
manchmal so

ach laßt mich alle doch
in Ruh

nichts mehr glauben
niemand vertrauen

die Welt ist meistens
nur Betrug

Ich muss stark bleiben

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Published by Fernweh - in lyrik
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10. Januar 2017 2 10 /01 /Januar /2017 23:39

Allein steh ich da draussen
in der Nacht

die Lichter in allen Fenstern
sind erloschen

ich hab mein Tageswerk vollbracht
getan,
was ich vermochte

Nur Bilder ziehen noch vorüber
von dem was war und was ich sah

die müden Menschen
in der Strassenbahn

nach Hause fahren
endlich Ruhe haben

die Worte, die gefallen sind
sind wie ein Kind
in mir geblieben
 
wollen wachsen
und in mir reifen

und seh ich dann am Himmel
die Sterne leuchten

so ist mir jeder Stern
ein Funke Sehnsucht
nach einem Ort in mir
den ich noch gar nicht kenne

doch bleib ich still und heiter
am anderen Tag geht es ja weiter

so lieb ist mir das Leben
ich will es hegen und es pflegen

nur hin und wieder scheint es mir
als wär es alles nun gewesen

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Published by Fernweh - in lyrik
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10. Januar 2017 2 10 /01 /Januar /2017 10:18

Ob es anderen wohl auch so geht? Also, beim Lesen der Tageszeitungen!  Ich schau ja jeden Tag mal rein in die aktuellen Berichterstattungen. Meistens bin ich schnell müde ob der Pressemitteilungen. Alles ist so schwer zu durchschauen, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Finde ich jedenfalls. Jeder sagt was anderes, jeder weiss etwas, was der andere noch nicht wusste, dazu die Beurteilungen und Vermutungen. Also, mir passiert es dann oft, dass ich müde werde beim Lesen all dieser Berichterstattungen. Ich hör dann schnell auf, überfliege oft nur noch und suche nach dem geschriebenen Wort, das noch eine Überraschung darstellt.
 
Überraschungen im geschriebenen Wort sind, für mich jedenfalls, Dinge, die über das Leben erzählt werden oder über Bücher, Musik oder Kunst. Da hab ich dann ganz schnell einen Klick gemacht, um zu staunen, was dort hervorgebracht wird und worüber erzählt wird.
 
Heute Morgen hab ich mal wieder so einen kleinen Schatz des geschriebenen Wortes entdeckt. Einen kleinen Artikel bzw. ein Gespräch mit einem Mann namens Luca Bendandi. Dieser unterhält einen Laden mit Schreibwaren. Also, als ich es las, wurde mir ganz warm ums Herz. Ich bin son Typ. Solche altbackenen Geschichten über Dinge, die treffen mich mitten ins Herz. Warum? Weil ich ebenfalls diese Dinge so mag und nutze, immer noch.
 
Bendandi sammelt jedenfalls in seinem Laden Bürountensilien, vorwiegend Bleistifte. Bleistifte, Stifte,  frag heut mal einen Menschen, wenn du irgendwo bist und gerade kein Schreibgerät zur Hand hast, nach den selben. Da wird dann erstmal geguckt und gesucht und irgendwo in einer hintersten Ecke oder Schublade wird meist eins gefunden. Nach langem Suchen. Jedenfalls, ich hab das schon oft erlebt so.
 
Bei mir ist das anders. Ich bin zwar kein Sammler in dem Sinn, jedoch besitze ich einen Haufen solcher Schreib- und Malgeräte. Sie liegen bei mir oder stehen überall herum, wo ich gehe und stehe. Ich kann immer sofort einen zur Hand nehmen. Ebenso auch, wie Bendandi, hab ich Notizheftchen, Blöcke und Kladden immer irgendwo herumliegen. Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich las, dass Bendandi ebenso wie ich es tue, Gewohnheit, Nachlässigkeit, wie auch immer, ebenfalls eine Menge dieser persönlichen Heftchen, in denen er seine Gedanken und das Gesehene notiert, bei sich trägt. Oft nur halbvoll geschrieben, wie bei mir, ungewollt, es ergibt sich einfach so weil, diese Heftchen eben überall bei mir zu finden sind, in den wechselnden Taschen, die ich beim in die Welt gehen mit mir herumtrage oder an den verschiedenen Orten in meiner kleinen Behausung. Wo ich sitze oder stehe, ich kann sofort notieren, was da plötzlich aus meinem Kopf herausfällt,-)
 
Bendandini sammelt jedoch all diese Dinge, abgesehen von seinem eigenen persönlichen Gebrauch davon. Er erzählt z.B. dass es in New York ein Geschäft gibt, dass nur Bleistifte führt. Unvorstellbar für mich. Ich hab es zwar versucht, mir in Gedanken auszumalen, wie dieser Laden wohl ausschaut, wie er riecht und wie er strukturmässig gestaltet ist, damit das Auge des Betrachters nicht ertrinkt in all den Stiften jedweder Art. Jedenfalls, ich bin son Typ, wenn andere nach New York reisen, um das große Spektakuläre zu bestaunen, würde ich ja viel viel lieber in dieses kleine Geschäft hineinspazieren. Aus Liebe zum Stift und zu verschrobenen Menschen, die Dinge tun, die sonst ausser ihnen kaum noch ein anderer tut.
 
Neulich hab ich ein kleines Büchlein geschenkt bekommen. Dieses Büchlein besteht aus lauter leeren Seiten. Die Seiten wiederum rufen dazu auf, mit nur einem einzigen Wörtchen den eigenen Tag zu beschreiben. Eine kleine Herausforderung, wie ich feststellen muss. Man könnte es auch *eine Sache auf den Punkt bringen* nennen. Das ist schwer, schon mal aufgefallen? Für mich jedenfalls. So mir das Überführen meiner Gedanken in einem realen Gespräch oft sehr sehr schwer fällt, weil, ich brauch immer eine Zeit, um den guten Gedanken in ein gutes Wort zu verwandeln, dass dann auch sofort ausgesprochen werden kann. Beim Schreiben fällt mir das leichter. Weil, das Schreiben läßt mir Zeit. Das Büchlein und der Stift in meiner Hand jagen mich nicht nach Antworten. Die warten und warten, bis ich in den Fluss komme und dann Wort für Wort, Zeile für Zeile, sichtbar werden lasse.
 
Ich schreibe gern, daher lieb ich Stifte in aller Art und Form.
Ich schreibe auch gern noch Briefe und Postkarten, auch wenn so gut wie nie etwas zurückkommt. Das ist ja so wie mit allen Dingen, jedenfalls ist das meine persönliche Erfahrung. Die Leuts freuen sich immer, sagen sie auch, aber scheinbar ist es so, dass mit dem von mir Gesagten, Getanen oft ihr Ego befriedigt wird oder wurde, jedoch niemals die Idee entsteht, es wäre schön, wenn da auch was zurückgegeben wird. Nun ja, das soll nun keine Wehklage sein. Es gibt ja nun auch Rückgaben des eigenen Gebens in und auf andere Art und Weise. Aber das will ich ja nun nicht verraten. Dies muss sicher jeder selber entdecken.
 
Das handgeschriebene Wort ist deshalb für mich so wichtig und ein kleiner Schatz, weil, wie auch Bendandi sagt, es eine Geste ist, die mit vielem verbunden ist. Eine Schreibtastatur am PC oder der Schreibmaschine riecht nicht, sie kann auch nicht in vielfacher Weise bedient werden. Da muss einfach druffgehauen werden, punkt aus fertig. Gut, vielleicht, wenn man wütend ist, haut man ein wenig mehr oder stärker auf das Tatstaturbrett. Beim Schreiben mit dem Stift ist das ganz anders, der Stift jedenfalls verleitet beim Schreiben dazu, eher zurückhaltender zu sein, denn so schnell wie die Gefühle aus einem herauspurzeln, kann die Hand mit dem Stift gar nicht schreiben. Das stiftgeschriebene Wort ist doch bedächtiger und möglicherweise dadurch auch einfühlsamer.
 
Auch ist es ja viel beschaulicher und gemütlicher wenn, so wie ich es handhabe, an meinem Tischchen gesessen wird, das Kerzchen an am Abend oder Morgen, ist es taghell, dann mit Blick auf den Himmel an meinem Fensterplatz, meine Gedanken an den oder die Empfänger gehen und ich beginne meine Gedanken in Worte an sie zu verwandeln.
 
Die Graphologen sagen ja, dass die eigene Handschrift sehr viel vom Menschen verrät, seine Stimmung, seinen Charakter, dass sie so etwas wie der Fingerabdruck der Seele des Menschen ist. Wie ja oft auch gehört wird, dass in den Augen des Menschen seine Seele zu erblicken ist, wenn dann noch genau hingeschaut wird. Es ist mal interressant auf einer im Netz zu findenden Seite ein wenig zu stöbern und vielleicht zu entdecken, zu welchem Schreibschrifttyp man selber gehört. Jedenfalls ist es sicher so, dass das eigene geschriebene Wort mal recht flüchtig daher kommt oder eben ausdauernd, achtsam und behutsam sich auf dem Papier niedergelassen hat. Ich glaube, dass kann ein Leser entdecken.
 
Der Bleistift an sich ist schon urururalt. Schon vor 5000 Jahren sollen die alten Ägypter in Schilf, Bambus oder Papyrus Blei gegossen haben, um mit den Stiften Kommunikation im geschriebenen Wort haben zu können oder eben das Zeitgeschehen festzuhalten. Aber das kann ja alles bei wiki nachgelesen werden. Also, man könnte schon auf die Idee kommen, Bleistifte zu sammeln, denn sie erzählen ja auch Geschichten aus unserer Zeit.
 
Das Schreiben mit dem Bleistift hat den Vorteil, dass, wenn einem etwas nicht gefällt, die Art, wie das Wort geschrieben wurde oder gar die eigenen Aussage mit dem Wort, kann es schwupsdiwups einfach wegradiert werden. Da sind wir bei den Radierern. Nicht jeder Radierer erfüllt seinen guten Zweck. Manchmal ist es eben schon von Vorteil, einfach etwas auszulöschen. Wer mit dem Kugelschreiber oder dem Filzschreiber sein Wort aufs Papier fallen läßt, der muss letzten endes auch dazu stehen, was er schrieb. Er kann zwar einen Strich drüber machen, jedoch kann der Empfänger das kleine Wörtchen unter dem Strich noch entdecken oder es ist so geschwärzt, dass er sich nur seinen Teil denken kann, was da wohl gestanden hat, vorher,-) Aber wir wissen ja, Projektionen sollten sich niemals gemacht werden, lieber mal nachfragen, wenn es wichtig ist:)
 
Ganz ehrlich, mir ist es wurscht, ob ich in meinem handschriftlichen Brief oder Postkarte Fehler vorzuweisen habe. Sollen sie doch gesehen werden. Durchstreichen, Ändern, Verwandeln, so geht doch auch das ganze Leben. Und wer will schon perfekt sein,-)
 
Bendandi hat nun ein Buch geschrieben. Schreibwaren - Die Rückkehr von Stift und Papier - Das werd ich mir ganz selbstverständlich zulegen, das ist doch klar. Aus Liebe zum Stift, nicht nur zum Bleistift, sondern auch aus Liebe zum handgeschriebenen Wort.
 
Ob das nun wirklich so ist, in unserem Alltag, dass wieder mehr Menschen auf den Gedanken verfallen, sich wieder Briefe und Postkarten zu schreiben. Ich weiss es nicht oder kann es nicht beurteilen. Immerhin hatte ich neulich einem netten Menschen eine Karte geschrieben, der sich sehr gefreut hat und dies zum Anlaß nahm, mir ebenfalls eine kleine Karte zurückzuschicken. Er sei inspiriert worden durch die meinige. Hat er lange nicht mehr gemacht. Ich fand das schön:) Die zurückgeschriebene Karte hab ich jetzt auf ein Holzbrettchen geklebt und sie steht da nun bei den anderen Dingen und Utensilien, auf denen täglich mein Blick fällt. Schön ist das. Auf eine email oder eine Chatnachricht kann nunmal nicht immer ein Blick geworfen werden, ohne dass die Maschinen angeworfen werden müssen und es blinkt und rauscht:) Das Anschauen handgeschriebener Zeilen ist eben doch beschaulicher und anhaltender:)
 
So, ich hör jetzt einfach mal auf vom Hütchen ins Stöckchen geraten.

Die Liebe zum Stift wiederentdecken, vielleicht eine kleine Herausforderung für Jederman:)

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8. Januar 2017 7 08 /01 /Januar /2017 08:38

Nebel,

ein leichter Schauer

vom Himmel

wie verwunschen

liegt sie da die Welt

an diesem Morgen

von irgendwoher

in weiter Ferne

ein Zwitschern

ein Zack

ein Rollo wird hochgezogen

Auch da

beginnt ein Jemand

seinen Tag

auch ich

geh wieder

durch das Leben

dem Huhu

trau ich nicht!

 

 

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